Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 23 (1882)
- Issue
- Heft 49 (6.12.1882)
- Date
- 1882-12-06
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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thurn vom Heidenthum sonderte, das ist die Kluft, die mn?en im eigenen jüdischen Lager klafft und es in zwei große Hälften trennt. Schmerzlicher als je bedauern ja die sich „aufgeklärt und fortgeschritten" dünkenden Söhne und Töchter unsrer Zeit die nicht zu brechende Festigkeit unsres alten Hortes und wagen ihn deshalb veraltet zu nennen, eifriger als je hat ja bereits ein halbes Jahrhundert mit Aufgebot aller Mittel darauf hingearbeitet, die „starren" Formen des Judenthums zu brechen, zu mildern, zeitgemäßer zu gestalten, kurz, zu reformiren, wie man diese Herostraten - Arbeit nannte, geflissentlicher als je buhlten die bundesbrüchigen Fahnenflüchtigen, die ihr Schicksal beklagen, das sie mit tausenden von unzerreißbaren Banden an das verkannte alte Judenthum geknüpft, um die Gunst ihrer sie abweisenden Umgebung — und was haben sie erreicht? Genau dasselbe, was die Geschichte jener Tage von den Abgefallenen Juda's berichtet. „In jenen Tagen traten aus Israel aesetz- „widrige Männer hervor und redeten dem Volke „zu und sprachen: Lasset uns gehen und mit den „Völkern um uns her einen Bund machen, denn „seitdem wir uns von ihnen gesondert, haben uns „viele Leiden getroffen-„Die „väterlichen Ehren achteten sie gelinge, hellenischer „Beifall dünkte ihnen das Höchste. Diejenigen „aber, um derentwillen sie sich mit den schwierig- „sten Verhältnissen umgaben, deren Lebensart sie „eifrig nachstrebten, und überhaupt, denen sie gleich „werden wollten , die gerade waren ihre Feinde „und die Rächer ihres Abfalles; denn gegen gött- „liche Gesetze zu freveln ist nichts Geringes." (I. B. der Makkabäer Cap. 1. II. B. der Makk. Cap. 4.) Und während die „gesetzwidrigen Männer aus Israel" die felsenfeste Widerstandskraft ihres Hortes als das überall hemmende Unglück ihres Lebens beklagen, weckt die Treue der Treuen alljährlich den alten Hasmonäergeist wieder in ihrem Kreise, der sie freudig das Bekenntniß hinausjubeln läßt, wie sie gerade der unbeugsamen Festigkeit,, mit welcher Gott Sein Volk für alle heißen Kämpfe der Jahrhunderte ausgestattet, ihre Erhaltung und überhaupt die Möglichkeit verdanken, daß noch ein jüdisches Kleinod Gottes Preis auf Erden verkündet. niwb neo iv — mjmtn — -nrr — npv Diese aus unsrer Vergangenheit überkommene, in jeder Gegenwart zu bewährende unerschütterliche Zuversicht auf den Hort unsrer Hilfe bürgt unsre Chanukah-Hymne auch für die große, letzte Chanukah der Zukunft, in welcher Gott mein Bethaus wieder gründet, in dem wir unsre Selbsthingebung als Zoll der Huldigung darbringen. Wie die Chanukah derHasmonäer erst vollzogen werden konnte, nachdem die treugebliebenen Priester aus dem entweihten Gottesheiligthume jede Spur heidnischer Unlauterkeit entfernt, so versetzt uns die Schilderung unsres Liedes von der Chanukah der Zukunft in eine Zeit, in welcher nicht mehr das sogenannte „religiöse Bedürfniß" Gott prunkvolle Tempel errichtet, um ihn auf Grund dieser Abfindung aus dem Leben und Genießen außerhalb des Tempels fortweisen zu können, sondern in welcher „Gott" mein Bethaus gründet, das jedem, der es betritt, zu dem Gelöbniß begeistert, nun min dkm, dort Gott sein ganzes Sein huldigend zu weihen, und diese Weihe mit jedem Schritte zu besiegeln. Dieser Vorsatz und seine Erfüllung läßt das Gotteshaus nicht nur als ein Haus Gottes erscheinen, es kömmt, indem es die in ihm gefaßten Entschlüsse der Heiligkeit und Weihe im täglichen Leben zur That reifen läßt, jedem einzelnen Besucher zu Gute, und macht ihm das nvsn na zu 'n-on na, zu meinem Bethause. Leicht und willig lassen sich beim Anblicke der Chanukahlichter die von einem Hauch des alten Ahnengeistes ergriffenen Sänger auf den Schwingen ihres Liedes über die düstere Gegenwart hinweg in die Zeiten versetzen, in denen das höchste Ideal, die letzte von Gott gestiftete Chanukah, bereits erreicht ist. Aber ein jäher Sprung ihres Liedes reißt sie aus dieser Höhe in die rauhe Wirklichkeit herab, in welcher Gott nicht sein Bethaus, sondern die Schlachtbank Herrichten läßt von dem schnaubenden Feinde. Wenn der schnaubende Feind seinem Schnauben die blutige That folgen läßt und den Juden vor die Alternative zwischen Schlachtbank und Lüge stellt, da wird sich die Wahrhaftigkeit des Entschlusses ran mm dkm zu erproben haben. Gottlob, die Probe ist überftanden, ein ganzes Volk hat sie hundert- und tausendmal glänzend überstanden, und mit jedem Chanukah gelobt es jede Generation auf's Neue: nrnon nso moo jan nyb “»D1D *V8Q -IlDJN IN raton raun Der Altar, den die Makkabäer neu errichtet, ist verfallen, aber die Weihe des Altars, die rann nmon ist geblieben. Jeder, der opfernd an diesen Altar trat, nahm die Lehre von voin mmo, von der Hingebung seines Lebens für die Zwecke und Ziele des Altars mit hinaus aus den Tempelhallen und prägte sie feinen Nachkommen für die langen, langen Jahrhunderte ein, die ihrer warteten. Daß das concrete Opfer aufhören und der Altar verfallen konnte, daß aber die von ihnen gelehrte eajn mao fast schon zwei Jahrtausende Opfer und Altar über-