Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 1 (2.1.1889)
- Date
- 1889-01-02
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Dr. Hörowitz und Dr. Plaut; ferner Professor Barth aus Berlin, Dr. Nathan aus Hamburg, Benjamin Hirsch aus Halberstadt und viele andere bedeutende und hervorragende Männer. Eine unabsehbare Reihe von Leidtragenden und Hunderte von Wagen folgten der Bahre bis zürn Friedhof hinaus, dessen Seitenwände inan, um Raum zu gewinnen, niedergelegt hatte. Dem Zuge voran schritten einige Schüler der Unterrichtsanstalt, welche die Werke des Verewigten voranstrugen. Den Reigen der Trauerreden eröffnete der älteste Sohn des Dahingeschiedenen, Herr Dr. M. Hirsch, Direktor der Realschule der isr. Religionsgesellschaft. In überaus ergreifender Weise entwarf er ein Charakterbild seines großen Vaters. Kein Auge blieb thränenleer. Hierauf sprach Herr Rabb. Dr. Guggenheim aus Collin, ein Schwiegersohn des Verewigten, der namentlich das großartige Wirken des Verewigten auf die Außenwelt heroorhob. Herr Dr. med. M. Hirsch legte dar, daß sein unvergeßlicher Vater bei seinen gelehrten Forschungen stets die exacte Methode der Naturwissenschaft beobachtet habe, daß der Verewigte ein Freund der Natur gewesen, in welcher er die Allmacht und Weisheit Gottes gern und oft zu bewundern pflegte. Herr Dr. Sulzbach sprach im Namen der Schule, der großartigen Schöpfung, in welcher die Jugend zu gebildeten Männern und Frauen, zu begeisterten Bekennern des Judenthums hcrangebildet wird. Herr Rabbiner Dr. Ehrmaun aus Baden (Schweiz) hob das Wirken des Verewigten als das eines Mannes der That hervor, der es verstanden, seine großen Ideale zur Wirklichkeit zu gestalten. Herr Benjamin Roos sprach im Namen der israel. Religions-Gesellschaft den Dank derselben aus und leistete an der Bahre des theurcn Dahingeschiedcnen im Namen der Religionsgesellschaft den Schwur, die Institutionen derselben und namentlich die Schule im Sinne und Geiste des Begründers derselben zu erhalten und fortzuführen. Herr Nabbinats-Assessor Gerson Posen beklagte in ergreifender Weise den Verlust des großen Lehrers, den er den bedeutendsten Männern aller Zeiten gteichstellte. Herr Guggenheim aus Frankfurt a. M. sprach im Namen der vereinigten Chewroth deren Ehrenmitgliede den Dank derselben aus. Dem Einflüsse des Verewigten sei es zu danken, daß die Chewroth sich ans tiefem Verfall gehoben und zu einer Blüthe lute vor Jahrhunderten gelangt seien. Herr Rabbiner Dr. Hildesheimer aus Berlin sprach über die schriftstellerische Thätigkeit des Verewigten, die auf die Mitwelt einen so segensreichen Einfluß geübt und die der Nachwelt unverloren bleibt. Herr Rabbiner Dr. Lehmann aus Mainz legte dar, daß Rabbiner Hirsch der erste gewesen, welcher im modernen Gewandte der deutschen Sprache den inneren Feinden des Judenthnuks siegreich entgcgentrat uud die Heiligkeit und Erhabenheit der Vorschriften und Gebote unseres Gottes den Söhnen und Töchtern unseres Volkes zum Verständniß brachte. Herr Dr. Nathan, interimistischer Rabbiner des Synagogenverbandes zu Hamburg, brachte ans der Vaterstadt des Verblichenen die Scheidegrüße dem groben heimgegangcn Sohne derselben. Sämmtliche Redner lehnten ihre Gedanken und Auseinandersetzungen an die Worte der heiligen Schrift, des Talmuds und der Midraschim an, die sie in geistvoller Weise zu erklären suchten. Noch viele Redner sollten sprechen, allein es war bereits beinahe 3 Uhr Nachmittags geworden, also die höchste Zeit, die irdischen Ueberreste des Verblichenen der Mutter Erde zu übergeben. Diesen Umstand brachte Herr Vorsteher Emanuel Schwarzschild zum Ausdruck und ersuchte die Herren, die nicht zum Worte gelangt waren, im Trauerhause nach dem Minchagebete zu sprechen; daß dieses von Herrn Rabbiner Dr. M a r x ans Darmstadt und Herrn Provinzial- Rabbiner Dr. Cahn aus Fulda geschehen, ist uns berichtet worden. — Eine letztwillige Verfügung des Verewigten stellt die Redlichkeit seines Charakters in ein Helles Licht. Vor Jahren schon hat er die Bestimmung niedergeschrieben, daß, da er sein Gehalt prämnnerando erhielt, die ihm etwa zuviel bezahlte Summe, vom Todestage an berechnet, der Religionsgesellschaft zurückbezahlt werden sollte. Er verschied jedoch am letzten Tage des Quartals, am 3t. Dezember. So erfüllte sich an ihm die Verheißung: -per -isod ns Gott ließ ihn die Zahl seiner Tage vollständig erleben. Rabbiner Samson Raphael Hirsch y"j hat sich mit eisernem Griffel in das Buch der Geschichte des deutschen Judenthums eingeschrieben, sein Andenken wird ein gesegnetes bleiben für alle Zeiten. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Mainz. Unser geschätzter Mitarbeiter, Herr D. H. S p i tz e r in Budapest, hat zum 2. Dezemberi888 eine Fest- und Jubclschrift in Pesth veröffentlicht, deren Reinertrag dem ungarischen israelitischen Cultusbeamten-Vercin gewidmet ist. Der Verfasser ist kein Neuling auf dem Gebiete des öffentlichen Wortes. Er redet und schreibt mit Feuer und Begeisterung für das Gute und Edle. Auch diese Festschrift zum