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Der Israelit · 1882-12-06 · Heft 49 (6.12.1882) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
23 (1882)
Issue
Heft 49 (6.12.1882)
Date
1882-12-06
Page
– (sequence 10)
Language
German
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1222 1869 folgt „daß die jüdischen Mitglieder einer Schulgemeinde allein ihres Glaubensbekenntnisses wegen von der Mitgliedschaft im Schulvorstande nicht mehr ausgeschlossen werden können." Nachdem ferner das landwirthschaftliche Ministerium im verflossenen Jahre, als ein jüdischer Rittergutsbcsitzer in der Provinz Pommern von der Theilncchme an den Kreisversammlungen ausgeschlossen wurde, dem Oberpräsidium in Stettin die Anweisung gegeben hat, das General-Landschafts-Directorium zu veranlassen, den § 104 des pommer'scben Landschafts- Reglements zu ändern, da in demselben ein Widerspruch mit der Reichs- und Landesverfassung, nach welcher die Ausübung staatsbürgerlicher Rechte in Deutschland und in Preußen unabhängig von dem religiösen Bekenntniß ist; nachdem endlich, bezüglich der von reactionärer Seite nahe gelegten und gewünschten Nichtbestätigung des in Greifswald zum Universitäts - Rector gewählten Professors der Rechte, Dr. Behrend, der „ein durchaus chrenwchrter Herr, nur leider ein Jude ist," der Cultusmiuister unter dem 5. April d. I eine Entscheidung getroffen, wonach der isr. Professor der Rechte, Dr. Behrend, als Rector der Universität bestätigt worden ist; die Negierung also ganz correct an der Hand der unzweideutigen Bestimmungen des preußischen und der deutschen Reichsverfassung ihre Anordnungen getroffen hat, wird eine Bestimmung nicht länger aufrechterhalten werden können, welche bereits in der Sitzung des Abgeordnetenhauses vom 9. Januar 1878 als „inhuman" gekennzeichnet worden ist. (Ereselder Zeitung.) Cöln, im November. Der Deutsch - Israel. Gemeindebuud hat auch dieses Jahr dem hiesigen Lehrer-Seminar einen jährlichen Beitrag von 100 M. mit dem Ausdruck seines lebhaften Bedauerns darüber zugesandt, daß er durch die Bemeffenheit seiner Mittel nicht in der Lage sei, einen höheren Beitrag votiren zu können. Der Beitrag war von einem Schreiben begleitet, das sich in höchst anerkennender Weise über die Anstalt ausspricht und ihren Bestrebungen segensreichen Erfolg wünscht. Dabei hat sicher keines der votirenden Ausschuß- Mitglieder die Acht, welche Herr Rabbiner Di-. Frank in seiner Kol-Nidre-Predigt über das Seminar aussprach, gehört, und dennoch diese warmen Shmpatieu! — Hoffentlich gelingt es dem Curatorium, Herrn Dr. Frank zu bewegen, seinen d-'h durch den Druck zu veröffentlichen, damit sich dessen günstiger Einfluß nicht auf die hiesige Gemeinde beschränkt. Oesterr. - Ungar. Monarchie. Grostwardeln, 22. November. Verflossenen Samstag «sw 's feierten wir hier die Einweihung eines neuen tmun p-2, welcher unser Herr Rabbiner M. Fuchs '"2 durch eine schwungvolle sRede den schönsten Glanz verlieh. Er sprach in derselben der Gemeinde für die Opferwilligkeit, welche sie der ungefähr hundert Köpfe zählenden an den Tag legt, seinen wärmsten Dank aus. Pesth, 25. Nov. Die Debatte wegen der Konfiskation antisemitischer Flugschriften im hcveser Eomitat nahm eine große Ausdehnung und wird erst Montag beendet. Die Antwort Paukers nur die Interpellation Mezey wegen der tiszaeszlmr Affaire wurde verschoben. Nyiregyhaza, 23. Nov. Der Gerichts^ hat die Exhumirung der bei Tisza-Dada gefundene!! Leiche, von welcher die Verhafteten behaupten, cd sei die der Esther Solymossy, augeordnet. Als Erperteu werden die Universitäts-Professoren Scheuthauer, Mihalkovics und. Belky berufen. F r a n k r e i ch. Paris. Die hiesige russische Eolonie sucht fick nach und nach zu organisiren. So hat sie mmmriir ein eignes Betlocal eingerichtet, welches sich frellich noch in einem primatioen Zustand befindet. Ihr Rabbiner, Herr Heschel Lew in, ein großer Tcilmndgclehrter, hat in seiner Einweihungsrede an seinc Zuhörer die ernste Mahnung gerichtet, durch ihr Betragen der generösen Gastfreundschaft Frankreich? sich würdig zu zeigen und sich zu befleißigen, ihrem Adoptivvaterlande Ehre zu machen. (Arch. Isr.' E n g l a n d. London. Ein Prediger der anglicanische» Kirche, Rev. Lushing ton Pilson, hatte bcr Uir.- versität Oxford 10,000 L. St. vermacht, deren Zinsen zu Gunsten eines Predigers bestimmt sein füllen- und welcher die Pflicht habe, wenigstens zweimal im Jahre über die Geschichte und die Religion der Juden zu predigen, wobei er sich auf diejenigen Propheten zu beziehen habe, welche die Rückkehr der Juden im! Palästina und die Wiederherstellung ihres (Uten Ruhmes verkünden. Der Zweck des Testators Zver augenscheinlich, die Bekehrung der Juden zum Christenthume zu begünstigen. Sein Legat, welches der Universität Oxford, und im Falle der Verweigernngeannahme, der Universität Cambridge bestimmt war, wurde von beiden Universitäten zurückgewiesen. (Arch. Isr.)

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