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Der Israelit · 1889-02-04 · Heft 10 (4.2.1889) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 10 (4.2.1889)
Date
1889-02-04
Page
– (sequence 2)
Language
German
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174 emporstrebenden Schaft gingen an drei verschiedenen Punkten seiner Höhe je ein Doppelarm aus, welche sich bis zur vollen Höhe des Leuchters entwickelten und dort oben ihr Licht empfingen. Einem Baum glich die Menorah, der kaum der Wurzel entstiegen, Blüthen treibt, stets neue Blüthen und Fruchtknoten zeitigt, seine Aeste ausbreitet, die mit dem Stamme zur Höhe hinanragen, um hier des Baumes Vollendung in der Krone zu bilden. Aus dem Stamme empfangen die Aeste die Kraft ihrer Entfaltung. Ob sie tief unten oder hoch oben sich von ihm abzweigen; es ist der gleiche Lebenssaft aus demselben Borne quillend, der in ihnen Blüthen und Früchte bildend, mächtig schafft. onnan »w nno inn. Nachdem über die beiden Kronen, nämlich die mm nna und die rnabo nna, die Kroue des Gottesgesetzes und die Krone des Staatswesens, wie solche durch die heilige Lade und den heiligen Tisch zum sinnbildlichen Ausdruck gelangen, in der heiligen Schrift abgehandelt worden ist, bemerkt R. Obadja Sforno in seinem Kommentar zur Stelle, folgt die Vorschrift über die Menorah. Ganz aus Einem Stücke getrieben sollte sie sein und das Licht ihrer Lampen sollte Eins sein, wie es heißt: wer deren Lampen anzündet, soll sie der Seite seiner Richtung zu leuchten lassen. Nämlich, das Licht der Lampen rechts und das Licht der Lampen links soll dem Mittelschaft sich zuwenden. Ebenso soll das geistige Licht des erkennenden Verstandes mit dem des schaffenden Geistes vereint sich dem höchsten Lichte zuwenden, um ihm einmüthig zu dienen. Nur dann werden sie Licht verbreiten. Das ist die Bedeutung des aus Einem Stücke getriebenen heiligen Leuchters, dessen Licht dem einheitlichen Charakter des Leuchters entsprechend als ein einheitliches erscheint, welches von dem großen Lichte ausströmt. „Somit ist der Baum der Erkenntniß und der Vollbringung des Wahren und des Guten ein goldener Baum, von der Wurzel bis zur Blüthe golden, in jedem Theile und auf jeder Stufe der Entfaltung golden, — in jedem Theilchen und auf jeder Stufe gleich goldrein und gediegen, wahr und gut, — und in höchster Vollendung von der Wurzel bis zur Blüthe aus Einem, unzertrennbaren, nicht nach und nach zusammengefügten, sondern von vornherein für den ganzen Umfang seiner höchsten Vollendung gegebenen Stücke, kurz, es ist ein Baum, wie es uns in der mne an? mwo die nryn ntppo und deren vn’ ruDD nmna? nnmaa n’y’aji rupi na"", wie er uns in der mit Fuß, Schaft, Armen, Kelchen, Knäufen und Blüthen ans Einem Stücke gearbeiteten, durch und durch goldreinen Menorah in höchster Vollendung vorgebildet ist." *) man nrwi, lautet aber das Wort Gottes weiter, „verpflichte Israels Söhne, daß sie dir reines Olivenöl, gepreßt, zur Leuchte nehmen, um beständig Licht aufleuchten zu lassen". Dem ganzen Volke in seiner Gesammtheit und jedem Einzelnen innerhalb derselben ist die ewige unablösbare Pflicht auferlegt, für die Pflege des Geistes zu sorgen, der von der rnnn, der Lehre Gottes, allein Licht zu empfangen hat. Vor der mm stand der heilige Leuchter und von der mm allein strömt das Licht aus, dessen Träger zu sein Israel berufen ist. Alle Erkenntniß geht von dem Gottesworte aus, von dem Gesetze, das allein in Wahrheit irry nrxD Helles Licht verbreitet und dem Menschengeiste die Klarheit der Erkenntniß vermittelt , auf daß er den Spuren Gottes zn folgen vermöge in der geschaffenen Welt und die erhabene Ausgabe begreife, welche Gott dem Menschen in seiner bevorzugten Stellung angewiesen, aus daß er seine Pflicht erkenne und vor Jrrthum und Wahn geschützt bleibe. Zu Moses sollte Israel das Oel bringen, daß er prüfe, ob es rein und tauglich sei. Der Führer und Lehrer hat dafür Sorge zu tragen, daß nichts Fremdes, Unreines, Unwahres, daß nicht Täuschung und Wahn die geistige Erkenntniß trübt, daß nicht mit dem Gotteslichte sich Unheiliges verbinde, nicht Lüge nlit Wahrheit sich mische und die Lehre Gottes durch den Wahn der Menschen entstellt werde. Dem Volke aber liegt es ob, unausgesetzt dem Gotteslichte der m?n das Oel darzubieten, auf daß es seinen reinen Strahl entsende in alle Herzen, daß von ihm allein Helle ausftröme in alle Kreise des Volkes und der Geist eines Jeden im Volke aus ihm allein die Erkenntniß seiner Pflicht schöpfe. nwi na na' pin m, bemerkt das Midraschwort zur Stelle: „Einem ewig frischen Oelbaum, schön an Frucht und an Gestalt, hat dich Gott geschaffen**) n^yn bzh -wo nuapn *p tno Otto. Wie das Oel Licht spendet, so leuchtet Gott der ganzen Welt. Es ist verheißen: „Die Nationen werden sich dereinst deinem Lichte zuwenden", dem Lichte, das Israel der Menschheit vermittelt, dem Lichte Gottes, das aus Seiner Lehre und Seinem Gesetz quillt; also ist Israel der ewig frische Oelbaum. Es ist erkoren der gesammten Menschheit Licht zu bringen, darum hat Gott zu Moses gesprochen: sie sollen mir reines Oel bringen. Nicht, daß Ich ihrer bedarf, sondern weil sie mein Licht weiter verbreiten *)Hirsch's Kommentar zu nmttf Seite 402. **) Jeremias 11, 16.

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