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Der Israelit · 1889-01-24 · Heft 7 (24.1.1889) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 7 (24.1.1889)
Date
1889-01-24
Page
– (sequence 5)
Language
German
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117 seiner Unparteilichkeit nnd der Unbestechlichkeit bei Schlichtung von Streitigkeiten, bei welchen er seine besten Freunde nicht schonte. Wie oft erschien er selbst plötzlich in der Gemeindeversammlung, um den Frieden bei den ihm Unterstellten zu erhalten; und es gelang ihm immer durch den Macht- und Zauberspruch seines Wortes. Galt es aber ein Vergehen zu sühnen, so trat er energisch auf, und seine Maßnahmen zeugten von einer Unerschrockenheit, die ihres Gleichen sucht. So ließ er einst eine Synagoge auf einige Zeit schließen, als ihm von der Störung eines Gottesdienstes Anzeige gemacht wurde, bei welcher es die Vorsteher an der nöthigen Einsicht zur Verhinderung der Streitigkeit hatten fehlen lassen. Im außeramtlichen Umgänge war H. die liebenswürdigste Persönlichkeit, und für Klein und Groß hatte er immer ein erfrischendes Wort. Durch solche Leutseligkeit gewann der Unvergeßliche bald die Herzen Aller, die mit ihm in Berührung kamen, so daß selbst seine anfänglichen Gegner seine begeisterten Freunde wurden. So kam es denn, daß der Tag seines Abschiedes nicht allein für Emden, sondern auch für den gaazen Bezirk ein Tag des Schmerzes war. Seine Abschiedsrede hielt H. nicht, wie berichtet war, am 15. Mai 1846, sondern am 25. April desselben Jahres. Es war am Sabbat nn ino, und der Gefeierte predigte über den ersten Vers der betreffenden Haftora. Seine Einleitungsworte haben sich hier bis auf den heutigen Tag erhalten: sie lauteten: „rin nnn" Morgen ist Neumond, morgen ist die Stätte leer, morgen ist hier kein Landrabbiner mehr! Dunkel wars bei meinem Kommen, doch hell ists heute bei meinem Gehen!" Kein Auge blieb damals thränenleer, und selbst die vielen Nichtjuden, die an jenem Tage seine Zuhörer waren, waren von Wehmuth ergriffen. Nun ist für ihn abermals ein neuer Monat angebrochen; er ist geschieden aus einem alten Wirkungskreise, um einzugehen in jene lichten Gefilde, wo er die Früchte seines Schaffens genießt. Wir aber schließen die Nachklänge mit dem Wunsche -jbdk’ 'n TD3 ipns Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. Deutschland. Mainz, 23. Januar. In der unserer heutigen Nummer beiliegenden Spendenliste des Herrn Bezirksrabbiners Dr. Salven di polemisirt derselbe gegen den Standpunkt, welchen wir unter göttlichem Beistände in den Angelegenheiten der Armen des heiligen Landes nunmehr seit 34 Jahren — lange zuvor, ehe wir uns zur Herausgabe des „Israelit" entschlossen — einnehmen. Diesen Standpunkt können wir kurz dahin präcisiren, daß wir stets bestrebt waren, im heiligen Lande das Studium der Gotteslehre und das Leben nach ihren erhabenen Vorschriften auf der bisherigen Höhe zu erhalten. Die Herren Pekidim in Amsterdam, denen wir im Jahre 1855 die erste größere Geldsendung übersandten, können uns bezeugen, daß wir gar manchen bittern Kampf gekämpft, gar manche unverdiente Anfeindung über uns haben ergehen lassen, um unentwegt auf diesem Standpunkt zu verharren. Auch der unvergeßliche Sir Moses Montefiore hat das in einem Schreiben an uns, welches wir im Jahre 1880 im „Israelit" veröffentlicht haben, ausgesprochen. Wenn nun Herr Bezirksrabbiner Dr. Salvendi in Bezug auf die erhoffte Wirksamkeit des \ynb* Vereins schreibt, daß „neues Leben aus den Ruinen aufblühe n werde", so spricht er damit die Hoffnung aus, daß das eintreten werde, was wir von der Wirksamkeit dieses Vereines befürchten, daß nämlich das Alte zusammenbreche und im heiligen Lande Zustände geschaffen werden, die wir in Europa und speciell in Deutschland so tief beklagen. Dieselbe Befürchtung haben auch die Herren Oberrabbiner von Jerusalem, Raphael Me'ir Panisel, Samuel Salant und Jakob Schaul E l j a s ch a r, in einem Schreiben an uns ausgesprochen. Theure Glaubensgenossen, die Ihr bei jedem Anlässe der armen Brüder und Schwestern im heiligen Lande gedenket, Ihr gebt — wir wissen es — Eure Spenden in der sichern Erwartung, daß jene Armen unablässig sich mit deni Thorastudium beschäftigen Und den Gesetzen unseres Gottes entsprechend leben, nicht aber in der Absicht, daß die jüdischen Bewohner des heiligen Landes allmählich .dem wahrhaften Judenthume entfremdet werden. Fern sei es von uns, behaupten zu wollen, daß die Gründer des p'L p-r^-Vereins eine solche Absicht haben! Allein, die Erfahrungen eines Jahrhunderts haben uns belehrt, wohin derartige Bestrebungen, selbst in der besten Absicht unternommen, zu führen pflegen. — Ueber die Chalukah und deren Empfänger zu spotten, ist nicht schwer. Allein diese Chalukah, von Rabbi Hirsch Lehren im Einvernehmen mit dem Londoner Oberrabbiner Salamon Hirsche! vor mehr als 70 Jahren begründet, hat während dieses langen Zeitraums unendlich viel Gutes gestiftet; ihr ist es zu der-

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