Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 23 (1882)
- Issue
- Heft 45 (8.11.1882)
- Date
- 1882-11-08
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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1122 Arbeiten und die Quartalsaufgaben einer genauen Durchsicht unterwarf. Dem Vorstände der Anstalt gegenüber äußerte sich derselbe, nachdem er seine vollkommene Zufriedenheit über die geeigneten Localitäten ausgesprochen, er habe sich überzeugt, daß sich die hiesige Präparandenschule einer sorgfältigen und guten Leitung erfreue. In dem diesbezüglichen Referate an die hohe königl. Regierung, welches der Vorstandschaft zur Kenntnißnahme übersandt wurde, wurde der besagten Befriedigung in folgender Weise Ausdruck verliehen; „Die Unterrichts-Aufenthalts- und Schlafräume sind durch mehrere in den jüngsten Jahren ausgeführte Neubauten, zu denen die Pläne schulaufsichtlich genehmigt wurden, so erweitert, daß sie allen billigen Anforderungen Genüge leisten." „Höchst erfreulich ist der Geist der Ordnung und Reinlichkeit, der seinen Einzug in die Anstaltsräume gehalten bat." „Auch das Aussehen der Zöglinge zeugt von Ordnungssinn und Gesundheit." „Ich konnte überall wahrnehmen, daß sowohl von Seite der Lehrer als der Schüler mit Ernst und Eifer gearbeitet wird." 12 Schüler des 3. Curfus haben an der Aufnahmsprüfung in die israel. Lehrerbildungsanstalt in Würzburg unter der Leitung des Herrn Seminar- Direktors Huber theilgenommen und iämmtliche dieselben bestanden. Wegen Mangel an Raum soll aber nur 10 von den erwähnten Aufnahme gewährt werden. Einige der übrigen des 3. Curses beabsichtigen in das israel. Seminar zu Cöln nach den Feiertagen einzutreten, die anderen sich in einem Simultan-Seminar fortzubilden. Es wird den Mitgliedern des Talmud-Thora Vereins sowohl als den vielen Gönnern der Anstalt von hohem Jnterresse sein, zu vernehmen, daß in der kurzen Zeit des Bestandes dieser Schule, in dem Zeitraum von 7 Jahren nämlich, 176 Zöglinge, inclusive der in der Anstalt verbleibenden, ihre Ausbildung in derselben erhalten haben. 25 wirken bereits als Lehrer und Erzieher in den verschiedenen Gemeinden Deutschlands und haben wir sowohl von Cultusvorständen, als auch von würdigen Mitgliedern der betreffenden Gemeinden schon häufig recht erfreuliche Berichte über die ersprießliche Thätigkeit und über den Charakter dieser noch jugendlichen Lehrer erhalten. 27 befinden sich noch in diversen Seminarien behufs ihrer weiteren Ausbildung. 3 befinden sich in einem Gymnasium behufs ihrer weiteren Ausbildung als Rabbiner. 45 haben noch in der Anstalt, exclusive der zahlreich Angemeldeten zu verbleiben und 76 haben sich dem geschäftlichen Leben oder verschiedenen Handwerken gewidmet. Viele von den letzteren sind mit der Absicht in die Anstalt eingetreten, sich für den Lehrerberuf vorzubereiten, konnten jedoch den hohen Ansprüchen, di; jetzt an denselben gestellt werden, nicht entsprechen und waren genöthigt, einen anderen Beruf zu ergreifen. Wir glauben nun zu der Behauptung berechtigt zu sein, daß wir mit aller Energie und Consequenz uns beeifern, das Versprechen, welches wir dem Jndenthum bei Gründung unserer Anstalt ertheilt, nämlich alles, was in unseren schwachen Kräften liegt, aufbieten wollen, um dem allgemein so bitter empfundenen großen Mangel an tüchtigen, charakterfesten jüd. Lehrern abzuhelfen, so rasch als möglich erfüllten. Wir werden uns wohl nicht gegen die Bescheidenheit vergehen, wenn wir hinzufügen, daß wir schon dazu beigetragen haben, daß dieser für die religiöse und sittliche Ausbildung der israel. Jugend so schädliche Mangel schon bedeutend sich reducirthat, besonders in Süddeutschland, indem hier durch die Controlle, welche der Staat ausübt, dem jüdischen Lehrer auch eine sichere und festere Existenz begründet wird. Wir können mit Zuversicht erwarten, daß in nur noch wenigen Jahren der Lehrermangel vollkommen beseitigt sein wird. Es werden selbst die kleineren Gemeinden in die angenehme Lage kommen, von befähigten, tüchtigen und gehörig ausgebildeten Lehrkräften ihre Kinder unterrichtet und erzogen zu sehen. Es muß rühmend hervorgehoben werden, daß diese durch die traurigen Erfahrungen der jüngsten Decennien den Werth eines solchen Unterrichts würdigen gelernt haben und daß sie, um diesen ihren Kindern zu verschaffen und sür die Dauer zu erhalten, Opfer bringen, welche in ihrer außergewöhnlichen Größe nicht harmoniren mit den Mitteln, über welche sie disponiren. Es wird diese große Aenderung sicher bald ihren heilsamen Einfluß auf Norddeutschland, wo diese Mißstände mit den; jüd. Lehrerstande noch mehr im Argen liegen, als im Süden, ausüben. Die furchtbare Unwissenheit in religiösen Angelegenheiten, der schreckliche Mangel an wahrer Religiosität, der einen großen Theil unserer Glaubensgenossen beherrschende Jndifferentismus, sowie verschiedene andere Untugenden, die leider in jüd. Kreisen tiefe Wurzeln geschlagen haben, deren Wirkung wir in der Gegenwart so traurig empfinden, diese können alle nur durch die richtige, würdige Erziehung, durch geeigneten, gewissenhaften Unterricht vermindert und nach und nach beseitigt werden. Da wir nun aus den edelsten Absichten so für die allgemeine Verbreitung der heiligsten Nationalgüter Israels eintreten, da wie überdies Gelegenheit bieten, die Humanität, das lautere, jüdische, allgemein anerkannte Obemilutll Chesed in seiner würdigsten Weise und noch zum Frommen der ganzen Nation zu bethätigen, so richten wir hiermit an unsere unermüdeten, edlen Förderer das innigst ernchts! mdesse achv nur a Mfu rfofgt m vi lasse 'chzul us t edoch er geV er rui V olgunc „ 2 8§r. i E tschen lachfo