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Der Israelit · 1889-02-07 · Heft 11 (7.2.1889) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 11 (7.2.1889)
Date
1889-02-07
Page
– (sequence 10)
Language
German
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198 Küche gehören und in keinem besseren Haushalte fehlen, sind nunmehr durch die Dr. Papilsky'sche Fabrikate auch den rituell lebenden Juden zugänglich gemacht worden. Wenn auch der Umfang dieses Buches eine genaue, ausführliche Angabe über die Anwendung dieser Fabrikate bei den verschiedenen Gerichten nicht zuläßt, so wollen wir doch im Interesse unserer geehrten Leserinnen hier Einiges über die Anwendung der genannten Dr. Papilsky'schen Extracte in Kürze als Anleitung angeben und es im Uebrigen der Einsicht einer jeden praktischen Hausfrau überlassen, durch eigene Kochversuche sestzustellen, bei welchen Speisen der Zusatz vonFleischextract zweckmäßig ist, und welche Mengen genommen werden müssen, da bekanntlich „Probiren über Studiren" geht. A- Fleischextract zur direkten Herstellung von Bouillon. Zur sofortigen Bereitung einer kräftigen, nahrhaften und schmackhaften Bouillon nimmt man neben etwas Salz auf 1 Liter (6—8 Tassen) kochendes Wasser ca. 30 Gramm Dr. Papilsky's iso-Bouillonextract (1/s Theelöffel Bouillonextract pro kl. Taffe Bouillon), welches nach einigem Umrühren sich sofort vollständig auflöst und eine wohlriechende, schmackhafte und nahrhafte Bouillon liefert, welche von einer aus frischem Fleische bereiteten Brühe nicht zu unterscheiden ist, ja vor dieser den Vorzug hat, daß man die Stärke der Bouillon je nach der Menge des hinzuzufügenden Extractes in beliebiger Weise reguliren kann. Manche Hausfrauen halten es für rathsam, nach Hinzufügung des Extractes die Brühe noch 2 bis 3 Minuten kochen zu lassen. Da, wo die Bouillonbereitung nicht so eilig vor sich gehen muß, empfiehlt es sich, das zur Brühe bestimmte Wasser zuvor mit Knochen und Fleischabfäüen, wie sie sich in jeder Küche vorfinden, für den ostdeutschen Geschmack auch mit etwas Fett etwa 1 Stunde zu kochen und dann die Brühe mit der erforderlichen Menge Bouillonextract zu versetzen. Nimmt nmn statt Dr. Papilsky's -neo-Bouillonextract den Papilsky'schen -»LN-Fleischextract, der viel ergiebiger ist und deßhalb sich viel billiger stellt als Bouillonextract, im Gegensätze von letzterem aber frei von Suppengrün und Gewürze ist, so müssen diese Ingredienzien dem Bouillonwasser hinzugefügt und ' /* bis 1 Stunde mitgekocht werden. Soll der Nährwerth der Bouillon erhöht werden, so wird beim Anrichten in jeder Tasse ein Ei abgequirlt, worauf die Bouillon unter beständigem Umrühren eingegossen wird. Auch kann man in dem zur Brühe bestimmten Wasser vor Hinzufügung des Fleischextractes Reis, Gries, Tapioca, Mondamin, Makaroni u. s. w. mitkochen lassen. Es ist deßhalb durch Dr. Papilsky's -»en-Fleischextract resp. Bouillonextract nicht nur jedem Haushalt, sondern auch Bade- und Kurgästen, sogar Reisenden*) die Gelegenheit geboten, sich zu jeder Zeit und auch an jedem Orte, selbst im Hotel, bei Anschaffung eines kleinen Spirituskochapparates den Genuß einer erfrischenden und stärkenden Bouillon resp. nahrhafter Suppen ohne Umstände, schnell und billig zu verschaffen. B. Dr. Papil sky's -»^^-Fleischextract als Würze und Verbesserungsmittel von Fleischbrühen, Suppen, Saucen, Gemüsen rc. Sämmtliche Brühen, Suppen, Saucen und Gemüsen erhalten durch Zusatz von Dr. Papilsky's ->Lo-Fleischextract einen kräftigeren und pikanteren Geschmack, schönere Farbe und höheren Nährwerth. Jede jüdische Hausfrau, deren Speisekammer eine Büchse -»^-Fleischextract enthält, ist deßhalb vor Verwässerung der Suppen geschützt und kann nie in die peinliche Lage kommen, eine zu schwache Brühe auf den Tisch bringen zu müssen. Bei Brühen und Suppen kann der Zusatz des Fleischextractes auch bei Tische geschehen, bei Saucen und Gemüsen ist es nothwendig, die entsprechende Menge Fleischextract in kochendem Wasser aufzulösen und dann den betreffenden Gerichten hinzuzufügen und eine halbe Stunde mitkochen zu lassen. Von den Suppen sind besonders die Leguminosen- (Erbsen-, Bohnen-, Linsen-, Schoten-) und Kartoffelsuppen hervorzuheben, welchen der Zusatz von Dr. Papilsky's Fleischextract den pikanten Fleischgeschmack ertheilt, wie überhaupt sämmtliche Wassersuppen durch Hinzufügung der erforderlichen Menge Fleischextract in Fleischsuppen verwandelt werden. C. Dr. Papilsky's -»^-Fleischextract als Ersparniß von Suppenfleisch. Das Suppenfleisch kann in Haushaltungen, wo Fleischextract benutzt wird, gänzlich erspart *) Der weltberühmte Afrikareisende Rohlfs schreibt in einem gedruckten Briefe an einen Professor in München: »Was den Fleischextract betrifft, so ist er namentlich für uns Afrika-Reisende eine der größten Wohlthaten gewesen. Auf meiner Reise durch die große Wüste von Tripolis nach dem Tschad-See war er meine tägliche Nahrung. Ohne sonstiges Fleisch nahm ich ihn des Morgens auf Bisquit geschmiert und das schmeckte nicht nur vortrefflich, sondern ersetzte mir vollkommen die Fleischkost. Abends stellte ich Bouillon her und mischte eine gute Portion unter Reis, Linsen, Kuskusu oder was wir sonst an Vegetabilien hatten. Ich habe mich übrigens so an den Fleischextract gewöhnt, daß ich ihn jetzt immer im Hause haben muß."

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