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Der Israelit · 1882-12-20 · Heft 51 (20.12.1882) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
23 (1882)
Issue
Heft 51 (20.12.1882)
Date
1882-12-20
Page
– (sequence 4)
Language
German
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1266 _logen zur Befriedigung der herrschenden statistischen Sucht (von dem Kultushistoriker Riehl treffend als statistische Krankheit gekennzeichnet) darauf gehen zu sollen. Da erschienen eines Tages im Bureau des G. B. die Herrn Regierungsrath a. D. Hartmann und Generalagent Lesckinsky v. d. Viktoria. DerErstere votirte (um die Sache kurz zu machen) 500 M. für die Beamtenpensionskaffe und versprach für jede in Berlin abzuschließende Versicherung dem „Bunde" eineProviston von 5 Prozent. Die Verpflichtung des Bundes besteht darin, Gemeindebeamte zur Versicherung bei der Viktoria zu bewegen und ferner diejenigen Beamten, welche der „Bund" selbst aus seiner Penfionskasse auf Rente versichern will, nur bei der „Viktoria" anzubringen. Der nicht besonders hohe Betrag für die Police wird von solchen Beamten nicht erhoben und ermöglichen es die Mittel der Pesionskaffe allerdings schon heute, in jedem Jahre 10 Lehrer zu versichern. Die Viktoria rechnet nun darauf, daß diese Versicherungen der Kaffe sich mehren werden, wenn sie dem G. B. für seine Art Agentur, durch die der Gesellschaft ja neue Policen zukommen können, die genannte Provision bewilligt. Zu den Vereinen, Genossenschaften und Corporationen, bei deren Mitgliedern die Versicherungsnahme bei der Viktoria empfohlen, bezw. in Anregung gebracht worden ist, gehören viele Eisenbahn-Commissionen, Provinzial-Lehrervereine, Apothekervereine u. s. w. die Sicherheit der Aktiengesellschaft „Viktoria" wird für normal gehalten. Es hat also das koulante Vorgehen der Gesellschaft gegenüber jüdischen Vereinen eine gewisse Bedeutung und empfiehlt es sich vielleicht für alle jüdischen Ünterstützungskassen und G e mein d e n in Verhandlungen mit der Viktoria zu treten, ob dieselbe bedeutende Ermäßigungen für ihre jüdischen Beamten gewähren will. Sobald der Vertrag mit den G. B. perfekt geworden und der „Bund" das betreffende Cirkular versendet, wird sich ja eine Handhabe bieten und werden wir sodann auf die nicht unwichtige Angelegenheit zurückkommen. Laut Cirkular der Viktoria, (bei dem übrigens unjurifter Weise jede Angabe des Druckes und Druckortes fehlt) unterzeichnet von Dr. Kristeller u. Prof. Lazarus, wird es die Hauptaufgabe der neuen Kasse sein, die Selbsthilfe der Beamten zu erwecken. „In Fällen von redlichem Bemühen und großer Würdigkeit der Beamten wird die durch denselben schon vollzogene Selbstversicherung durch eine aliquote Mehrversicherung prämiirt." Früher zahlte der G- Bund jährlich größere Summen zum Einkauf bei der Achawa. Jetzt soll mit je 500 Mark Kapital die Versicherung eines 23 Jährigen ermöglicht sein und es „wird eine sehr wichtige Aufgabe sein, die Beamten schon in sehr jungen Jahren zur Versicherung hinzuführen". Wir halten das für ganz schön und löblich, wichtiger aber ist, wie vielen jetzt bei keiner Kasse Versicherten, 40 - 60 Jährigen, denen unmittelbar Roth droht, kann und wird gehol werden. In 20 Jahren wird es der jetzt 23j äh ri Beamte an und für sich schon beffer haben. L Pensionen für die jungen Kandidaten der „Herxhein Stiftung" brauchen wir heute, wo es so viel Ele in nächster Nähe giebt, noch nicht bedacht sein. % 3 Versicherungsgesellschaft „Victoria" passen allerdii, r v junge Versicherungen, bei denen ca. 41 Jahre dm itte, schnittlich 31 Mk. 85 Pfg. Prämie gezahlt wer! Zant besser. 20 Jahre bedeuten für die jüdischen Beam rem und das jüdische Gemeindeleben einen Zeitraum, c h u den der G-B-, der nunmehr 14 Jahre besteht, ol m t Einfluß ist. Unseren Alten, die an der Spitze ihi cher Gemeinden, die schwersten Zeiten des Judenthuu iß, miterlebt, muß geholfen werden Diese könn lh r allerdings auch nicht von einer „Central - Versic rungskasse" abhängig sein, die ihre Police auf leva wahrt, denn versichern konnten sie sich, falls sie Ja! chm zehnte Versicherungsprämien zu zahlen im Star >ein< gewesen, selbst. Schön heißt es am Schluffe! Cirkulars, indem alle Menschenfreunde, Vorstäl!erü und Beamten zur Zahlung von Beiträgen aufgef ihn dert werden: iltzi „Handelt es sich doch um ein ebenso nützlick ekeh wie menschenfreundliches, ebenso edles wie nothw cr! diges Werk, um die Fürsorge für diejeniben, e d unsere Kinder lehren, unseren Gottesdienst leiten u in zieren und unsere Gemeindeämter verwalten." Jnd sich die sehr gut situirte Aktiengesellschaft Viktor lit deren Generalagent in Berlin (auch in Münster fofi a) Jude ist, für die jüdischen Beamten interessi esel verdient sie ebenso wie der D. I. G. B. unser che Dank. Nur wird das am grünen Tische ausgec beitete Project, wie dieses natürlich ist, noch wese Sek lich modificirt werden müssen. Gedenket der Alte Ein den — möge das vor Allem die Viktoria, wenn As human sein will, berücksichtigen und für diese ein che Pensionsmodus aufstellen, damit erst für die nächst 8oi 10 Jahre gesorgt werden kann. Für die „Verß Ac rungskasse find 5000 M. von G.-B. Grundkapit toai abgezweigt, durch Sammlungen eingekommen si der einstweilen ca. 1500 M, von der Viktoria slie lun jährlich eine Subvention von ca. 1000 M. bei. V ha Gemeinden hat bisher Marienwerder 100 M., Rose Im berg o. Schl. 20 M. eingesandt. Das Cirkul LH schließt: Nicht besser auch können wir den hohen FeM des erlauchten und gnädigsten Kronprinzlichen Paar feiern, als durch die thättge Theilnahme an der i gründung einer wahrhaft humanen Jnstitutio welche Thränen des Kummers in Freude, Noth Wohlfahrt, drückende Sorge in freies Behagen znve wandeln bestimmt ist. Auf den bewährten Sinn u serer jüdischen Mitbürger für wahre und erfolgreic Wohlthätigkeit und auf ihre patriotische Begeistern! für das hohe und allzeit huldvolle Kronprinz!« Ehepaar setzen wir unsere Hoffnung! ist Lo Zr

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