Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 8 (28.1.1889)
- Date
- 1889-01-28
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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142 auf die Kampfesweise dieses Kämpfen ebenfalls kein sehr vortheilhaftes Licht wirft; von dem Gegenstände der Schrift, über den ich kein Urtheil habe, sehe ich dabei vollständig ab. Es wäre im Interesse des confessionellen Friedens wünschenswerth, wenn solchen Streithähnen der geschwollene Kamm ein wenig gestutzt würde; für die jüd. Viehhändler aber wäre es eine Ehrenpflicht, die sie sich selber schulden, ihre angegriffene Ehrenhaftigkeit öffentlich zu rechtfertigen. Bulgarien. Der Stadtrath der Stadt Jamboli hat die jährliche Subvention der Schule der Alliance isräelite von 600 Fr. auf 1000 Fr. erhöht und zwar auf Anregung zweier jüd. Mitglieder des Stadtraths. Griechenland. Vor Kurzem starb der Rabbiner der jüd. Gemeinde zu Arta und gab der Kriegsminister den Militärbehörden Befehl, bei dem Begräbniß dem verstorbenen Rabbiner die letzte Ehre zu erweisen. Feuilleton. Iie jüd. Gemeinde in Samarkand?) <Nach einem Schreiben der dortigen Cultusvorsteher) (myn ’N’lju2) .N"V’ njjp-IDD rcb q’d1 •anitn nrn imai. iw bhi-6 ma n nv anw ‘i tt twn by |ihrv nb)y nmai /mx t , aus m pN ,jrsn .ujhn mm airiN Lob sei dem Allmächtigen! Er hat seine Güte und seine Treue seinem Volke Israel, das zerstreut, 1) Samarkand ist die heiligste Stadt des Islam in Eentral- Asien, und durfte sie jnoch vor zwanzig Jahren von keinem Christen bei Todesstrafe betreten werden. In ihr liegt auch der große Welteroberer Tamerlan mit seinem Lehrer Scheikh Abu Beko begraben, und jährlich wallfahrten Tausende von Gläubigen zu deren letzte Ruhestätte, ir-67 mußte der Emir von Bokhara die Stadt den Russen überlassen. Der Nebersetzer. 2) Die Juden von Samarkand behaupten, daß sie von den zwei Stämmen Juda und Benjamin abstammen, und daß sie König Nebuchadnezar selbst nach dieser Stadt verbannt habe. Sie behaupten ferner, daß der Strom Gosan (sM TU), der bei den alten Persern Ofku und bei den alten Griechen Oxus hieß, der heutige Amu-Darja sei, und dürste sie hierin auch Recht haben. Als Alexander der Große Samarkand, das damals Marakanda hieß, eroberte, soll dort schon eine große jüdische Gemeinde existirt haben. Historisch erwiesen ist jedoch, daß schon Zwei Jahrhunderte nach der Zerstörung des zweiten Tempels, Juden in Samarkand wohnten. Sie waren daher bedeutend früher dort als der Islam Der venezianische Reisende Marco Polo, der im 13. Jahrhunderte Bokhara und Samarkand besuchte, traf schon blühende Gemeinden daselbst an. Der Uebersetzer. verstoßen und verjagt, in allen Ländern des Weltalls sich befindet, nie entzogen, und der uns täglich und stündlich seine Wunder zeigt und uns so erinnert, daß seine Verheißung: „Und selbst, wenn sie im Lande ihrer Feinde sein werden, will ich sie dennoch'nicht verachten und nicht verabscheuen, um sie gänzlich zu vernichten 2C." noch immer ihm vor Augen schwebt und der noch zu jeder Zeit, wenn wir scholl verzweifelten und.uns fragten, woher soll doch Israels Hilfe kommen, uns Hirten sendete, damit sie uns zu den stillen Wässern geleiteten und unfern Fuß nicht straucheln ließen. ."pao n nw ’rv Der Name Gottes sei gepriesen! Höre und vernimm o weither und verehrter Herr! Russische Blätter brachten uns die Nachricht, daß ein reicher Jude im fernen Abendlande, den sie Baron Moritz Hirsch uenueu und von dem sie auch erzählen, daß er zu jeder Zeit bereit sei, seilten Brüdern, mögen sie nahe oder fern sein, zu helfen, habe nun für die Juden im gesammteu russischen Reiche etliche Millionen Rubel gespendet, um ihre traurige und düstere Lage zu verbessern. Ist dieses auch wahr, o werther Herr 2 Wenn ja, daml höre und verbreite es weiter. Dank dem ewig lebenden Gott ist die Lage unserer Gemeinde, die jetzt gleichfalls zum russischen Reiche gehört, bedeutend besser als früher und alle grausamen Gesetze, Erlasse und Verordnungen, welche unsere früheren Herrscher, die Emire von Bokhara gegen uns geschmiedet haben — zwangen sie uns doch sogar einen Strick um beit Leib zu tragen u\3nDa rpyia vaw — find nun jetzt nichtig und ungiltig (n'b'iD'DDi D'bvD). Nun ist es an der Zeit für uns, an die Verbesserung unserer inner« Lage zu denken und unfern Kindern, um die sich die Emire von Bokhara gar nie kümmerten, liebst der heiligen Thora auch weltliches Wissen beizubringen. Wir wissen wohl, was uns fehlt, jedoch es fehlen uns die Mittel, um unsere Lage zu verbessern. Uns fehlen vor Allem Schuleri für den Unterricht, uns fehlen auch Schulen zum Erlernen eines Handwerkes und ohne solches kann man ja auch die Vorschriften der Thora nicht gehörig erfüllen. Selbst die einfachsten Elementarschulen zum Erler- 3) In dem vom „Israelit" kürzlich veröffentlichten Brief des Grobrabbiners von Bokhara erzählt derselbe bekanntlich, daß die t^mire dieses Landes stets gütige Fürsten den Juden waren. Vinn, >vir wollen in die Worte des Großrabbiners keinen Zweifel setzen, traurig ist es nur, daß die Inden Bot haras noch heute einen Strick um ihren Leib tragen müssen. Der Uetiersetzer.