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Der Israelit · 1889-01-31 · Heft 9 (31.1.1889) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 9 (31.1.1889)
Date
1889-01-31
Page
– (sequence 3)
Language
German
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151 unterwiesen wurde, und dennoch dem Götzendienste sich hingab. Wir aber müssen dem Allgütigen dafür dankbar sein, daß Er uns gesondert hat von den Irrenden, daß Er uns gegeben hat die Lehre der Wahrheit und ewiges Leben gepflanzt hat in unsere Mitte! Jerusalem war zerstört, der heilige Tempel lag in Schutt und Asche, der jüdische Staat war aufgelöst, die Söhne und Töchter der Edelsten des Volkes, der Fürsten und Hohenpriester, waren als Sklaven und Sklavinnen verkauft, die Helden Juda's mußten in den Bergwerken und auf den Galeeren verkommen oder in der Arena im Kampfe mit den wilden Thieren blutig enden. Dagegen stand Rom (Esaw) auf dem Gipfel seiner Macht. Es war die Zeit des Kaisers Hadrian. Die römische Herrschaft erstreckte sich von einem Ende der Welt bis zum andern. Handel und Wandel blüheten, und die unterjochten Nationen schickten die Fülle ihrer Schätze und die kostbarsten Produkte ihres Bodens und ihres Fleißes als Tribut der weltbeherrschenden Roma. Und dennoch: „Und Ich liebte den Jakob, und den Esaw habe Ich gehaßt." Die stolze Roma ist in Trümmer gesunken; aber Jakob lebt und wächst und blüht durch die Gnade und Liebe unseres Vaters im Himmel der herrlichsten Zukunft entgegen. — _ Aas Keikigtyum. Von Jsaac Hirsch. me« ->x Din rw» »jk thd nonn »i> mpn .'di no» Das Zelt sollte errichtet werden, welches das Zeugniß der Gottesoffenbarung, die Tafeln des Gesetzes, des unauflöslichen Bundes, in welchen Israel als Verkünder des Gotteswillens eingetreten, in sich legen sollte. Diesem Gesetze sollte dort der Altar, der Leuchter und der Tisch errichtet werden. Der Opferaltar im Vorraume zum Ausdruck der göttlichen Bestimmung des Menschen, sein irdisches Theil dem Feuer des Gottesgesetzes zu weihen, es von ihm läutern zu lassen, auf daß es ganz in allen seinen Beziehungen dem Göttlichen, Ewigen diene, also daß der Mensch mit seinem ganzen Empfinden, Gewissen, Streben und Schaffen dem höchsten Ideal seiner Aufgabe entspreche und dasselbe zum mir: nn gestalte, wie dieses durch den der heiligen Lade gegenüber gestellten Räucheraltar vergegenwärtigt ist. Der Leuchter zum Ausdruck der Weihe des in dem Menschen waltenden göttlichen Geistes in seinen nlannigfachsten Manifestationen für dieErkenntniß und Furcht Gottes, für die Erleuchtung durch das Gottesgesetz, für die Erkenntniß der Pflicht und für das Verständniß der Welt und ihrer Erscheinungen unter der Leuchte der Gottesoffenbarung. Der Tisch zum Ausdruck des in Reinheit erlangten Genusses, des auf dem Boden des Gesetzes sich vollziehenden Erwerbstrebens und der Weihe aller materieller Güter an dieses Gesetz. Für die Errichtung dieses Zelts, welches isnpö pwD „Heiligthum" und „Wohnung" genannt wird, erging das Wort Gottes an Moses: »ja -on „sprich zu Israels Söhnen, daß sie für Mich eine Hebe in Empfang nehmen; von Jedermann, den sein Herz zur freiwilligen Spende bewegt, sollt ihr Meine Hebe in Empfang nehmen." Nicht von den Fürsten und Vornehmen, nicht von den Priestern und der geistigen Elite des Volkes — von Jedermann, den sein Herz dazu bewegt, der die Bestimmung des pwv-unpv begreift, soll die in freiem Entschlüsse und edler Begeisterung angebotene Mitwirkung angenommen werden. Denn die in diesem Heiligthum gepredigte Heiligung des ganzen menschlich irdischen Wesens sollte durch das Leben des Volkes in seiner Gesammtheit und seiner einzelnen Angehörigen in allen und jeden Aeußerungen verwirklicht werden und damit die Nähe Gottes, die ru»aty, die Gegenwart Gottes inmitten des Volks- und Privatlebens bewirken. Wie das Herz in dem Körper den Kreislauf des Bluts bewirkt und den Mittelpunkt alles Lebens bildet, so will Gott der Centralpunkt aller menschlichen Verhältnisse sein, daß von Ihm jedes Streben seinen Ausgang nimmt und zu Ihm jedes Wirken hinführt. So lange das Herz pulsirt, so lange ist Leben im Organismus, so lange ist noch Hoffnung vorhanden, daß der Ohnmächtige aus tiefstem Schlummer zu verjüngtem Dasein erwachen wird. iv Din nj»» »jn1). „Ich schlafe, doch mein Herz ist wach", läßt das Midraschwort die iw-i^noia sprechen; iv n"apn ppn p b »iw* »jn, ich war in Egypten dem Todesj'chlaf verfallen und keine Hoffnung auf meine Zukunft, Gott aber wachte, Gott der mein Herz ist, der »pin »pim Dai> -ns, „meines Herzens Hort und mein Antheil ist Gott für und für 2). — mson p »j«, ich lag in Todesschlummer und hatte der Gebote Gottes vergessen, »b 'my tiun mai ba», der Ahnen verdienstvolles Wirken, das nnw mai aber stand mir zur Seite, ->y Din, und mein Herz bleibt wach. — »jk 1) Hoheslied 5, 1. 2) Psalm 73, 21.

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