Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1889-02-04 · Heft 10 (4.2.1889) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 10 (4.2.1889)
Date
1889-02-04
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2446951-2447947-2447958--27962-2475621
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

f §? x XXX. Jahrgang. AS 10. Israelit T ► W c* und Zettsihrlst W Förderung D. Geistes nnd M. Kebens in Hans. Gmeinde und Mir. Kentrat-Hrgan für das ortfiodoXe IudenLhum. Herausgegeben von Dr. Lehmann in Mainz. Montag, den 4. Februar 5649 (1889). Leitender Artikel Israel, der Träger des Hottestichles. Von I f a a c Hirsch. In dein Allerheiligsten, O'r^npri vnp, stand die heilige Lade, welche die Tafeln des Zeugnisses in sich barg, jene Tafeln von Stein, auf welche Gott die hehren Worte geschrieben, die das gesammte Volk unmittelbar am Sinai vernommen, ihn nr6 .'»rfr» jo»o D'aro Das Gesetz, zu dessen Herold Israel erkoren, ist nicht dem Menschengeist entstammt. Moses ist nicht sein Urheber. Gott, der das Universum geschaffen und jedes Wesen ins Dasein ruft, Er, der den Himmelswelten ihre Bahn vorzeichnet und den steten Entwickelungsgang der Natur lenkt, Er ist es, der Sein Gesetz der Menschheit am Sinai kundgethan und das Zeugniß dieses Gesetzes Israel übergeben. Wenn von Seiner Allmacht Berg und Flur zeugen, wenn Ihn künden des Meeres Wogen, der Blitze Zucken, der Stürme Brausen, wenn Ihm jubeln der Vögel Chöre, der Blumen Düfte, der Auen lachende Farben, der Sonne Glanz, des Mondes Strahl, — so zeugt von der Offenbarung Seines Gesetzes die Schrift, die Sein Werk ist, auf dem Gestein, das die Lade im Heiligthum Israels umschloß. Weil es Gottes Wort ist, darum ist es ewig, darum ist es heilig und unantastbar. Der Raum, welcher der Aufnahme der Lade des Gesetzes geweiht war, sollte von den anderen Theilen des Heiligthums geschieden sein; der nr© schied das D'tsnpn tnp von dem t&np: „Der Scheidevorhang scheide auch zwischen dem Heiligthum und dem Heiligthum der Heiligthümer", lautet die Vorschrift.*) Wie bei der Offenbarung dieses Gesetzes es uns zum Bewußtsein gebracht wurde, daß nicht aus unserer, der Menschen Mitte, dasselbe hervorgegangen, wie durch die angeordnete vollkommene Abgrenzung, nbaan, des Raumes, aus welchem das Gesetz, die Offenbarung Gottes, in den Kreis der Menschen trat, dem einzig großen Ereigniß in der Geschichte der Menschheit der Charakter des Außerweltlichen unauslöschlich ausgeprägt worden, so vergegenwärtigt die stete Scheidung durch den rone im unpo den göttlichen Ursprung dieses Gesetzes und scheucht den blasphemirenden Dünkel zurück, der sich erfrechen könnte, dieses Gesetz anzutasten, um es umwandeln zu wollen nach seiner menschlichen Weisheit. Durch den Scheidevorhang getrennt ruhte im Allerheiligsten die min, der geoffenbarte Wille Gottes. Diesseits des Vorhangs stand der Leuchter, die muo, das Sinnbild des menschlichen Geistes. Mannigfaltig gestaltet sich dieser Geist, dem die Kraft verliehen, den Gedanken Gottes nachzudenken, einzudringen in dies geheime Wirken der von Gott gesetzten Ordnung in der Natur, der die Fähigkeit besitzt, die von Gott geschaffenen Wesen zu beherrschen und der Erdwelt sein Gepräge aufzudrücken. Nach rechts und links breitet er sich aus und thut sich kund in den verschiedensten Erscheinungen, welche alle Ausströmungen des einen göttlichen im Menschen wirkenden Hauches sind. So breitet die Menorah, der goldene Leuchter im Heiligthume, ihre Arme aus, welche aber sämmtlich dem einen mittleren Lichtträger sich zuwenden und von ihm entzündet werden. muon nB'yn ntypo aus Einem Stücke war sie getrieben: aus dem gerade *) 2. B. M., 26, 33.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.