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Der Israelit · 1889-01-07 · Heft 2 (7.1.1889) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 2 (7.1.1889)
Date
1889-01-07
Page
– (sequence 11)
Language
German
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«M MW Joscf Balter wurde von einem gewissen Joan Pistea (Christ) int Hause seines Vaters erschossen. Der Unglückliche starb nach qualvollen Schmerzen. Aus dem in der Stadt fließenden Wasser wurde ein unkenntlicher Mann herausgezogen, der darin ertrunken ist. Bei der Gelegenheit anwesende Christen riefen „Hurrah, ein Jude ist ersoffen!" Nach dem jüdischen Friedhof überführt, stellte es sich aber heraus, daß cs ein Christ war. Der Kommissar (Reviermeister) des 8. Viertels I. D. Jonescu, der erst kürzlich in dieser Eigenschaft ernannt und von Bukarest nach Piatra versetzt wurde, läßt gewissen, d. h. vermöglichen Israeliten dieser Stadt eine sehr schlechte Behandlung zn Theil werden. Um seinen Chikanirungen zu entrinnen, war der Kaufmann Schmilowicz gezwungen, ihm 40 Frcs. zu geben. Es ist die alte Geschichte: zum Melken sind die — Inden da! — Angeblich sollte dieser Tage wieder ein „Kongreß" der rumänischen Antisemiten stattfinden. F r a n k r c i ch. Paris. Gegen die Lifte, welche das Buch des Herrn Leon Kahn von den jüdischen Celcbritäten von Frankreich ausgestellt und nach ihm der „Figaro" und auch wir wiedergegeben haben, sind vier Reclamationen eingelaufen, von welchen die bedeutendste gegen die Anführung der berühmten Malerin RosaBonheu r lautet, die niemals Jüdin gewesen. Es ist uns stets unangenehm, wenn auf solche Weise dem Jndenthum Personen zugeschricben werden, die ihm niemals angehörten. Allein Jrrthümer müssen verziehen werden, und die vier Reclamationen bezeugen die anderweitige Nichtigkeit der Liste. („Allg. Ztg. des Jndenthums".) A f r i k a. Tunis, im Dezember. Der moderne Antisemitismus, der bekanntlich Berlin seine Vaterstadt nennt, in der jedoch sein Ansehen schon abzunehmen beginnt, macht jetzt eine Rundreise durch die Welt, auf der er soeben in unserer Stadt eingetroffen ist. Er gab hier seine Visitkarte in Form eines Wochenblättchens ab, das sich „Hasbah" nennt und sich rühmt das Organ des famosen Herrn Drumont und des nicht minder berühmten Cardinals Lavigerie, des gewaltigen Agitators gegen den Sklavenhandel, zu sein. Gleich in seiner ersten Nummer veröffentlichte dieses Blättchen, das sich erst wenige Tage seines Daseins erfreuet und das voraussichtlich baldigst wieder verdorren wird naN ni?P pi rrn PP p einen höchst verleumderischen Artikel gegen die Inden in unserer Stadt und dem ganzen Beylik, der die Aufschrift: „Les sangsues de Tunis (Die Blutegel von Tunis)" trägt und der förmlich die Aufforderung zur Vertreibung der Juden aus dem ganzen Lande enthält. Der Wahlspruch dieses Blättchens, das wirklich auch einem Haman alle Ehre gemacht hätte, lautet: „Antisemit juive“. dem dann folgendes Epigraph folgt: „Voyant que Tunis n’a aucun animal nuisible. le diable lui envoya le juif“, was zu Deutsch heißt: „Da der Teufel sah, daß Tunis kein schädliches Thier besitzt, so schickte er ihm den Juden." Dieses neue Organ der modernen Hamaniden erscheint immer am Samstag trpp naw -naa^ — wahrscheinlich hat es darauf abgesehen, den Juden ihre Sabbatruhe zu vergällen — worauf es Sonntag von den hier lebenden Franzosen, wie ein saftiger Braten, mit wahrem Heißhunger verschlungen wird. Hier ist nämlich das Wort Franzose gleichbedeutend mit Antisemit, da die Söhne der „grande nation“, hier in Tunis die größten Judenfresser sind und dieses durchaus nicht aus religiösen Motiven, sondern der schmutzigsten Habgier wegen, da die Herren Franzosen an den Juden unseres Landes Leute gefunden haben, die es in Geschäftskenntniß und Handelsgeist mit ihnen aufnehmen. Feuilleton. Die jüdische Gemeinde in Isfayau. (Nach einem Lchreiben des dortigen Muley El-Kcbir (Großrabbincrs) Abraham Ben Jecheskel. 0 .rjira :“i2“v nsq'i N'nn pxa pnsr jnn nnoa pnsss na ana: iw prn pinx vrbw manan ü'iyv nxa N'nn .Pan a’D-'&n N"a *a "'D n"*ni"an"ai njs? tnn ■->:."ui nmnn nncn P n^N L"N^7 an cPsy "n nwL" .n"'3N nnan mxa tn- •ja: vja “nP xan «p pann xnnxa pPsn iB"BH*n*N irxn by c'cn vn* prr cPt&Tn crnn rp xjd’ pps? irra .psn ’n’ p jON Diese Zeilen sind bestimmt, Dir mitzutheilen, daß Dein Schreiben mit der kurzen Auskunft, die Du uns darin crtheilst, richtig und gehörig hier in Jsfahan eingetroffen ist, und freueten wir uns desselben ungemein, und unsere Lustigkeit darüber war so groß, wie die, welche einst unsere Väter beim Wasserschöpffeste in Jerusalem gezeigt haben. 1) derselbe führt zugleich auch den ’litel Roich-Jeschibah (überhaupt des rehrhauses), da unter seiner Leitung zahlreiche Jünglinge (Bachurim) den Talmud und dessen Kommentatoren ttudiren. Aus der Jeschibah in Jsfahan sind schon viele berühmte Rabbiner Persiens und Bokharas hcrvorgegangen. Der Uebersetzer.

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