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Der Israelit · 1889-01-24 · Heft 7 (24.1.1889) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 7 (24.1.1889)
Date
1889-01-24
Page
– (sequence 8)
Language
German
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V~ -ex;?'.i-v-j--. 120 Wenn Sie so freundlich sein wollen, so ändern sie bei der Niederschrift sowohl unseren Namen, als auch den Stand des Verblichenen. Vielleicht können Sie auch den Ort der Handlung verlegen; Sie waren ja jüngst mehrere Wochen in Berlin und werden, was Sie zu dieser Erzählung brauchen, wohl leicht den dortigen Verhältnissen entnehmen können. Ich glaube, daß Berlin eine noch passendere Eoulisse zu diesem Drama abgeben wird, als unser Wohnort. Haben Sie alles demgemäß umgestaltet, so wird kein Mensch uns in Verdacht haben; es sind in diesen Jahren so viele Frauen im deutschen Reiche zu Wittwen geworden, daß man mich nicht herausfinden wird. Sonst aber lassen Sie nichts hinweg und fügen Sie nichts hinzu; es ist ja das Hauptkapitel meines Lebens, das ich von Ihnen geschildert wissen möchte. Leben Sie recht wohl, edler Freund, und gedenken Sie zuweilen nachsichtig derer, die keinen Tag vorübergehen läßt, ohne Sie mit den heißesten Segenswünschen, mit dem innigsten Gebete für Ihr Glück und Wohlergehen, zu erwähnen. Grüßen Sie, bitte, meinen Fritz; ich werde ihm bald schreiben. Wie ich mich schon auf Ihre Geschichte freue! Ich werde sie, als das inhaltreichste Blatt meines Lebens, zu meinem Brautkranze legen. Nun nochmals, Ade! Mit den herzlichsten Grüßen Ihre Ihnen treu ergebene Auguste von Stahlburg, verww. v. Bronnfeld. Sie sehen, gnädige Frau, ich bin Ihrem Wunsche eilig nachgekommen; freilich ob ich die schwere Aufgabe, die Sie mir gestellt, gelöst habe, muß ich leider bezweifeln. Nun, Sie werden meinen guten Willen anerkennen! Als ich diese Blätter meinem Freunde Friedrich vorgelesen und ihn frug, ob er noch etwas hinzuzusetzen hätte, erwiderte er: Nichts weiter, als den heißen Wunsch, daß alle Antisemiten von dieser ihrer Krankheit so gründlich geheilt werden mögen, wie meine Mama, und — lieber Freund — Rede doch weiter, Fritz! Ich wollte auch noch sagen, daß die Juden es sich nichtzu Herzen nehmen mögen, wenn es dann hie und da noch einen antisemitischen Nachzügler gibt. Sie mögen bedenken, daß diese Leute, die nun einmal nicht anders können, als zu hassen, und zu verderben, nichts weiter sind, als eben die Gegner unserer gesunden Entwickelung. Solche Leute ignorirt man, wie die lästigen Fliegen auf dem Wege und setzt seinen Gang unbehindert fort bis zum Ziele. Der deutschen Juden Ziel möge es aber sein, wie das der Andersgläubigen, Deutsche zu heißen und dieses Namens werth zu sein. Wir jungen Leute haben das schöne, große, einige Deutschland von unseren Vätern als Geschenk erhalten, und wir wollen uns dieser edlen.Gabe würdig erweisen durch unsere Liebe, unsere' Hingabe und unserer Opferwilligkeit für dasselbe. Unsere Väter haben das Reich gegründet, wir Jungen wollen, einerlei ob Protestant, Katholik, Jude, oder welcher Abkunft und welches Glaubens immer, in inniger Verbrüderung Zusammenhalten, und indem wir so die Bedingungen zu seinem Dasein geben, mit jedem Ta ge das jungeMeich neu begründen,undGott leihe uns seinen B ei st a nd. »JSraelit* und „Jeschurun" erscheint wöchentlich zweimal, Montags und Donnerstags, jedesmal in mindestens 2 Bogen- Preis deS Jahrgangs für Deutschland und Oesterreich 12 Reichs-Mark, für's Ausland 16 Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Durch Leu Buchhandel k« bestehen bei S. F. Kleinackrr. Lrtpstg, Roßplatz 16. — Inserate 25 Pfennige die dreigespaltene Petitzeile oder deren Raum. — Oestrrreichische Banknoten laut Cours. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 8 fi. österr., für's Ausland 16 Reichs-Mark an die Expedition franco einzusenden. Inhalt (Hauptblatt): Zur Geburtstags-Feier Sr. Majestät des Deutschen Kaisers Wilhelm II. — DDtt'Dl pn — Nachklänge an Hirsch's Wirksamkeit in Ostfriesland. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Mainz. Berlin. Brandenburg a. H. — Feuilleton: Die Brieftasche des Regier ungsrathes. — Inhalt der erste« Beilage: Leitender Artikel: Samson Raphael Hirsch in Frankfurt. — Zeitungsnachrichten und Eorrespondenzen: Deutschland: Halberstadt. Leipzig. — Oester.-Ungar. Monarchie: Wien. — Feuilleton: Eine arabisch-jüdische TrauungSseier in Kairo. — Inhalt der zweite« Beilage: Zeitungsnachrichten und Eorrespondenzen: Deutschland: Würzburg. Mannheim. Künzelsau. Gnesen. Fordon. — Oesterr.-Ungar. Monarchie: Pcsth. — Frankreich: Paris. — Inhalt der Extra-Beilage: Spenden-Verzeichnisse. Verantwortliche Redaction: vr. Lehmann in Mainz. — Expedition des „Israelit" Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirth'schen Hofbuchdruckerei (Oscar Lehman«) in Mainz. Hierzu drei Beilagen.

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