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Der Israelit · 1889-02-07 · Heft 11 (7.2.1889) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 11 (7.2.1889)
Date
1889-02-07
Page
– (sequence 3)
Language
German
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191 Licht ist deiner Hand anvertraut, und dein Licht ist in Meiner Hand. Gotteslicht ist die Gotteslehre, wie es heißt: Die Pflichtübung ist eine Leuchte und Licht ist die Gotteslehre. In welcher Hinsicht ist die Pflichtübung eine Leuchte? Jeglicher, der ein Gottesgebot erfüllt, läßt damit ein Licht vor Gott leuchten und gewährt seiner Seele Leben, denn „des Menschen Seele ist eine Leuchte Gottes." Nur wenn Israel seines heiligen Berufes waltet und des ihm von Gott überwiesenen Gotteslichtes treuer Hüter ist, weiß es sich sicher und geborgen unter dem Schutze des Allmächtigen. Nur so lange Israel Gottes Licht in Händen hat, nur so lange ist es berechtigt, auf Gottes Beistand zu hoffen. Nur so lange es in Wahrheit sprechen kann niN 'n, „Gott ist mein Licht", bei Ihm allein suche ich Erleuchtung meines Geistes zur Erkenntniß meiner Pflicht, nur so lange darf es auch aussprechen ym „und mein Heil", darf es erwarten, daß Gott seines Lebens Glück gestaltet, trotz allerwidrigen Anfechtungen der Menschen, nur dann kann es einer ganzen ihm feindlichen Welt Zurufen: ntn »oo „wen hätte ich zu fürchten?." "n nyo % Gott ist der Urborn, aus welcher meines Lebens unverwüstliche Kraft quillt, nnsN »dd, ich habe vor Nichts zu beben, ich kenne weder Furcht noch Schrecken. Sind wir, das Israel der Gegenwart, eine solche Menorah, ein solcher Träger des Gotteslichts, bieten wir ihm, diesem Gotteslichte, unser ganzes Geistesftreben als i? m als reines Del, dar, sind wir der -pjn m, der in ewiger Jugendfrische starke Baum? Ach, wir sind ein \jy “in, ein armes Geschlecht, arm an Geist, trotz unserer vermeintlichen Klugheit und Bildung, arm an Thaten, arm an Männern. Wir vermögen nicht das gediegene Gold zu sein, das wir uns zu einer muo bilden ließen, nsn nn*n mvn p, welche sich aus dem gefügigen, reinen Gold, nobt? rü’nn, aus einem einzigen Stücke bis zur höchsten Vollendung, in allen ihren Theilen bis zum letzten Blüthenkern einheitlich gestalten könnte. Aber wenn wir auch nicht uns als gediegenes Gold zum Träger des Gottesgeistes darbieten können, wir sollten uns nimmer ihm als nixLmj, als „Vruchmetall" hingeben wollen: “1^2 r6ioö msonJn p*) mtco niano »m Als solches sind wir ungeeignet für unfern hochheiligen, jüdischen Beruf. Und wir erscheinen leider nur allzusehr ro^vn^. Wie viele Kreise unter uns entziehen sich gänzlich dem Thorageiste und wenden sich dem Geiste des Wahnes und der Lüge zu, wie viele entschlagen sich *) n"3 ninaia. in ihres Wesens vornehmlichsten Theilen des Judenthums und bieten dem Heiligthum nur einige kümmerliche Reste, einige Minuten im Laufe der Jahre, einige Bruchtheile ihres Lebens! Und statt sich von der Thora, von dem Judenthume, erleuchten zu lassen und aus ihm Erkenntniß und Belehrung zu schöpfen, suchen sie den eigenen kleinen Geist an des Gottesgeistes Stelle zu setzen, ja sie erkühnen sich, den Gottesgeist, der in dem Gesetze und in den Worten der Propheten zu uns redet, vor den Richterstuhl ihres einzigen, dünkelhaften Geistes zur Rechenschaft zu ziehen und an ihm ihren Witz zu versuchen und ihn zu meistern. So leugnen sie Gottes heiligen Willen und Sein heiliges Wort und fälschen die Thora, die Propheten und die von der Treue der Väter verbürgte Ueberlieferung. Wie viele sind aber auch unter uns, die sich selbst von dieser Verirrung frei gehalten, aber ihre Kinder dem Gotteslichte entziehen, die ohne Bedenken ihre Töchter einem dem Gotteslichte sich entziehenden Manne geben und sie und ihre Enkel nicht dem rrn, sondern dem nsaon nn überantworten. Wie viele sind unter uns, die der verhängnißvollen gleißnerischen Parole des Tages folgen, welche „Ausschluß der religiösen Frage von dem gemeinsamen Wirken" als der Weisheit höchste Blüthe verkündet, und sie theilnehmen läßt an Werken, die der Zerstörung des Heiligthums gewidmet sind und der Ertödtung des jüdischen Pflichtthums! Mit der einen Hand glauben sie an dem Aufbau des Heiligthums zu bauen, und mit der andern fördern sie den Tempel der Lüge. Da gibt es Gemeinden, welche ihre eigenen Institutionen der Pflege des Gotteslichtes, das aus dem Judenthum strahlt, zu weihen vermeinen, dennoch aber durch den Anschluß an einen Bund sich unter die Leitung eines Organs stellen, welches die Unterdrückung des echt jüdischen Geistes, des von den Vätern ererbten Judenthums, sich zum letzten Endziel gesteckt. Da gibt es Männer, welche mi rniay min als die einheitliche Ausgabe ihres Lebens betrachten und in ihrer Verwirklichung das höchste jüdische Ideal begreifen, gleichwohl aber in eine Vereinigung eintreten, welche miayi min im wahrhaft jüdischem Sinne aus ihrem Programme streichen und höchstens die Bethätigung von npn^ als das hehre Ideal des von Juden zu verwirklichenden menschlichen Lebensberufs verherrlichen. Das sind nwonj, die sich als miJD im tmp vor dem Allerheiligsten des pw aufstellen lassen wollen; die aus nweru gebildete muo ist aber nVms.

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