Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 23 (1882)
- Issue
- Heft 45 (8.11.1882)
- Date
- 1882-11-08
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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XXIII. Jahrgang. Erste Beilage zu Ar. 45 des Äsraelit. Leitender Artikel. Literarischer Wericht. ö a m a d r i ch, Talmudische Blumenlese für den ersten Unterricht im Talmud, methodisch und systematisch geordnet, von Abraham Singer, Bezirks-Rabbiner in Var-Parlota (Ungarn) und Wilhelm Singer. Zweiter Band. Preis fl. 1. 40, gleich M. 2.80. Wir begrüßen mit Freuden das Erscheinen des 2. Theiles des trefflichen Werkes. Dies für die Einführung der Jugend in das Talmudstudium vorzüglich geeignete Werk hat bereits früher in den Spalten dieses Blattes die ihm gebührende Würdigung gefunden (Nr. 47 des vor. Jahrg., 23. Nov. 1881). Es ist daselbst hcrvorgehoben worden, daß dieses Werk durch die geschmackvolle, sinnreiche Auswahl geeigneter Stellen aus dem weitschichtigen Gebiete des Talmuds, durch die einheitliche Zusammenstellung und methodische Anordnung derselben, wie nicht minder durch den beigesügten gediegenen und lichtvollen Commentar ein vorzügliches Lehrbuch für die Jugend abgebe und auch besonders geeignet sei, denjenigen, der nicht im Besitze der erforderlichen Vorkenntnisse ist, mit dem Geiste des Talmud vertraut zu machen. Der uns nunmehr vorliegende 2. Theil reiht sich würdig dem vorangehenden an. Während der erste Theil in zehn Abschnitten über Gebete und Segenssprüche, über Fest- und Feiertage 2c. handelt, legt uns der 2. Theil in ebenso vielen Abschnitten eine Auswahl von jenen halachischen und hagadischen Stellen des Talmud vor, die auf Speise-Gesetze, auf die Vorschriften der Thora über das Mein und Dein, auf das jüdische Gerichtsverfahren, auf das Kalende'-wesen und auf Schwur und Gelübde Bezug haben. In jedem Abschnitte erscheint der gegebene Stoff methodisch geordnet und in organischer Weise zu einem einheitlichen Ganzen verarbeitet. Ob seiner vielen Vorzüge hat der 1. Theil — wie wir hören — bereits in mehreren Lehranstalten Eingang gefunden und ist mit großem Erfolge für den Fortschritt der Schüler im Talmudftudium zur Anwendung gebracht worden. Möge auch der zweite Theil des sehr verdienstlichen Werkes in den weitesten Kreisen Verwendung und die ihm gebührende Anerkennung finden. M. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Burgpreppach. Dem siebenten Rechenschafts- Bericht der Talmud-Thora-Schule zu Burgpreppach für das Jahr 1881/82 entnehmen wir: Wir haben mit dem Beginne des verflossenen Schuljahres einen 3. Schulsaal, der zu diesem Zwecke neu eingerichtet wurde, benützt. Allen Anforderungen die in technischer Beziehung an solche Anstalten gestellt werden können, und in welcher Beziehung die hohe bayerische Negierung in edler Sorgfalt für das physische und intellektuelle Wohl unserer Jugend sehr rigorös ist, wurde in geeigneter Weise Rechnung getragen, wie dies von dieser Behörde selbst rühmend anerkannt wurde. Nachdem wir nun mehr als 30,000 Mk. auf Herstellung der nothwcndigen Gebäude und aus entsprechende Einrichtung verwendet, so werden wir in dieser Beziehung hoffentlich für eine Reihe von Jahren Ruhe erhalten und werden der Subvention hülfloser Knaben und verlassener Waisen eine um so größere Beachtung schenken können. Es ist hierin in erfreulicher Weise auch in diesem Jahre schon ein Fortschritt zu verzeichnen. Wir haben diesem Zwecke die Summe von 860 Mk zugewiesen. Wir konnten nicht nur die früher übernommenen Verflichtungen erfüllen, sondern noch neue übernehmen, ja sogar auf warme Empfehlung der H.H. Rabbinen vr. Klein in Libau und vr. Rülf in Memel einem talentvollen, russischen Waisenknaben Aufnahme gewähren. Wir sind mit demselben in jeder Weise so weit recht zufrieden und constatiren gerne, daß er zu guten Hoffnungen be-! rechtigt. > Die Frequenz der Anstalt hat sich wieder j gehoben. Während des Jahres wurde dieselbe von! 68 Zöglingen besucht. Einige Schüler wurden zum! Austritt veranlaßt, weil sie so gering talentirt sind! und nach der Ueberzeugung des Lehrerkollegiums nicht! erreichen können, tüchtige Lehrer zu werden und wir! prinzipiell das Judenthum mit unqualifizirten nicht > bereichern wollen.! Am 5. Juni dieses Jahres wurde die Anstalt; mit dem Besuche des Kreisschulinspektors Herrn j Erbshäuser beehrt, welcher nach genauer Besichtigung I der Unterrichtssäle und Schlafzimmer, dem Unter-! richte in den 3 Cursen beiwohnte, die schriftlichen