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Der Israelit · 1889-02-18 · Heft 14 (18.2.1889) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 14 (18.2.1889)
Date
1889-02-18
Page
– (sequence 5)
Language
German
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253 ein ganz ausgezeichneter, handfertiger Schächter ist, hat er bisher keine Stelle erlangen können. Ein mir heut zugehendes amtliches Attest des Görlitzer Rabbiners Dr. Freund bezeugt ebendasselbe und nennt ihn „einen vorzüglichen önw, einen talmndisch bewanderten Mann, einen hinreichenden Vorbeter und Kore, einen von Aerzten approbirten, bewährten und einen wegen seiner Frömmigkeit, Bescheidenheit und Pflichttreue für jede Gemeinde sehr brauchbaren Mann, den er mit bestem Gewissen empfehlen könne." Ein Zeugniß des Colberger Rabbiners Dr. Goldschmidt sagt: „Seine Führung war hier streng sittlich und religiös, und da er auch nicht ohne Kenntniß im Talmud und seine Literatur ist, so halte ich denselben für ebenso würdig als befähigt, ein ihm angemessenes Kultusamt in einer jüdischen Gemeinde Deutschlands zu bekleiden." Und trotz alledem und alledem fand Ebel bis heut keine Anstellung, muß der Aermste mit seiner Familie die bitterste Roth leiden, will er, wie er uns schreibt, bis er zu einer Anstellung gelangt, jede beliebige Beschäftigung übernehmen, soweit sie nicht zu einer Sabbatentweihnng zwingt. Wir zweifeln keinen Augenblick daran, das; diese Zeilen jüdische, und selbst größere Gemeinden, in denen Schächtervacanzen sind, willig den Mann berufen werden; sie erfüllen hiermit eine seltene Mizwa, sie gewinnen einen vortrefflichen Beamten und sie proteftiren siegreich gegen jene schmähliche Verhetzung, welche einen redlichen Mann um seines Glaubens willen an den Rand des Elendes geführt hat und sein Familicnglück zu zertrümmern droht. Bl. Altona, 11. Februar. Der Krankenverein „Die brüderliche Hilfe" hatte gestern seine Generalversammlung, in welcher mitgetheilt wurde, daß der Verein in steter Entwicklung begriffen ist. Für den im verflossenen Jahr verstorbenen Vereinsarzt Dr. mack. Bend ix, dessen Verdienste besondere Anerkennung fanden, ist vr. meck. Adam in die Stelle getreten. Die statutengemäß ausschcidenden Vorstandsmitglieder wurden wicdcrgcwählt. Nach Schluß der geschäftlichen Verhandlungen vereinigten sich die Vorstandsmitglieder, Deputirte und eine Anzahl geladener Gäste im Hause des Vorsitzenden, Braunschweiger, zu einem Festessen, bei welchem aller derer gedacht wurde, die sich um die Entwickelung des jetzt beinahe 50 Jahre alten Vereins verdient gemacht haben. Der „israelitische Ausstattungsvercin" hielt am Sonnabend seine Generalversammlung in der Gemeindeschnle ab, in welcher die Abrechnung vorgelegt wurde. Die Bilanz schließt mit 23,582 M. 23 Pf. Für das ausscheidende Vorstandsmitglied Lübcke wurde I. S. Wittkower, und zu Commissionsmitgliedern Jos. Daniels und H. Unna gewählt. Im letzten Jahre wurden zwei Gewinne ä 1200 M. und außerdem 19 Bräuten die Zinsen der belegten Capitalien ausbezahlt. Es ist in Aussicht genommen, im Laufe des Sommers eine dem Verein zur Verfügung stehende Summe von 1200 M. zur Verloosung zu bringen. Asien. Dschiddah, die Hafenstadt Mekkas. Die in der Umgegend des Berges Sinai hausenden Beduinenstämme pflegen noch heute dem „Nebbi Musa (Propheten Moses)" Thieropfer darzubringen und diente dabei als Opferstätte eine Höhle in dem genannten Berge, die der mohamedanischen Sage nach jene Höhle sei, in der Moses, als er vierzig Tage und vierzig Nächte auf dem genannten Berge weilte, gelebt hatte und in der später auch „El-Chidr (d. h. der Ewig-Grüne, der Unsterbliche, also der Prophet Elias) geschlafen und gebetet haben soll. In dieser Höhle befindet sich ein länglich viereckiger Stein, von dem gleichfalls die Mohamedaner behaupten, daß Moses und Elias bei ihrem Gebete auf denselben ihre Arme gestützt haben sollen. Sei dem wie immer, so kann man man doch mit voller Gewißheit annehmen, daß diese Höhle schon zur Zeit Mesis existirt hat und wahrscheinlich lag damals schon dieser Stein auf seiner jetzigen Stelle, denn wer sollte sonst diesen schweren Stein den hohen und nur schwer zugänglichen Berg hinanfgeschleppt und ihn dort uiedergelegt haben? Dieser Stein dient nun heute als Altar, wenn die Beduinen Mosi ein Opfer darbringen. Solche Opfer werden gewöhnlich dargebracht, wenn längere Zeit hindurch eine Dürre herrscht, oder, wenn eine Pest wüthet, eine Hungersnoth entsteht, oder, wenn die Beduinen in einen Kampf ziehen und ebenso auch, wenn sie aus demselben, reich mit Beute beladen, heimkehren. Hie und da pflegt aber auch, wenn diese Stämme sich einen neuen Scheikh geben, dieser dem Propheten Moses ein oder mehrere Lämmlein oder Zicklein zu opfern, um sich so bei demselben in Gunst zu setzen und sich dessen Fürsprache bei Allah oder beim Propheten Mohamed zu erflehen. Von den geschlachteten Thieren wird aber immer nur das Blut derselben geopfert, indem man dasselbe in die Flammen, die auf dem erwähnten Altarsteine lodern, schüttet und cs so verdampfen läßt. Das Fleisch wird von den Beduinen gegessen, nur pflegen sie gewisse Theile davon, so den Kopf, den Magen und die Leber,

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