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Der Israelit · 1882-12-13 · Heft 50 (13.12.1882) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
23 (1882)
Issue
Heft 50 (13.12.1882)
Date
1882-12-13
Page
– (sequence 4)
Language
German
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1240 richten wir nichts aus, und unsere Herrschaft bleibt ein Hirngespinnst." Im Hinblick aus „diese Worte des Juden Montesiore" erkannte das Eomite, daß „„solange die christlich-arischen Eingeborenen nicht die Presse zurückerwbert haben, um ihre Völker aufzuklären und ihnen ihre wahre Lage zu zeigen, sie nichts ausrichten, und ihre Herrschaft ein Hirngespinnst ist."" Die Agitation geht also vorwärts. Als Einsender dieser Zeilen in eine Buchhandlung trat, um sich das im Schaufenster ausgelegte Manifest „Schanden" halber käuflich zu erwerben, bestellte gerade ein anwesender Gutsbesitzer zur Agitation mehrere Partien, im Preise ..... Flehe oben). Wer und welchen Geistes Montesiore ist, werden natürlich die biederen Landbewohner, denen das Manifest zugenluthet werden tvird, nicht ahnen und dem löblichen Beschluß, den die Herren Antisemiten ausgeheckt, ihre Zustimmung nicht versagen. Wir wollen auch einige weitere, im Schoße des Eomite's gefaßten Beschlüsse der öffentlichen Mittheilung nicht entziehen. Auf Seite 2 des Manifestes erhalten die Negierungen Europa's Folgendes zu lesen. „Das Princip der Brüderlichkeit wurde auch auf jene Nace angewandt, die uns Nichtjuden nicht einmal für ihre Nächsten, für ihre Mitmenschen anerkennt und nach deren Talmud die Nichtjuden zur Ausrottung bestimmte Feinde sind, die zu betrügen, zu bestehlen, ansznpressen, in den Abgrund des Verderbens zu stoßen, gegen die falsch zu schwören, die zu entehren, ja zu ermorden, vor ihrem Gott eine angenehme Handlung ist." Man kann abwarten, welche Antworten seitens derNegierungendie „Alliance elir6tieime universelle“ im März kommenden Jahres publiciren wird. Für die Manisestler existirt freilich ein Delitzsch nicht, der da sagt: Der Racenhaß freilich wird fortsahren, auf Marr und Rohling zu schwören. Die Bestie wird gedeihen, es tagen Volksversammlungen, die sie groß ziehen und es ist Aussicht vorhanden, daß man sich ehestens die Pest der menschlichen Gesellschaft durch mittelalterliche Radikalmittel vom Halse schaffen wird." Die Herren Manisestler richten ihr Machwerk auch nur zum Scheine an die Regierungen, denn bereits auf Seite 3 heißt es: „Durch die am Marke der Völker nagenden und durch die jüdischen Goldmächte fortwährend vermehrten ungeheueren Staatsschuldenlasten sind die Regierungen einzelner verschuldeter Staaten zu bloßen Juden-Agenturen, zu jüdischen Geldeintreibungs-Organen herabgesunken. Daher die absolute Unthätigkeit der Regierungen der Judenfrage gegenüber, ja ihr feindliches Verhalten gegen ihre eigenen Völker, im Interesse der Judenschaft." Man konnte wirklich erwarten, daß die volkswirthschaftlicheu Ausführungen der Dresdener Kongreßler nicht gar so sehr durch Oberflächlichkeit und Uebertreibung glänzten. Wußten diese Volkswirthe nicht, daß Schiffsrhederei, Colonialhandel und industrieller Export sich noch fast gänzlich in christ- > lichen Händen concentrireu und daß einzig im Mauusakturwaarenhandel — und hier schon fast 100 Jahr — die Juden eine führende Rolle übernommen. Würde H a m b u r g die portugiesischen Juden ausgenommen haben, wenn sie nicht insbesondere den Tabakshaudel mitgebracht hätten? Die Namen der um den deutschen Handel im wahrsten Sinne des Wortes verdienten Juden sind Legion, und um so mehr halten wir auch an diesem Verdienst der durch die Welt zerstreuten Judenheit fest, als selbst aus unserer Mitte oft ein Widerhall des dem „Schacher" bereits angehefteteu Makel ertönt. Wer kann den Import von russischem Roggen vermitteln, wenn nicht der hebräisch, russisch und deutsch redende Jude? An allen Haupthandelsplätzen der Welt existiren zahlreiche jüdische Firmen, die seit 80 Jahren einen respektabeln Ruf genießen. Wir sind in der That gespannt darauf, was die autoritativen Kräfte des Staatslebens zu dem 2. internationalen antijüdischen Kongresse sagen werden, wenn schon der erste drucken läßt. (Seite 5): „Es bestehen ganze wohl organisirte Bestecherbanden, die über die verschuldeten Beamten und Richter frei disponiren. und deren Fäden und Netze in manchen Ländern bis zu den höchsten Regierungsuud Richterkreisen reichen." Da nun auch nach der Devise der „Alliance Jsr." alle Israeliten für einander verantworlich sind, so sieht sich der Nichtjude, der sein Recht geltend machen will, in ultima anatysi der Gesammtheit des Judenthums gegenüber." Und so geht es weiter, von Sklavenketten der Alliance, der jüdischen Geldmacht u. s. w.) Jeder Einsichtige weiß, welche „Rolle" die sogenannte haute ünance in der Politik spielt. Man wagt nicht direkt vor den Regierungen seine katilanarischeu Pläne zum Umsturz der bestehenden Gesellschaften auszubreiten und schlägt darum auf den Inden. Vorläufig ruft das Manifest (S. 9) den Regierungen zu: „Mögen sie sich bestreben, durch das Jnslebenrufen eines richtigeren finanziellen und Staatsschuldensystems und überhaupt eines richtigeren

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