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Der Israelit · 1889-02-18 · Heft 14 (18.2.1889) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 14 (18.2.1889)
Date
1889-02-18
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Gemeinde geschieden, pan wo 'n nann ist am verganaenen Donnerstag nach fast einjährigem Leiden im 73. Lebensjahre sanft entschlafen. Er behielt sein Bewußtsein bis zu seinem Ende und sagte selbst deutlich die Sterbegebete nty rwoi. Das ganze Leben dieses so bescheidenen Mannes war ein unausgesetzter Gottesdienst. Sein edles Herz glühte für min und mso und er widmete ihnen alle Zeit, die ihm sein Geschäft übrig ließ. — Schon in seiner frühen Jugend zeigte er große Liebe zur min, und der fei. Chacham B ernay s ^"pisi wünschte, daß er sich dem Thorastudium weihe. Er lernte aber das Handwerk seines frommen Vaters, die Uhrmacherei, und bethätigte so 07 min -iiv^n nv' pN *pi. Seine edle, fromme Gattin eine 7in nro, die auch ihr ganzes Leben der Ausübung von nvn ni^'Bj weiht, stand ihm würdig zur Seite und so führte dieses fromme, leider nun getrennte Ehepaar ein wahrhaft patriarchalisches Leben. Erhebend war es zu sehen, mit welcher Begeisterung und strahlender Freude er ID mn mp feierte, wvrH idb) bethätigte er mit aller Kraft seines ganzen Wesens. Jeden Abend trug er w-, tro *pn oder aus anderen onso in deutlich erläuternder Sprache vor und hatte immer zahlreiche Zuhörer. Das waren nach seiner eigenen Aussage die glücklichsten Stunden seines ganzen Lebens. Obwohl nicht reich und nur von seinem Erwerb lebend war er ein großer np-nr byi und übte sie yyr ircan nm >s by. Da Da Weinet um ihn, der unermüdet vorwärts ging auf seinem gottgeweihten Lebenspfade! — Seinem Wunsche zufolge wurde er auf dem Ohlsdorfer nnap n»a begraben, wo auch ein Bruder, eine Tochter und noch mehrere seine Verwandten ruhen. Die miap war Freitag Nachmittag und die überaus große Betheiligung dabei gab Zeugniß von der besonderen Beliebtheit des Verewigten, und sehr viele folgten trotz des furchtbaren Schneesturmes nach dem entfernten Ohlsdorfer nropn n*a. Mögen die tieftrauernden Hinterlassenen Trost für ihren schweren Verlust finden: rrasMn. A. G. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Wien. Dem fünfunddreißigsten Bericht des allgemeinen österreichischen israelitischen Taubstummen-Jnftitutes in Wien vom Jahre 1888 entnehmen wir: Wenn wir auch durch den Appell zum Beitritte neuer Mitglieder von einem günstigen Resultate zu berichten haben, indem 75 neue beitragende WliU glieder eingetreten sind, und durch eine eingeleitete Sammlung durch menschenfreundliche persönliche Verwendung hochherziger Damen namhafte Beiträge erzielt haben, so reichen sie noch immer nicht hin den jährlichen Bedarf zu decken, geben jedoch der Hoffnung Raum, daß unser wohlthätiges Institut durch seine anerkannten rühmlichen Leistungen noch weitere Gönner finden wird. Herr kaiserl. Rath Deutsch, dessen ganzes Leben mit der Geschichte unseres Instituts so innig verwoben ist, daß wir in dem einfachen Inhalt dieses Lebens das Spiegelbild des Entstehens und der Entwickelung unseres Instituts erblicken, hat zu unserem tiefen Leidwesen, nach 44jähriger Thätigkeit, Alters halber, die Stelle des Directors niedergelegt. Wir haben Herrn kaiserl. Rath Deutsch in den Vorstand berufen und ihn ersucht, seine fernere Mitwirkung und seine reiche Erfahrung dem Institute zur Verfügung zu stellen. Herr kaiserl. Rath Deutsch hat die Wahl zum Vorftands-Mitgliede angenommen und die Zusicherung gegeben, auch fernerhin zum Gedeihen der Anstalt und zur Erfüllung ihrer Aufgaben im Dienste wahrer Humanität beitragen zu wollen. Als Nachfolger des Herrn kaiserl. Rathes Deutsch wurde Herr Dr. Moritz Brunner, welcher sich unter der Aegide des zurückgetretenen Directors als Taubstummenlehrer habilitirt hat, zum Leiter der Anstalt bestellt. Im Schuljahre 1887/88 waren im Institut anwesend 7 Zöglinge, für welche der volle Verpflegungsbeitrag geleistet wurde; 11 Zöglinge, für welche ein ermäßigter Beitrag geleistet wurde; 5 Zöglinge durch Verpflegungsbeitrag der k. k. niederösterreichischen Statthalterci aus der Leopold und Bertha Müllner'schen Stiftung; 10 Zöglinge aus dem Ungarisch-Jsraelit. Schulfonde; 6 Zöglinge aus dem Mährisch - Israelit. Laudesmassafonde; 5 Zöglinge von der Commune der Reichshaupt- und Residenzstadt Wien; 46 Zöglinge fanden unentgeltliche Aufnahme, davon 16 auf Grund von Privat-Stiftungen. Es schieden aus dem Institute 12 Zöglinge. Dagegen wurden im Jahre 1888 17 Zöglinge ausgenommen.

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