Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 7 (24.1.1889)
- Date
- 1889-01-24
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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116 menhielten.?yi rinnen, Sittenlosigkeit führte stets zu vvn, zu Gewalt und Unrecht. btntrb vöbjhdi r>pn apjr^ voytmö, tönt das Psalmenwort. Gott hat Sein Wort Jakob kundgethan, Sein Sittengesetz und Seine Rechtsordnungen Israel. Nur in dem von dem Geiste des Gottesworts getragenen Menschenkreis gelangt das wahre Recht, die von Gott eingesetzte Rechtsordnung zur Entfaltung und schaffet den Frieden zwischen Mensch und Mensch und sichert den Frieden zwischen Volk und Volk. Die Zeit wird endlich doch kommen, in welcher die gesammte Menschheit sich unter das Gesetz Gottes stellt, wo nicht mehr gehört wird auf die Stimmen der Leidenschaft in der Brust des Menschen, in welcher in freiwilligem Gehorsam der Mensch sich seinem Schöpfer wieder zuwendet und Sein Gebot der Sitte und des Rechts die einzige Grundlage für die Gestaltung aller menschlichen Verhältnisse bildet. Dann wird wiederum die Erde zu einem Paradiese, in welchem nur glückliche Geschöpfe sich ihres Daseins freuen vor dem Angesichte Gottes: .nruw pj» iwi W' nnoBn ptw WachKkänge anKirsch's Wirksamkeit in Wfrieskand. Aurich, 16. Januar. Die Nachricht von dem Tode des unvergeßlichen Rabbiners Hirsch hat auch in Ostsriesland in vielen Kreisen wahre und tiefe Trauer hervorgerufen; denn das Andenken an den nunmehr Verklärten lebt fort in den Herzen seiner ehemaligen Freunde, obschon Raum und Zeit eine weite Kluft zwischen ihm und uns geschaffen hatten. Aber wer nur je das Glück gehabt, mit H. durch persönlichen Verkehr in Berührung gestanden zu haben, wer je durch den Zauber seines Wortes hingerissen worden, mochte es nun von der Kanzel herab oder in der gewöhnlichen Unterhaltung sein, der trug unwillkürlich ein unauslöschliches Angedenken davon, das vom Strom der Zeiten so leicht sich nicht hinwegschwemmen ließ. Kein Wunder, wenn man darum bei uns noch heute so oft und gerne die Wirksamkeit H.'s sich erinnert und manches seiner Worte mit eisernem Griffel sich eingegraben hat in die Herzen seiner Hörer. Es dürfte nun wohl von Interesse sein, dasjenige, was man sich von dem ehemaligen Landrabbiner von Aurich-Osnabrück erzählt, der Oeffentlichkeit zu übergeben: In den jüngsten Darstellungen über H.'s Leben hieß es zu wiederholten Malen, daß H. in Emden einstimmig zum Landrabbiner erwählt worden. Dies könnte den Glauben erwecken, als ob hier der Ankunft H.'s auch mit solchem Jubel wie in Nickolsburg entgegengesehen wurde, und als ob diese Wahl zur Zufriedenheit aller Betheiligten erfolgt sei. Dem ist aber nicht so. Es soll sich vielmehr in der damaligen Zeit um H. und den früheren Oberlehrer und Prediger Dr. Lippmann ^"sn zu Aurich, ein harter Wahlkampf in einigen Gemeinden und namentlich in Emden, wo man in den tonangebenden Kreisen von H. durchaus nichts wissen wollte, abgespielt haben. Die Parteien standen sich einander ziemlich feindlich gegenüber, und die Wogen des Kampfes arteten nicht selten in arge Handel aus. Die Wahl selbst fand in Aurich im ehemaligen Amthause in der Norderstraße statt; zu derselben hatten die betheiligten Gemeinden ihre Abgeordneten entsendet. Nur Emden war bei dieser Gelegenheit nicht vertreten. Als die ersten neun Stimmen sämmtlich für H. abgegeben waren, äußerte der Oberamtmann Zimmermann, der die Wahlhandlung leitete und ein äußerst jovialer Herr war: „Meine Herren, der Hirsch ist gefangen!" Sofort verließ einer der Abgeordneten, Oppenheimer aus Esens, das Wahllokal, warf sich ans sein Pferd und ritt eilends nach Oldenburg, um dem Landrabbiner das Ergebniß der Wahl mitzutheilen. Vergebens versuchte man von einigen Seiten die Wahl für ungiltig zu erklären; die Regierung wies alle dahingehenden Gesuche ab und bestätigte die „einstimmig erfolgte Wahl". Bald darauf verließ Hirsch, begleitet von den Thränen und Segenswünschen seiner bisherigen Gemeinde, die kleine Residenzstadt Oldenburg. Aber die Gegenpartei, besonders in Emden ruhete nicht; sie suchte durch Schmähungen und Verdächtigungen die Stellung des H. zu untergraben. Man konnte es H. nicht verzeihen, daß er modern gekleidet erschien, und betrachtete ihn lange mit mißtrauischen Augen. Bald aber überzeugte man sich, daß das Mißtrauen, welches man H. von einigen Seiten entgegenbrachte, ungerechtfertigt war, denn man sah und erkannte, mit welcher Begeisterung der neue Rabbiner seines Amtes waltete, und welch hohen Begriff er vom Judenthum und unseren heiligen Geboten Hatte, und wie er sein Bestes daran setzte, diese Ueberzeugung auch auf die ihm unterstellten Gemeinden zu übertragen. Davon zeugen noch heute seine mannigfachen Erlasse, die er in Betreff des lyna nfo, der Schechita - Angelegenheiten und der Gemeindeinstitution zur Beherzigung an die Betheiligten richtete. Noch heute spricht man von