Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 4 (14.1.1889)
- Date
- 1889-01-14
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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66 der oben citirten Gesetzesstelle, verpflichtet wäre den begüterten Vater zur Versorgung des Thora-Unterrichtes mit seinem Vermögen anzuhallen, hat in allererster Linke die Vermögenskräfte der Begüterten für den Thora-Unterricht ihrer eigenen Kinder und dann erst für den der Armen in Anspruch zu nehmen. So gewiß aber unfern Thora-Lehrhäusern eine größere Heiligkeit als unfern Gotteshäusern innewohnt^und wir allenfalls alle unsere Synagogen in Thora-Schulen umwandlen dürfen (Orach Chajim 153. 1) ja alle unsere min nso wenn es sein muß, zur Bestreitung des Thora-Unterrichts verkaufen dürfen (I. D. 270. 1) so gewiß steht die Fürsorge für den Thora-Unterricht der Reichen und Armen nicht nur der Fürsorge für alle anderen Gemeinde-Obliegenheiten gleich, sondern übertrifft an Dringlichkeit und Ernst der Verantwortung sie alle, denn Synagogen und alle andren religiösen Gemeinde-Institutionen haben ja allen Werth verloren, die Pracht und der Reichthum unserer »na nvDJD und min nsD wären ja eine Ironie aus deren Bedeutung und Inhalt, wenn wir nicht für Schulen sorgen, in denen unsre Kinder, mit Geist und Herz für das Judenthum gewonnen, zu jüdischen Menschen erblühen, die in diesen nroia ma für diese mm und alle ihre Institutionen mit Verftändniß nnd Begeisterung sich dem wahrhaften Gottesdienste eines pflichtgetreuen jüdischen Lebens weihen. Was aber zu allen Zeiten eine Wahrheit war, das gewinnt für die Zeit unsrer Gegenwart, ja eine noch unvergleichliche höhere Bedeutung. Die heilige Sache unsres Judenthums ist ja rn völlig preisgegeben, wenn es nicht gelingt, die Kinder der Reichen für rmajn min zu begeisteren und zu echten crnn' heranzubilden, für sie hat ja die Zeit die allergrößten Verlockungen, sie gehen ja am allerersten dem Judenthum verloren, wenn sie nicht durch den erleuchtenden und erwärmenden Geist der.min gründliche Kenntniß und dadurch Achtung und begeisterte Liebe für die Hoheit unsrer verkannten und aus Unkenntniß im Leben verschmähten min gewinnen. Nur durch minn moV sind sie zu retten und erst wenn wieder unsre D\rsp und ihre Kinder ihren Stolz darin setzen mm \n und nnota minn narv zu sein, wird auch unsrer Mittelstand der Treue an Gott und sein Gesetz erhalten bleiben, und wird auch der leitende Einfluß in unseren Gemeinden nur Männern in Händen kommen, die mit Geist und Begeisterung für die mm und ihre Institutionen cinstehen. In unsrer Zeit ist die Sorge für min mo^n der Armen eine Wohlthat, die Sorge für nv^n min der Reichen aber eine rettende That für Gott und sein Gesetz. Möge Ihr Gemeinderath diese große rettende That für Ihre Gemeinde vollbringen und Gott zu Allem seinen Beistand und Segen verleihen. Frankfurt a. M., 29. Mai 1873. Mit vollkommener Hochachtung und Ergebenheit Rabb. H i r s ch. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Eisenach, li. Januar. Am 23. Dezember feierte Herr Sal. B a ck h a u ß hier sein 25jähriges Jubiläum als Vorsteher der hies. isr. Gemeinde. Der Herr Landrabbiner Dr. Salzer war hierhergekommen, um dem Herrn Jubilar persönlich zu beglückwünschen. Am Vorabend des Jubeltages überbrachte der Synagogenchor dem Herrn Backhauß ein Ständchen. Am Jubeltage erschienen Deputirte und Lehrer und überbrachten Namens der Gemeinde einen Pokal als Zeichen der Verehrung. Auch der Herr Bezirksdirector, Freiherr v. Beust, als Vertreter der Aufsichtsbehörde, beglückwünschte den Herrn Jubilar Namens der Regierung. Möge unserm geliebten Herrn Vorsteher, welcher augenblicklich krank ist, eine recht bald völlige Genesung und noch viele Jahre der Freude und des Glückes beschieden sein. I. H. Oesterr.-Uugar. Monarchie. Budapest, 14. Dezember. Fräulein Therese Brüll aus Wien, Nichte des Herrn Josef und Bernhard Deutsch de Hatoon hat, wie das „Neue Politische Volksblatt" berichtet, zum Andenken ihrer verstorbenen Eltern Samuel Brüll und Ern e ft t ii e geb. Deutsch den Betrag von 5000 fl. in 5°/0 ung. Papierrente dem Strader israel. Waisenhause — einer Stiftung ihres Großvaters Ignatz Deutsch — mit der Bestimmung gespendet, daß die Zinsen dieses Eapitals entweder für das Waisenhaus oder zur ferneren Ausbildung fleißiger und begabter Zöglinge, welche nach Erreichung des vorgeschriebenen Alters das Waisenhaus verlassen, verwendet werden sollen. In Becskerek erschien dieser Tage das Schlußheft des zweiten Bandes des „T e v e l y g ö k Utmutüja" („Führer des Verirrten"). Dieses vielbewunderte Werk des Maimonides hat der gelehrte Rabbiner Dr. M. Klein mit theil-