Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 9 (31.1.1889)
- Date
- 1889-01-31
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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153 Drei Kronen sind vorhanden: die Königskrone, die Priesterkrone und die Krone der Thora. Der König repräsentirt die Nation, in ihm concentrirt sich des Volkes Kraft. Er ist der Schirmherr des Nationalwohls , der Förderer aller Bestrebungen für die Wohlfahrt der Gesammtheit. Ihm gebührt die Krone. Und wenn der König des jüdischen Staates seine Stellung in ihrer vollen idealen Bedeutung erfaßt, wenn er alle materiellen Kräfte der Nation dem Zwecke des Gotteswillens, wie solcher in dem Gesetze offenbart ist, zur Verfügung stellt, so hat er wahrlich sich die Krone verdient. Der heilige Tisch, das Symbol der nationalen Wohlfahrt und des Staats war mit einem goldenen Reif geschmückt, um die Bedeutsamkeit des von ihm Dargestellten zu vergegenwärtigen. Eine gleiche Krone zierte den Altar, dessen Wartung dem Priester anvertraut ist. Die Heiligung des ganzen Menschenwesens durch das Symbol der im Heiligthum vorzunehmenden Handlungen zur lebendigen Anschauung zu bringen und durch dessen beredte Sprache Herz und Geist für die Treue und den Gehorsam gegen das Gesetz zu gewinnen, das ist des Priesters Beruf. Auch die heilige Gesetzeslade trug diese Krone, denn, mm rfcru, groß ist die mm, „sie gibt Leben Denen, die sie erfüllen in diesem Leben und in dem jenseitigen". Der Tage Dauer in ihrer Rechten, und Neichthum und Ehre beut sie in ihrer Linken dar. Ewiges Leben gewährt sie ihren Freunden, aber auch des irdischen Lebens höchste Beglückung, die Zufriedenheit, und des Menschen Werthschätzung und Liebe. Aber wehe Dem, der diese drei Kronen in unedler, selbstsüchtiger Gesinnung sich zu eigen machen will! dn "j1? "o*!? “it Q’fcopji 11 O’anaj iT is1? dni n ib yvyi mir um. Nur dem reinen Streben gelingt es dieser Krone theilhaftig zu werden, dem unlauteren bleiben sie stets fern und fremd. Wenn der König die ihm eingeräumte Machtstellung mißbraucht zur Mehrung des eigenen Ruhms, zur Förderung seines Hauses Ehre und Glanz, wenn er es verschmäht, der erste Diener des Gesetzes zu sein und in der Bethätiguug der Gesetzcstreue dem Volke voranzuleuchtcn, dann ist er der Krone unwerth. Und der Priester, welcher durch seinen Wandel und seine Gesinnung dem Ideale Hohn spricht, das durch ihn im Tempel gepredigt wird, der schändet dies priefterliche Diadem, das seine Stirn schmückt; wie der Gesetzeskundige, der oan Ttrin, der die Gefetzeslehre zur Befriedigung seines Ehrgeizes, zur Bethätigung seiner Geistesschärfe mißbraucht, der nicht rmvb lernt, nicht lernt um in den Geist der Gotteslehre einzudringen, auf daß sich sein Herz daran veredle und er sie erfüllt, der nicht in Wahrheit sein Inneres zu einem heiligen Schrein gestaltet, dessen Handlungen im Widerspruche stehen mit der Lehre, 12m rnn 'vrbn bi ii3j oder der im Herzen verläugnet was sein Mund lehrt, der min vo verlustig ist. vhy nfjn 3iro in>o 'b Giro ^122 no ’Jödi •I^dd -ini’ nbiyo min mar Höher als das Königthum, höher als die Priesterwürde steht aber die Krone des Gesetzes. Die Königskrone wird nur Einem geweiht, das priefterliche Diadem schmückt nur des Hohenpriesters Haupt, die Krone der min kann aber von Jeglichem erlangt werden, der sich ihr hingibt in aufrichtigem Sinne und treuem Eifer. Dem Tisch und dem Altar ward ein goldner Reif gegeben; i^> nvsn, „mache ihm einen güldnen Reif" lautet das Gebot. Bei dem pir-r, der heiligen Gesetzeslade aber heißt es vby n^yi. „mache, ihn überragend einen güldnen Reif." Weiter als des Königs und des Priesters Krone strahlt des Gesetzes Diadem. Wer würdig ist es zu tragen, steht höher da als die Träger der Königs- und Priesterkrone. Denn der mm ward das Heiligthum errichtet, der min ist Staat und Tempel, König und Priester nnd jeder Mann in Israel unterthan. Die min ist das Kleinod Israels und der Menschheit. Königthum und Priesterthum sind untergegangen, narai inbp sind uns seit Jahrhunderten verloren, die mm ist uns geblieben. Israel hat sie siegreich durch der Zeiten Flucht getragen und hat ihr überall seinen Tisch und seines Lebens Inhalt geweiht, hat ihr überall ein 12x12 ttnpo ein verjüngtes Heiligthum errichtet. — Mögen alle unsere Gotteshäuser dem in der Wüste errichteten Zelte ähneln, errichtet von der wahrhaften Begeisterung aller Einzelnen im Volke als eine Stätte, von welcher das Gotteslicht der nun in die Herzen und Häuser einzieht, daß Gott auch in unseren Ihm geweihten Räumen ein echtes ttnpo erkenne und Er in unserer Mitte Seine beglückende Nähe weilen lasse: Lnpi2 b vtw .DDina rnjatpi Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Mainz, 29. Januar. Daß die Trauer um das Hinscheiden des Herrn Rabb. Hirsch ^>"sr eine