Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 14 (18.2.1889)
- Date
- 1889-02-18
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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- Mohel 2× ep/1006163
- Orneta 1× ep/1045374
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255 deutschen hie und da auch einiger lateinischer Buchstaben oder Worte bedienen. Was nun unsere Vorfahren, von denen doch unstreitbar ein Theil dieser Inschriften herstammt, damit andeuten wollten, läßt sich durchaus nicht bestimmen, da man leider noch nicht alle Buchstaben genau kennt und noch immer nicht die phömcischen von den egyptischen Worten zu unterscheiden vermag. Ebenso verhält es sich auch mit den beiden andern Schriftgattungen. Wahrscheinlich aber wurden die Zehn Gebote in mehreren dieser Felsen zugleich eingravirt, vielleicht sogar auch mit einer egyptischen Uebersetzung an der Seite; sdti (deutlich erklärt), heißt es ja in der heiligen Schrift, da unsere Voreltern beim Auszuge aus Mizrajim das Egyptische wahrscheinlich ebenso gut oder vielleicht gar noch besser und geläufiger als das Phönicisch-Hebräische sprachen. Ist doch sogar das erste Wort, womit die Zehn Gebote beginnen ojn, ein eminent e gy p tisch es (anuki sagten die alten Egypter), was schon der Midrasch beachtet und auch geistreich erklärt hat. Es mag wohl sein, daß später die Amalckiter und dann auch die Chaldäer oder irgend ein anderes semitisches Volk, das in der Nähe des Berges Sinai gehaust hat, die Inschriften der Juden wieder in ihre eigene Sprache übertragen und mit ihren eigenen Buchstaben wiedergegeben haben, wodurch es eigentlich kam, daß viererlei verschiedene Inschriften auf diesen Felsen zu erkennen sind. Eine sorgfältige und deutliche Copirung dieser sämmtlichen Inschriften, die hernach von gewiegten Kennern des Phönicischen, Hebräischen, Egyptischen, Altarabischen und Altchaldäischen gelesen werden müßten, würde uns bald deren genauen Inhalt kennen lehren. Gin Denkmal für Kaiser Friedrich. Den Nuf-Namen Friedrich erhielten: 389) Söhnchen des Herrn Sal. Mon dsch e i n in Hollfeld (mitgetheilt von Hrn. Moses Silberschmidt). 390) Söhnchen des Hrn. Joseph Strauß in Gedern (mitgetheilt von Hrn. I. B. Bing in Dber-Seemen). 391) Söhnchen des Hrn. Abraham Lindheimer in Groß- Steinheim (mitgetheilt von Hrn. Simon Berendt). 392) Söhnchen des Hrn. Bernhard Kahn in Albersweiler (mitgetheilt von Hrn. I. Frank). 393) Söhnchen des Hrn. Moses Dreifuß in Strümpfelbrunn (mitgetheilt von Hrn. A. Rosenblatt.) 394) Söhnchen des Hrn. David Brauer in Sohrau (O.-S.) (mitgetheilt von Hrn. Mohel I. Bock). 395) Söhnchen des Hrn. Jacob Z ernik in Tichau (mitgetheilt von Hrn. Moritz Lobenmann). 396) Söhnchen des Hrn. I. Klein in Ulm (mitgetheilt von Hrn. Mohel L. Essinger). 397) Söhnchen des Hrn. Samuel Rusch in in Rogasen (mitgetheilt von Hrn. I. Brock). 398) Söhnchen des Hrn. Siegmund Sauer in Tauberbischofsheim. 399) Söhnchen des Hrn. Salomon Heyum in Eberstadt, 400) Söhnchen des Hrn. Salomon Meyer in Seeheim, und 401) Söhnchen des Hrn. Moses Westheimer in Rimbach (mitgeth. von Hrn. Mohel S. Bentheim in Bickenbach). 402) Söhnchen des Hrn. Markus Lewinski in Wormditt (mitgetheilt von Hrn. I. Neumann). Berichtigung. Nr. 10, S. 178, Rubr. 380, muß es heißen: Mayer Stern in Nordeck. Feuilleton. Ms edlem Beweggrund. Eine Erzählung. Von Karl Wiesenthal. (Schluß.) Dora wurde gerufen. „Mein Kind! meiner armen Helene Kindl" rief Nordheim, „ich will fortan Dein Vater sein!" Das Mädchen wich zurück und flüchtete sich hinter den Wirth. „Du zögerst", sprach Nordheim schmerzlich, „wenn Dir des Vaters Arme sich entgegenstrccken?" „Sieh' mich an, Du liebes Wesen, zeige mir wieder das Ebenbild meiner unglücklichen Helene!" Und er betrachtete das Mädchen mit leuchtendem Blicke und jauchzte und weinte. Es währte lange Zeit, bis Nordheim so viel Ruhe gewann, darüber nachzudenken, was nun geschehen solle. Er verweilte mehrere Tage in dem Gasthause, und während dieser Zeit wurden Anstalten getroffen, daß Dora ihn nach der Heimath begleiten solle. Aber er dachte plötzlich an seine Frau, ihr durfte er Dora nicht zuführen. Nordheim war in eine bedauernswerthe Lage gekommen; aber seltsam, er war dabei so heiter und strahlte vor Freude; ach, hatte er doch das Kind seiner theuren Helene gefunden. Nun war ja Alles gut. — Da aber, eines Mittags, als Nordheim mit feiner Pflegetochter spazieren ging, fiel er plötzlich um, ein Schlaganfall war eingetreten. Eiligst wurde er in das Gasthaus gebracht — gottlob, er war noch nicht todt. Regungslos lag Nordheim da; er hatte verlangt, schon vor einigen Tagen, daß man sein Bett in das Zimmer bringe, wo Helene gelebt und ge-