Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 12 (11.2.1889)
- Date
- 1889-02-11
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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XXX. Jahrgang. BeilllgeM^I2Les„IsraM"L„IkschurM Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Rußland. Nürnberg. Sonntag den 20. Januar zwischen nmo und anj/o hielt Herr Rabb.-Cand. S. Ansbacher in der Synagoge der orthod. Gemeinde dahier einen nev.-> für Herrn Rabbiner Hirsch in Frankfurt a. M., wozu sich nicht nur allein viele Zuhörer von Nürnberg, sondern auch von Fürth und Schwabach eingefunden hatten. Unter Zugrundlegung von Jes. 6, 12. „Der Ewige entfernte „einen Mann und groß war die Verlassenheit im „Lande", schilderte der gelehrte Redner in 3/4ftündiger Rede in ergreifenden und zu Herz dringenden Worten das Leben und Wirken des großen Mannes und schloß mit der Mahnung, die Jugend heranzubilden muy*?i mmV. Allgemeiner Beifall lohnte den gewandten Redner. Aus Westpreußen. In Nr. 1 des „Israelit" vom 2. Januar d. I. las ich, daß in der Provinz Posen ein fühlbarer Mangel an Volksschullehrern einzutreten scheint, da m eh r e r e Stellen seit langer Zeit unbesetzt sind. Zu diesen Stellen zählt auch die 3. Lehrerstelle in Oftrowo. Verfasser jener Zeilen ertheilt zu dieser Stelle event. sich dennoch findenden Bewerbern den wohlgemeinten Rath, sich schleunigst beim Schulrath persönlich zu melden, um sofort anzutreten. Schreiber dieser Zeilen kam in Nr. 4 enthaltene, hierauf bezügliche Entgegnung zu spät, um noch rechtzeitig der Warnung, sich vor zwecklosen Geldkosten zu hüten, Folge zu leisten. Ick habe mich, da ich seit meinem Austritt aus dem Seminar, das ich in der Provinz und dem Regierungsbezirk Posen absolvirt, noch keine Elementarlehrerstelle bekleidet, persönlich um die vakante Stelle zu Oftrowo beworben, erhielt jedoch von dem betreffenden Schulrathe den Bescheid und den Rath, die Königl. Regierung schriftlich darum anzugehen und gleichzeitig die Bemerkung hinzuzufügen, mir, falls diese Stelle schon anderweitig zur Besetzung gelangt sein sollte, eine andere übertragen zu wollen. Auf mein am 7. v. M. eingereichtes Gesuch ward mir am 30. v. M. die Antwort, daß demselben nicht stattgegeben werden kann, da diese Stelle anderweitig zur Besetzung gelangt ist. Andere Stellen stehen der Regierung zur Zeit nicht zur Verfügung. Ich frage nun: Woher kommt es, daß, wenn in der Provinz Posen ein fühlbarer Lehrermangel, der sich durch schon längere Zeit unbesetzte Stellen kund gibt, in Wirklichkeit sein sollte, die Regierung mich, der ich auch in der Provinz gebürtig bin, trotz des befriedigenden Zeugnisses, schon zum wiederholten Male zurückweist? Daß mehrere Stellen in der Provinz Posen vakant sind, ist nach dem mir zugegangenen Bescheide nicht richtig. Kassel, 23. Januar. Die hiesige Synagoge, ein schönes monumentales Gebäude, soll einer bedeutenden baulichen Erweiterung unterzogen werden. Es wurde aus diesem Anlaß eine „Siebenzehner- Kommission" aus der Mitte der israelitischen Gemeinde gewählt, der die Prüfung der eingegangenen Projekte und die Entscheidung darüber oblag, welches davon zur Ausführung zn bringen ist. Die Kommission ist bereits schlüssig geworden und hat einstimmig das von dem Architekt W. Böttner ausgearbeitete Projekt angenommen. Es lagen außerdem noch zwei Konkurrenzarbeiten vor, die jedoch nach diesem Beschluß der Bankommission nicht weiter in Betracht kommen. Aurich, 3. Februar. Am vw nny d. I. feierte der hiesige neuorganisirte Wohlthätigkeits- Vereiu statutengemäß seinen jährlichen Fasttag. Am Nachmittage hielt unser Oberlehrer und Prediger D. Fink in der schön erleuchteten Synagoge eine einstündige Gedächtnißrede auf unseren ehemaligen Landrabbiner, den nunmehr verklärten Rabbiner Samson Raphael Hirsch. Mit gewohnter Meisterschaft schilderte der Redner zunächst das Leben und Wirken des großen Mannes und erläuterte an der Hand schwieriger Bibel- und Talmudstelley^den großen Verlust, den ganz Israel durch das Hinscheiden dieses Geisteshelden zu beweinen hat. Hierauf trug der erste Vorsteher des gen. Vereins Herr M. Leers, ein noch sehr rüstiger Greis von 78 Jahren, der aber mit jugendlicher Frische und mit ganzer Hingabe seines oft äußerst schwierigen Amtes waltet, das Nachmittagsgebet für a"» vor, und die Nacht war bereits angebrochen, als die Schaar der Andächtigen das Gotteshaus verließ. Am Abend dieses Tages vereinigte sich eine stattliche Anzahl Vereinsmitglieder im hiesigen Wolffs'schen Lokal zu einer recht schön arangirten rose mij/D, bei welcher auch ein „Wörtchen min"