Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 3 (10.1.1889)
- Date
- 1889-01-10
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2446951-2447947-2447951--27829-2475481- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
47 Norduud Süddeutschland zahlreich eiugegangenen Gratulationen auch nur einigermaßen skizziren. Nicht unerwähnt soll jedoch bleiben, daß die früheren Schüler des Jubilars durch eine Deputation demselben ein Sparkassenbuch über den Betrag non fünfhundert Mark als Festgeschenk überreichen ließen. Indem wir hiermit unfern Bericht über ein Fest, welches in der Erkenntniß der ernsten und strengen Erfüllung aller wechselseitigen Pflichten zwischen Lehrer und Gemeinde seine Basis hatte, schließen, fühlen wir uns verpflichtet, dem einmüthigen Urlheile aller auswärtigen Festtheilnehmer Ausdruck zu verleihen, daß die Gemeinde Ahlen sich an dem Jubeltage ihres Lehrers in der schönsten Weise gezeigt und anderen Gemeinden für ähnliche Fälle als Musterbeispiel hingestellt zu werden verdient. . . . u. England. London, 7. Januar. Mit großem Bedauern habe mitzutheilen, daß Herr Dr. A s h e r, der Sekretair des Counicil der United Syngogue seinen schweren Leiden erlag und soeben verschied. Der Dahingeschiedene wird allgemein betrauert. Derselbe war der fähigste Beamte der Gemeinde, vielfach gelehrt, pflichtgetreu im strengsten Sinne und allgemein beliebt. Portsmouth, 7. Januar. Am 29. v. M. jnw 'd p"p verschied hier Herr Ald e r ma n (lebenslängl. Stadtrath) E. Emanuel im reifen Alter von 81 Jahren. Der Verblichene war eine Zierde nicht nur der hies. israel. Gemeinde, deren Ehrenmitglied er war, sondern auch der ganzen Stadt, zu deren sanitären Verbesserung, Erweiterung und Verschönerung 'er ungemein viel beigetragen hatte. Er war Bürgermeister im Jahre 1866 und wurde später zum Friedensrichter (Justice of the Peace) ernannt. In dieser Eigenschaft sowohl als in der eines Ortsschulrathmitgliedes erwarb er sich die allgemeine Hochachtung und Liebe. Bei seinem großen Reichthum und den intimen Verbindungen, die er mit den hohen und höchsten Behörden unterhielt, war er ein treuer Anhänger des orthodoxen unverfälschten Judenthums, niemals an Sabbaten und Festtagen sein Richteramt verwaltend, oder an öffentlichen, offiziellen kirchlichen Prozessionen (wie hier üblich sind) theilnehmend. Dabei war er sehr leutselig und wohlthätig gegen Arme ohne Unterschied der Religion. Für seine Bescheidenheit spricht der Umstand, daß er die ihm vor mehreren Jahren angebotene Erhebung in den Ritterftand ablehnte, zufrieden mit dem Selbstbewußtsein, Gutes gestiftet zu haben. Sein Hauptstreben war, den Namen Jude zu Ehren zu bringen und für die Ehre seines Volkes einzutreten. Er war, so lange es seine Gesundheit erlaubte, ein regelmäßiger Besucher des Gotteshauses, dessen Renovirung und Dekorirung mehrmals auf seine eigenen Unkosten vorgenommen wurde. Als Patron der israelitischen Religionsschule bereitete er oft der Schuljugend manches kostbare Vergnügen, und kurz vor seinem Tode schenkte er der Gemeinde eine prachtvolle, gebaute Succah. Das Leichenbegängnis fand am 31. v. M. unter sehr zahlreicher Betheiligung fast sämmtlicher Bürger statt. Der Bürgermeister (Mayor) und der gesammte Gemeinderath waren im Friedhofe anwesend, und Alle sprachen sich über den ^großen Verlust aus, den die Stadt und Umgebung erlitten hat. Als ehrende Anerkennung und bleibende Erinnerung wird eine neue Hauptstraße hier mit seinem Namen (Emanuelstraße) benannt. Der Verblichene erfüllte buchstäblich das Gebot: ns anvip »off. „Friede seiner Asche!" Als Nachtrag zu meinem jüngsten kurzen Berichte über die Jubiläumsfeier des Herrn Moses Angel, Direktor der jüd. Freischule in London, habe ich noch folgendes zu bemerken: Der Lehrkörper der Schule, vertreten durch den Vice-Direktor Herrn L. B. Abrahams überreichte dem Jubilar eine prachtvolle silberne Vase mit passender Inschrift und ein schönes schwer versilbertes Tafelgeschirr. Ein Schulknabe hielt im Namen der gesummten Schuljugend, 350 Zöglinge beiderlei Geschlechts, eine herzliche Ansprache an den Gefeierten und begleitete dieselbe mit einem Geschenke der Kinder von zwei prächtigen sechs Fuß hohen Teleskop-Lampen. Die Lehrer anderer jüd. Schulen in London übergaben eine herrliche illuftrirte Adresse und der Widmung einer den Namen des Jubilars tragenden Schulstiftung für verdiente Schüler. Unter den Sprechern war Lord Rothschild, Herr Dr. H. Adler, der Ex-Unterrichtsminifter Mundella, Schulinspektor Aldis u. m. A. alle die großen Verdienste Angel's um die Schule und Jugend hervorhebend. Letzterer dankte in tiesgerührten Worten und von Thränen halberstickter Stimme nnd sagte unter Anderem, sein Gebet zu Gott gleiche dem unseres großen Lehrer Moses, deßen Name er trage, daß, wenn er nicht mehr sein werde, Gott einen Mann für die Schule bestelle, der deren Angelegenheiten eben so theuer, wie er, am Herzen haben möge. — dem Verdienste seine Krone! a'3-n »pnirai j?»pn iriw nirw a^stnsm n. .iyi