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Der Israelit · 1889-01-14 · Heft 4 (14.1.1889) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 4 (14.1.1889)
Date
1889-01-14
Page
– (sequence 4)
Language
German
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60 gäbe einer im Besitze der Familie sich befindlichen, vor wenigen Jahren hergestellten Photographie (Brustbild) und vergegenwärtigt uns in lebensvoller Darstellung die charakteristischen und imposanten Gesichtszüge des Verstorbenen. Die vielen Freunde linb Verehrer desselben werden sich gewiß die Gelegenheit nicht entgehen lassen, sich in den Besitz eines Zimmerschmncks zu bringen , das die lebenstrene Züge des großen Kämpfers für der Juden Heiligstes auch den spätem Geschlechtern anfbewahrt unddessen billiger Preis bei schönster Ausführung und in einer Größe von 40 ans 53 Centimeter (2 Mark) die Anschaffung den weitesten Kreisen ermöglicht. Cöln. Dem Rechenschaftsbericht des Vereines des jüdischen Lehrer - Seminars in Rheinland zu Cöln für 1887, das 21. Jahr seines Bestehens, entnehmen wir: Zu unserem schmerzlichsten Bedauern waren wir wegen wiederholter Scharlachfälle und Halsentzündungen auf ärztliche Anordnung geuöthigt, das Seminar am 26. Dezember 1887 zu schließen und die Zöglinge vorläufig in die Heimath zu entlassen. — Erst am 15. April 1888 konnte der Unterricht wieder beginnen. Der größere Theil derjenigen Zöglinge, deren Ausbildung ohne jene uothgedrungeue Unterbrechung des Unterrichts mit dem Schluffe des Sommersemesters vollendet gewesen wäre, muß das Seminar noch ein weiteres Semester besuchen. — Ans gleichem Grunde müssen wir den Beginn des Schuljahres vom Herbst auf das Frühjahr verlegen. — Nur drei Zöglinge wurden in die Praxis entlassen, deren zwei sind freiwillig ausgeschiedeu, und drei neue Aspiranten wurden im Laufe des Jahres ausnahmsweise ausgenommen, so daß das Seminar jetzt von 26 Zöglingen besucht wird. Möge die himmlische Vorsehung, welche so lauge schützend und segnend über unserer Anstalt waltete, uns vor ferneren Störungen und Heimsuchungen gnädig bewahren, und uns durch die Gunst unserer Freunde die Möglichkeit gewähren, einer größeren Anzahl von strebsamen Zöglingen die Wohlthat der Aufnahme und der Ausbildung zu einem ehrenvollen und gemeinnützigen Lebensberufe angedeihen zu lassen! Insbesondere bitten wir wiederholt und dringnd, uns die Mittel zur Errichtung einer Präparandeu- Anstalt darzubieten, in welche die Zöglinge in einem früheren bildungsfähigeren Alter eintreten könnten, um für das Seminar und im Sinne desselben nach einheitlichem Plane unterrichtlich und erziehlich vorgebildet zu werden. Mögen die Reichbegüterten sich selbst oder ihren Heimgegangenen Angehörigen zu ihrem ewigen Seelenheile ein dauerndes, ehrendes Denkmal unter ihren Glaubeusbrüdern errichten, indem sie unserer Pflanzstätte altjüdischer Frömmigkeit und Glaubenswissenschaft im innigen Vereine mit neuzeitlicher Bildung durch fromme Stiftungen bedenken. — Unsere Einnahmen haben sich gegen das Vorjahr leider um ea. 7000 Mk. verringert (von 39004, auf 320 57) die Ausgaben sind in Folge erhöhter Frequenz des Seminars um ea. Mk. 2635 (von 27007 auf 296 92) gestiegen. An alle unsere Freunde lvendeu wir uns inständig bittend, der guten Sache ihr Wohlwollen zu erhalten, und durch größere Zuwendungen, durch Gewinnung nener Förderer und Gönner unsere hochheiligen und Humanitären Zwecke zu unterstützen. Die sich stetig vergrößernden Anforderungen an die Anstalt, die erhöhten Ausgaben für Unterricht nnd für den Unterhalt der Schüler, rechtfertigen unsere dringende Bitte um fernere hochherzige und ausreichende Förderung unserer guten Sache. Marburg, 7. Jan. Am Freitag stand vor dem hiesigen Amtsgericht Termin gegen Dr. Böckel an. Derselbe war von seiner ehemaligen Haushälterin Eva Hilgert auf Zahlung von Alimenten für seinen ans dem intimen Verkehr mit ihr entsprossenen Sohn, die er in Höhe von 30 M. per Monat bis zu dessen 14. Lebensjahre versprochen hatte, verklagt worden. Böckel war nicht erschienen, sondern ließ sich durch seine ihm vor noch nicht einem Jahre angetrante, vor wenigen Wochen mündig gewordene Gattin vertreten. Die Vertreterin schützte Namens ihres ehelichen Mandanten vor, das Versprechen sei in Unkenntniß des Gesetzes gegeben worden. Behufs Vernehmung weiterer Zeugen wurde die Verhandlung vertagt. Oesterr. - Ungar. Monarchie. Altofen. In dem zumeist von Arbeitern bewohnten hauptstädischcn III. Bezirk (Altofen) herrscht unter der armen Bevölkerung Noth und Elend. Um diese nach Möglichkeit zu lindern, haben sich einige wackere Damen zusammeugethan und gründeten vor Jahresfrist den Altofner isr. Frauenverein, welcher — klein und unansehnlich im Beginn — sich bereits lebensfähig zeigt. Im Gemeindesaale hielt gestern dieser junge Verein seine erste ordentliche Generalversammlung. Den Vorsitz führten der Oberrabbiner Dr. Julius Klein als

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