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Der Israelit · 1889-02-07 · Heft 11 (7.2.1889) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 11 (7.2.1889)
Date
1889-02-07
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Daß doch Alle, die noch tmpu, innerhalb des Heiligthums stehen, sich entschließen wollten, echte, wahre, ganze, ungeteilte Träger des Gotteslichtes zu sein. Daß sie fahren ließen die Halbheit ihres Wesens, die Schwäche und Gedankenlosigkeit, welche Theile ihrer Kraft und ihres Wirkens dem Gotteslichte entziehen. Dann wird im Heiligthum wieder eine Menorah erstehen, wenn auch in unserer Zeit nicht aus gediegenem Gold, so doch keinesfalls aus niNöna, die des reinen Thoralichtes Träger ist. Es wird unter uns dann walten der Geist der Weisheit und der Einsicht, des Entschließens und Vollbringens, des Erkennens und der Gottesfurcht getragen von dem Thorageiste. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Hamburg, 3. Februar. Gestern Abend, am Ausgange des nenn 's 'p rov sprach Herr Dr. Adolf Blume uthal aus Berlin in dem Vereine „Mekor Chajim" in etwa zweistündiger Rede über „die geschichtliche Bedeutung von Samson Raphael Hirsch für das Judenthum." Die jugendfrische Erscheinung des Redners, sein sympathisches Organ und seine hinreißende Beredsamkeit verhalfeu der auch inhaltlich vollendeten Rede zu einem ungewöhnlich bedeutenden Erfolge. Der Redner gab einleitend eine Schilderung der Reformbewegung am Anfang des Jahrhunderts, zeichnete die Verhältnisse in Hamburg, das Wirken des Chacham, dessen Einfluß auf Hirsch, entwickelte das religiösphilosophische und pädagogische Programm des Verklärten aus seinen Werken und feierte ihn als den Mann der jüdischen That, als den Kämpfer gegen Halbheit und Schwärmerei und als den Frühlingsboten des Glaubens. Die ergreifende Rede schloß nach dem uns gütigst überlassenen Manuscripte mit folgenden Sätzen: „Zu den Worten Jeremias (III, 19): rnon JHN “]*? film '28 n?ru „ich werde dir qeben ein köstliches Land, das Erbtheil des Hirsches" fragt der Midrasch (Exodus rabba Cap. 32): „warum wird das gelobte Land mit dem Hirsch verglichen?" und die Weisen antworten: „gleichwie der Hirsch schneller als alle anderen Bewohner des Waldes sein Ziel erreicht, so reifen in Palästina die Fruchte auch früher als in allen anderen Ländern." Das „Vermächtniß des Hirsches" wollen wir unser eigen nennen, denn da reift die Traube am schnellsten, dort winkt zuerst das goldene Ziel; die seiner Hand entsunkene Fahne wollen wir aufheben, denn sic allein führt uns zum raschen Sieg. Wenn wir in den Kämpfen des Lebens einmal verzagen sollten und der Muth uns sinkt, dann wollen wir auf die uns umschwebenden Buchstaben der gebrochenen B un d es- - tafel blicken, daß sie Vertrauen und Thatkraft uns lehre; wenn wir gegen Halbheit und Selbstsucht und Schwärmerei zu ringen haben, dann wollen wir den fortklingenden Tönen der Harfe lauschen, und sie wird uns Standpunkt und Charakter künden; wenn die verhängnißvolle Strömung des Tages, wenn Religionsverachtung und Glaubensverrath uns das Ziel weit zu entrücken scheint, dann wollen wir nach seinem Vermächtnisse handeln, und aus dem Grabe des Verklärten wird der Segen emporsprießen, der die Frucht unserer Mühe zu rascher Reife bringt. — haltet Wache!" so rief der Heimgegangene einst aus (Jeschurun VII, 140): ja Wache mögen Sie, meine Herren, halten an dem Grabeshügel des Gestorbenen, Sie, die so glücklich sind, ihn den Sohn Ihrer Vaterstadt nennen zu dürfen, glücklicher noch, in Ihrem Vereine in seinen Wegen zu wandeln, Wache aber wollen auch wir alle halten über den unsterblichen Geistesschätzen, welche sein kunstvolles abgeschlossenes Leben uns reicht! Und wenn einst nach den Winterstürmen nicht nur, wie Hirsch einst schrieb, das Veilchen neugierig sein Köpfchen durch die Schneedecke hebt, die Sonne glüht, und der Blüthen und Blumen Pracht die Erde deckt, sondern wir auch den Frühling in unserer Menschenbrust sieggekrönt preisen dürfen, und wenn wir dann heiter und glücklich den Kindern und Enkeln von jenen großen Männern erzählen, welche unverzagt um den Sieg unserer Sache, um den Frühling ringend sich gemüht, dann wollen wir in der Reihe der Ersten den Namen von Samson Raphael Hirsch nennen und in dankbarer Ehrfurcht vor feinem strahlenden Andenken uns beugen." R. M. — Vom Hrrrrsrücken. Die Hauptschuld an jenen in meiner vorigen Correspondenz. geschilderten Uebelständen ist, daß eben Niemand da ist, der sich der Sache annimmt. Man spricht wohl bei Gelegenheit über diese Mißstände, sagt selbst, daß es doch zu arg sei, zu weit gehe, wenn Metzger-Schochtim Schweinewurst sabriciren — wobei es ja auch passiren kann, daß man einem jüdischen Kunden die Schweinewurst und dem christlichen die Koscherwurft verabreicht —, beruhigt sich aber, daß man es doch nicht ändern könne, und als Entschuldigung muß die so oft gebrauchte, aber immer sehr übel angebrachte Behauptung herhalten, daß ja die Verantwortung jener Metzger-Schochet trage. Der wird in Rücksicht auf sein Geschäft — und das allein ist für ihn der Inbegriff seines Thuns und Denkens; es ist sein Glaubenssatz, nach dem er all seine Handlungen einrichtet — die Verantwortung leicht tragen. Diese übel, sehr übel angebrachte Entschuldigung vergrößert aber nicht im Geringsten die Schuld Jenes und verringert nicht im Mindesten Eure Schuld. Und es ist nur ein Zeichen der Feigheit, wenn man sich hinter dem Rücken des Mitschuldigen, auch wenn er der schuldigere Theil sein sollte, zu verstecken sucht. Mt Ernst und gutem Willen läßt sich auch darin Aenderung schaffen. In erster Linie hat jede Gemeinde, jeder Einzelne das Recht zu verlangen, daß der Schochet eine 763]? von einem bekannten, gewissenhaften uanääaaäk t

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