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Der Israelit · 1889-01-14 · Heft 4 (14.1.1889) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 4 (14.1.1889)
Date
1889-01-14
Page
– (sequence 11)
Language
German
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67 weiser Unterstützung des Kultus- und Unterrichtsministeriums in ungarischer Sprache, versehen mit lehrreichen literarhistorischen Notizen, herausgegeben. Der dritte Band, mit dem das verdienstvolle Werk zugleich seinen Abschluß findet, befindet sich schon unter der Presse. Wir wünschen, daß sich dieses lehrreiche Werk auch in unserer Landessprache eines großen Leserkreises erfreuen möge. Dr. Joseph R e i n itz, Ritter des Franz Joseph- Ordens , erlag vergangene Woche einem acuten Lungenleiden. Der Verstorbene gehörte zu den renommirtesten praktischen Aerzten unserer Hauptstadt und erfreute sich der allgemeinen Achtung und Sympathien. Im Theresienstädter Bezirk genoß Dr. Reinitz das hohe Vertrauen seiner Mitbürger, er war wiederholt Parteipräsident im Bezirk, war auch von dem Bezirk in die hauptstädtische Repräsentanz gewählt worden und fungirte als Präsident des Theresienstädter Schulstuhles. In früheren Jahren bekleidete Dr. Reinitz die Stelle des Primararztes bei dem Kaufmännischen Verein für Krankenpflege und am Kaufmännischen Spital, in welcher Eigenschaft er sich große Verdienste erworben hatte. Weiter gehörte derselbe dem Mädchen- Ausstattungsvereine seit vielen Jahren als Vicepräsident, dem Ausschüsse der isr. Kultusgemeinde und den Verwaltungen zahlreicher Wohlthätigkeitsvereine als Funktionär an, die allesammt ein eifriges und hingebungsvolles Mitglied verlieren. An der Bahre beklagte Rabbiner Dr. Kohn den Verlust eines unserer Besten. Ehre seinem Andenken, Friede seiner Asche, rrasan Aus Anlaß des 40jährigen Jubiläums Sr. Majestät fand in allen Gotteshäusern Festgottesdienst statt. Jüngst gelangte auf dem Wege des Ministerims die Nachricht nach Galgöer — so schreibt der „Pesther Lloyd" — von dem in Nangasaki in Japan erfolgten Tode des durch seine Sonderbarkeiten bekannten Moritz Diamant. Sein Leben war reich an Wechselfällen und Erschütterungen. Er zeichnete sich besonders durch sein Reimtalent aus. Bei seinem Geschäfte, ferner als Vorsitzender bediente er sich stets der gebundenen Rede. Er war oft zu Aristokraten gerufen, welche er durch sein nicht alltägliches Talent und seine komischen Einfälle erheiterte. Sein Wandertrieb ließ ihm keine Ruhe. Er verließ Weib und Kind und reiste nach Jerusalem, wo er bald an die Spitze der österr. und ung. jüdischen Gemeinde gestellt wurde. Auch hier ließ es ihn nicht lange ruhen; er schied sich in absanti durch die Vermittlung eines ung. Rabbiners von seinem Weibe und durchstreifte zu Wasser und zu Lande Persien, Vorderuud Hinterindien, einen Theil von China und kam schließlich nach Nangasaki, woher die Nachricht von seinem Tode kam. Das ung. Amtsblatt veröffentlicht die Ernennung des Richters an der Budapester kön. Taftl Dr. Ignaz Neuberger zum supernumerären Richter an der kön. Kurie. Unser Glaubensgenosse Neuberger, der heute im Alter von 45 Jahren steht, hat seine verhältnißmäßig so rasch gemachte Karriere der außergewöhnlichen Gewissenhaftigkeit und dem unermüdlichen Fleiße zu danken, die ihn jederzeit in so hervorragender Weise ausgezeichnet haben. Er betrat die richterliche Laufbahn als Bezirks-Richter in Nagy-Biese, avancirte dann in kurzer Zeit zum Richter am Gerichtshof zu Prencfin und vor etwa zwölf Jahren zum Richter an der kön. Tafel, wo er stets zu den pflichttreuesten und ob seines lautern Eharacters geachtelten Mitgliedern zählte. Seine Ernennung wurde in richterlichen Kreisen überall mit allgemeiner Anerkennung ausgenommen. E. Bl. Neuhäufel, 10. Januar. Es freut mich, berichten zu können, daß auf Initiative des Herrn Rabbinatsverwesers Jg. Kramer und des Hauptschullehrers Herr Gustav Neufeld sich hier ein Verein unter dem Namen njn nn gebildet hat, dessen Zweck ist, jüdisches Wissen zu pflegen und Interesse für Judenthum zu wecken und zu erhalten. Zu diesem Behufe werden jeden Samstag Vorträge gehalten werden über rron, über jüdische Moral und jüdische Interessen. Auch werden die gelesensten jüdischen Zeitungen des In» und Anslandes gehalten werden. Wohl heißt es auch hier nvn lyuD -jrvtwn aber unter göttlichem Beistände und warmer Unterstützung unserer Gemeindemitglieder soll der Verein blühen und segensreiche Früchte tragen. Ben Mordechai. Schweiz. Bern, 10. Januar. Ergebniß der Schweizerischen Volkszählung vom 1. Dezember 1888 in Bezug auf Israeliten: 1888: 8386, 1880: 7373, somit Vermehrung 1013. Rußland. J-a. B-l. St. Petersburg Der hier erscheinende „Hamelitz" schreibt in seiner Nr. 281 vom 22.IS. Dezember Folgendes: „Es sind hier zwei Bevollmächtigte des Barons Moritz Hirsch, nämlich die Herren Marquis Abjoix und unser Glaubensgenosse Lehmann eingetroffen, um die mit

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