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Der Israelit · 1889-01-02 · Heft 1 (2.1.1889) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 1 (2.1.1889)
Date
1889-01-02
Page
– (sequence 13)
Language
German
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;^.».Wr^V^*5- 13 War die Frucht feiner dort augestellteu Forschungen. Einer seiner besten Romane: „Altiora peto,“ erschien 1882. In „Mafollam" tritt das spiritistische und mystische Element seines Charakters zu sehr in den Vordergrund, und dasselbe ist mit seinem letzten Buch: „Wissenschaftliche Religion", der Fall, das sich aus diesem Grunde keiner großen Beliebtheit erfreute, obschon Oliphant selbst es als sein wichtigstes Werk erklärte. Er hatte viele Freunde, die ihn alle sehr hoch schätzten, und den Adel seiner Gsinnung, die Selbstlosigkeit seiner Ziele freudig anerkannten. Er batte eine stark markirte Individualität : größere Entschlossenheit und geringere Einbildungskraft würden ihn zu einem großen Mann gemacht haben, aber die Mitwelt wäre darüber ärmer geworden. Er starb an einem Lungenkrebs im 59. Lebensjahre. Er war 1829 geboren. F r a n k r e i ch. Paris, 19. Dezember. Zn meinem Erstaunen sehe ich, daß man mein Merkchen *) als Gegensatz zu der schönen Erfindung des geehrten Herrn Dr. Cahn hinftellt. Ich habe schon oft erklärt und erkläre es hiermit nochmals, daß jeder Mohel, der das Mezizah-Röhrchen benützt, ganz vollkommen dem „Din" und der Medizin gegenüber seine Pflicht erfüllt. — Aber der jüdische Arzt und der Rabbiner haben ein höheres Ziel zu erreichen; sie müssen dem Mczizah-Verbote selbst energisch entgegentreten, um der Welt die Beweise zu liefern, daß das Verbot auf Jrrthum und Vorurtheil beruht. — Schon haben hervorragende Gelehrte wie Elsenberg, Reverdin u. A. m. die gegen Mezizah austreten, anerkannt, daß die Syphilis-Fälle, welche bis vor zwei oder drei Jahren als Grund des Mezizah-Verbotes angegeben wurden, durchaus falsch waren; heute handelt es sich um Tuberculose, bei welcher noch nie eine Impfung auf offener Wunde gelungen ist. — Sogar die hier letzten Sommer vom Consistorium zusammenberufene Commission der bedeutendsten Chirurgen konnten mir nicht bestimmen, welche Gefahr sie eigentlich der Mezizah znschreibeu. — Diese Thatsachen zu veröffentlichen ist der Zweck meines Merkchens. — Durch mein langjähriges Streben ist es mir bereits gelungen, daß hierselbst das Mezizah-Verbot, seit achtzehn Jahren, wenn nicht aufgehoben, doch wenigstens unbeachtet ist und haben wir jetzt in Paris nicht einen einzigen Mohel mehr, der *) De la circoneision. ebez A. Diirlacher 83 R. Lafayette. Paris. nicht überall, wo es die Eltern erlauben, die gesetzmäßige Miloh ausübt; sogar hat schon längst das Consistorium solchen Mohelim, welche im Voraus entschieden erklärten, daß sie nie Mezizah unterlassen werden, trotzdem das Diplom nicht verweigert. Dr. Klein. Rußland. Odessa. Am ll. v. M. starb in Odessa plötzlich im 69. Lebensjahre der frühere Stadtrabbiner Dr. S. L. S ch w a b a ch e r. Ein Herzschlag hat seinem Leben ein Ende gemacht. Die Odessaer Journale aller Schattirungen, selbst der antisemitische „Neurussische Telegraph" brachten Nachrufe, welche das Andenken des Verewigten in hohem Grade ehren. Alle zollen ihm wohlverdiente Anerkennung: sie rühmen ihm großen Verstand, tiefe Gelehrsamkeit, seltene Herzensgüte und ein hervorragendes Rednertalent nach. Alle eoustatiren einmüthig, daß er für die Odeffaer Gemeinde von eminent civilisatorischer Bedeutung war. _ Als Dr. Schwabacher im Jahre 1861 dem Rufe nach Odessa folgte, hatte er offenbar keine Vorstellung über die damaligen Urzustände der dortigen jüdischen Verhältnisse. Er kam im guten Glauben, eine Cultusgemeinde vorzufinden — er mußte aber erst eine bilden! Es gab also der Arbeit genug. Er hat zahlreiche Wohlthätigkeits - Anstalten, sowie Volks- und Fachschulen ins Leben gerufen, welche blühen und als Musteranstalten gelten. Es genügt auf die Handwerkerschule „Trud" mit 200 Zöglingen und das Waisenhaus mit 150 Kindern hinzuweisen, welch' letztere Anstalten erst vor zwei Monaten vom russischen Cultusminister besichtigt wurden, wobei er sich über die Einrichtungen sehr lobend geäußert hat. Schwabacher's Ruf war in Rußland seh<groß. Er war nicht allein von den höchsten Würdenträgern des Reiches, sondern auch von weiland Kaiser Alexander II. persönlich gekannt und von ihm vielfach durch Geschenke und Orden ausgezeichnet. Minister Tolstoi, Graf Stroganoff und andere hohe Persönlichkeiten besuchten den Tempel, um seine Predigten zu hören und waren vom Inhalte und Vortrage derselben immer entzückt. Auch der jetztregierende Kaiser Alexander III. kannte ihn und hat ihm erst neulich Beweise seiner Huld gegeben. Wie bekannt, ist der Verewigte Ausländer geblieben und mußte deshalb, einem diesbezüglichen Gesetze folgend, seinen Posten als Stadtrabbiner uiederlegen. Seit dem 1. April dieses Jahres lebte er in Odessa officiell zwar als Privatmann,

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