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Der Israelit · 1889-02-04 · Heft 10 (4.2.1889) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 10 (4.2.1889)
Date
1889-02-04
Page
– (sequence 5)
Language
German
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177 ternben Eindruck machte es, als darauf hingewiescn wurde, daß es dem Vollendeten nicht vergönnt war, die ganz nahe bevorstehende man -Q-Feier seines jüngsten Sohnes zu erleben! — Möge der Allgütige der tiefgebeugten Familie, die den Tod des zärtlichsten Gatten und des liebevollsten Vaters beweint, himmlischen Trost spenden! Wir aber wollen sein Andenken stets in Ehren halten und uns dadurch zu ähnlichem frommen und tugendhaftem Wirken angeeifert fühlen! .rrrmi inana? pna “dt Oesterr. - Ungar. Monarchie. Lemberg. Der hiesige Cultusvorstand hat an Herrn Baron Hirsch anläßlich dessen munifizenter Stiftung (zwölf Millionen) folgende Adresse gerichtet: Euer Hochwohlgeboren, edler Herr Baron! Am Firmamente unserer jüdischen Gemeinschaft, wo sich in letzter Zeit trübe Wolken wieder ballen, ist Ihr Name als leuchtender und strahlender Stern aufgegangen. Mit wachsender Bewunderung vernehmen wir seit Jahren die Kunde von den großartigen Werken Ihrer Mildthätigkeit und Nächstenliebe. In unserem Lande haben Sie sich durch die edle und munifizente Art, mit der Sie jenen Unglücklichen Ihre hilfreiche Hand boten, denen des Feuers ungezügelte Macht Hab und Gut einäscherte, längst die Herzen Aller gewonnen. Jetzt aber sind alle diese Einzelakte in den Schatten gestellt durch die imposante Stiftung, welche Sie, edler Herr, Baron! aus Anlaß des 40jährigen Regierungsjubiläums, unseres allergnädigsten Kaisers und Herrn, dem wir in Oesterreich unsere Gleichberechtigung verdanken, ins Leben gerufen haben. Mit beispielsloser Freigebigkeit wollen Sie, Herr Baron, für ewige Zeiten Zwecke anstreben, wie sie schöner und edler nicht gedacht werden können. Millionen Ihres Vermögens opfern Sie für die Hebung der Bildung und der Erwerbsverhältnisse unserer galizischen Glaubensgenossen. Kein königlicher Wille, keine staatliche Gemeinschaft könnten weder bezüglich der Ziele noch bezüglich der Mittel weiter gehen. Wir preisen die Vorsehung, daß sie uns in Ihnen, Herr Baron! einen Wohlthäter schickte, dessen mit Kraft gepaarter idealer Sinn das erstreben will, was die Besten unter uns erträumt haben. Wir freuen uns in Ihren Thaten ein leuchtendes Bild jener jüdischen Solidarität zu erblicken, welche Sie inmitten des Getriebes der fernen Weltstadt und Ihrer großartigen Unternehmungen nicht vergessen läßt an die zurückgebliebenen und jammervollen Verhältnissen Ihrer Brüder im fernen Osten. Wir freuen uns Ihrer eben so weitreichenden als großartigen Nächstenliebe, welche wir deshalb als echt jüdisch bezeichnen, weil sie aus dem Boden unserer jüdischen Lehre sprießt, die in ihrer Fürsorge für die Armen und Verlassenen, in ihren Mitteln gegen die Noth und das Elend, noch heute bei den Gebildeten aller Völker und bei jenen Denkern, die sich mit den Problemen der sozialen Frage beschäftigen, als unerreichtes Ideal gilt. Ihre Stiftung, Herr Baron! wird dem galizischen Israel unberechenbaren, mit jeder Generation wachsenden Segen bringen und Ihr Name wird noch von den spätesten Geschlechtern mit Dank und Verehrung genannt werden. Unsere unabweisliche Pflicht ist, Ihnen, edler Herr Baron! unseren wärmsten Dank auszusprechen für Ihren Edelmuth und Opferwillen sowie Ihre Nächstenliebe. Gerne thun wir dies im Namen des Leniberger israel. Cultusrathes, der uns durch einmüthigen Beschluß vom 12. Dezember l. I. hiezu ermächtigte, sowie auch im eignen Namen. Möge Gott Ihnen und Ihrem Hause seinen Schutz und Segen schenken, damit Sie sich bis ins höchste Alter des schönen und erhebenden Bewußtseins erfreuen: Das Gute gewollt und erstrebt zu haben. Der Vorstand der israel. Gemeinde. Lemberg, den 16. Dezember 1888. Holland. Bcvervijck, 22. Januar. Vergangenen Freitag feierte unsere Gemeinde das 25jährige Bestehen unserer Synagoge, zu welcher Gelegenheit ein Comite jüd. Damen, einen herrlichen tmpn \nt* der Gemeinde zum Geschenk machte. Um ll3/4 Uhr wurden die Thüren der schönbekränzten Synagoge geöffnet, die alsdann von Andächtigen überfüllt wurde und war auch der Herr Bürgermeister und viele Notablen der Stadt anwesend. Um 12 Uhr begann die Feier mit Absingung did nn und wurde der ins BHpn, nachdem der Vorsteher der Gemeinde, Herr L. Davidson in herzlichen Worten den Dank der Gemeinde den edlen Spenderinnen ausgesprochen, seiner heiligen Bestimmung übergeben. England. Manchester. Der Bau einer neuen Synagoge und eines Beth-Hamidrasch in Z)ork Street ist bereits in Angriff genommen und hofft man zum nächsten Rosch-Haschanafcste die Einweihung zu feiern. Die Synagoge wird 700 Plätze fassen, das Beth-Hamidrasch wird sich im ersten Stock befinden.

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