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Der Israelit · 1889-02-11 · Heft 12 (11.2.1889) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 12 (11.2.1889)
Date
1889-02-11
Page
– (sequence 5)
Language
German
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213 Pflasterung der Straßen nicht für nöthig hält)! Unser „Freund" beschreibt hier als das Sehenswürdigste ein jüdisches Bad, dessen Einzelnheiten uns gleichgültig sein können. Er giebt aber die Preise an: „Jeder Badegast zahlt 10 Bani (8 P f e n n i g), in verschiedenen anderen Anstalten nur 5 B. (vier Pfennig) . . Diese Preise können uns wohl interessiren. Denn einmal zeigen sie uns wieder, daß Bergner überall nur die allerniedrigste Gesellschaftsklasse aufgesucht hat und damit will er für alle, auch für die höheren folgern. Sodann sehen wir wieder, wie arm die rumänischen Israeliten sind, daß ihnen schon für 4—8 Pfg. ein Bad geboten werden muß; dies kann aber sicher nur zum Spotten und Schimpfen nicht herausfordern. Schließlich legt er wahrscheinlich den Maßstab außerrumänischer Vermöglicher an; denn für 4—8 Pfg. kann man auch im Auslande nichts Rechtes haben. In dieser Beziehung sind die ausländischen Armen noch schlechter daran, als die rum. Israeliten, indem, wer nicht mehr anlegen kann, gar nicht badet, und dies ist schlechter, als in den Bedingungen des von B. „beschriebenen" Bades, welches man jedenfalls sauber und gestärkt verläßt." Die Bäder, die man im Auslande unentgeltlich in den Nachtasylen erhält, kann man auf die Privatbäder in Bottuschan natürlich nicht als Maßgabe anwenden. Denn elftere giebt es nur in den größten und reichsten Städten, sind entweder städtisch oder Vereins cigcnthümlich und vor Allem öffentliche Wohlthätigkeits anstalten. Solche zu schaffen sind die rumänischen sogenannten „reichen" Israeliten lange nicht reich genug — und es giebt noch dringendere Bedürfnisse — trotzdem sind schon seit ein paar Jahren in Jassy, Braila und just in Bottuschan, und gerade durch die Initiative von Israeliten, solche Anstalten geschaffen worden! (vgl. .,Jsr." Nr. 2 a. c.). Mit gutem Recht aber könnte man die Stadtverwaltungen, die Regierung und — speziell für Bottuschan — die St. Spiriton-Ho sp i talstistung, die einen großen Millionenfond besitzt, also lauter christliche und behördliche Personen anklagen, daß sie, sei es auch nur durch Errichtung von Volksbädern, nichts für die öffentliche Gesundheitspflege thun. In der That auch baden Christen entweder gar nicht (höchstens im Sommer in Flüssen) oder manche besuchen die jüdischen Bäder, welche meist die einzigen im Orte sind. Daß die dortigen Christen, und nicht dieJuden hygienis chverwahrlost sind und darum einer großen (auch von Bergner erwähnten) Sterblichkeit unterliegen, habe ich vielmals durch Kammerberichte dargelegt. Bergner findet aber auch an den israel. Bädern zu mäkeln, obwohl sie ja in ihrer Art und für eine Bagatelle von 4 Pfg. jedem ohne Unterschied der Konfession eine Wohlthat bieten. P a l ä st i n a. Jerusalem, im Januar. Es folgt hier der Wortlaut der beiden vom K. und K. Ministerium des Aeußcrn und dem Privat-Secretär Sr. Majestät des Kaisers Franz Joseph I. von Oesterreich eingetroffenen Dankschreiben an die Oester. - Ungar, isr. Gemeinde: I. Wien, 16. Dezbr. 1888. Wohlgeborener Herr! Seine K. und K. Apostolische Majestät haben die mit dem Berichte vom 19. v. M. Nr. XLYI übermittelten Glückwünsche der Oesterreichisch-Ungarischen israelitischen Cultus-Gemeinde in Jerusalem zum 40. Jahrestage des Allerhöchsten Regierungsantrittes, sowie die offerirte bezügliche Adresse huldvollst entgegenzunehmen und zugleich anzubefehlen geruht, daß der gedachten Gemeinde der Allerhöchste Dank für jene so sehr erfreuliche Kundgebung von treuer Anhänglichkeit und Loyalität bekannt gegeben werde. Indem ich Euer Wohlgeboren hiervon in Kenntniß zu setzen mich beeile, ersuche ich Sie, das Entsprechende einzuleiten, damit jener Allerhöchste Befehl in der geeigneten Form seine Vollziehung finde. Empfangen dieselben den Ausdruck meiner vollkommenen Hochachtung. Für den Minister des Aeußern: Szögycny (m. p.). Seiner des Herrn Ritrers von Strantz Wohlgeboren Jerus alem. II. Wie dem löblichen Consulate durch das K. und K. Ministerium des Aeußern bekannt gegeben worden sein dürfte, haben Se. K. und K. Apostolische Majestät der Oesterr.-Ungar, israelitischen Cultusgemeinde in Jerusalem für ihre Glückwünsche aus Anlaß des Allcrh. 40. Regierungsjahres den Allerh. Dank auszusprechen und die Einsendung der bezüglichen Glückwunsch - Adresse a. g. zu gestatten geruht. Im A. h. Aufträge beehre ich mich, dem löblichen Consulate behufs gefälliger weiterer Veranlassung die Mittheilung zu machen, daß die nunmehr im Wege des Ministeriums des Aeußern angelangte

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