Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 23 (1882)
- Issue
- Heft 45 (8.11.1882)
- Date
- 1882-11-08
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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1115 weist er ihn nicht auf Gott, sondern gibt ihm gute Wünsche. tyo O'vr'.-l ^doi -pitnö '\t p6»n rwn „Siehe, von der Fettigkeit der Erde soll sein dein Wohnsitz und vom Thaue des Himmels von oben." Der Segen Esaw's ist das irdische Glück; der Segen Jakobs ist das Glück nach Verdienst, nach Ermessen der göttlichen Vorsehung, damit wir erlangen das ewige Leben. Aie theologische Iacultät an der NkeichS-Univerfllül zu Utrecht über die Blutbeschuldigung. Auf Ihr Ersuchen um eine gutachtliche Aeußerung über die gegen die Juden erhobene grauenhafte Anschuldigung, daß dieselben religionsgesetzlich verpflichtet seien, zu gottesdienstlichen Zwecken eine Mordthat zu begehen und Menschenblut zu verwenden, ist die theologische Facultät an der Reichs-Universität zu Utrecht bereit, zu erklären, daß ihr von einer derartigen gesetzlichen Verpflichtung nichts bekannt ist. Nach ihrer Kenntniß der mosaischen und talmudischen Gesetze ist sie völlig überzeugt, daß beide einer Verwendung von Menschenblut, wie solche in der obenerwähnten Anschuldigung angenommen wird, nicht im Mindesten Vorschub leisten, und noch viel weniger dieselbe vorfchreiben. Utrecht, 1. November 1882. Die theologische Facultät an der Reichs-Universität zu Utrecht. (gez.) Dr. I. I. Do edes, praes. „ Dr. I. I. P. Valeton jr. secret. Für authentische Uebersetzung: I. I. P. V a l e t o n jr. An Seine Hochwürden Herrn Dr. H. Plato, Rabbiner zu Cöln. Zeitungsnachrichten und Correfpsndenzen. Deutschland. Aus Bayern, J. Nov. Sicherlich wird man allgemein mit großer Befriedigung aus dem jüngst veröffentlichten vierten Bericht des Central-Comites für die jüdisch-russischen Flüchtlinge ersehen haben, daß das Rettungswerk seinem Ende naht, und daß noch mehr als Hunderttausend Mark an Baarem disponibel. Gerne wird jeder dem Central-Comite Dank und Anerkennung zollen für die entfaltete Thätigkeit zur Rettung und zum Schutze unserer hartbedrängten russischen Glaubensgenossen. Auch die übrigen ComMs des In- und Auslandes werden bald am Ziele ihrer Thätigkeit angekommen sein, und noch manche Mittel disponibel haben, obgleich in Brody noch eine Anzahl Unglücklicher der Hilfe wartet, und auch die sog. Repatriirung der von Amerika zurückkommenden einige Mittel in Anspruch nehmen wird. Ueber die Verwendung der zu erübrigenden Mittel nun einen Vorschlag zu machen ist der Zweck dieser Zeilen. — Zunächst sei die Bemerkung gestattet, daß es sich wohl gebührte, und daß die hochherzigen Spender in Deutschland wohl ein Recht hätten zu verlangen, etwas Näheres über das Schicksal und Ergehen der in Amerika rc. untergebrachten Russen zu erfahren, und zwar sowohl in socialer als auch in religiöser Beziehung. Ein eingehender Bericht darüber würde auch Näheres enthalten über die Gründe der zahlreich ausgeführten und noch zahlreicher verlangten Rückleitung von Amerika in die alte russische Heimath. Namentlich aber wäre zu wünschen. Genaueres darüber zu erfahren, ob, und wo sich eigene jüdische Gemeinde- Verbände — aus jüdisch-russischen Flüchtlingen bestehend — gebildet haben, und in wie weit dieselben organisirt, und mit jüdischen Gemeinde-Attributen und Beamten versehen sind. Nach dieser Richtung hin, glaubt Einsender dieses, könnte und sollte mit den noch disponiblen Mitteln helfend eingegriffen werden. Die betreffenden Comites sollten doch bedenken und berücksichtigen, daß von allen Seiten, ohne Rücksicht auf den religiösen Standpunkt gespendet und geleistet wurde, so gerne auch Mancher und Viele erst zu wissen gewünscht hätten, daß den Emigranten ihr bisheriges religiöses Leben nicht verkümmert werde. Die Anträge der orthodoxen ComitS - Mitglieder zu Berlin, Frankfurt a. Mrc. dürften dies zur Genüge bezeugen, wenn es überhaupt eines Zeugniffes bedürfte. Allein, es galt vor Allem und unter allen Umständen der Lebensrettung, und da konnten keine Conditionen gestellt oder aufrecht erhalten werden. — Nachdem nun aber mit göttlicher Hilfe der Zuzug von Hilsbedürftigen längst aufgehört, und das zur Steuer der Noth geschehen ist, was überhaupt geschehen konnte, nunmehr dürften auch die Comites ihre Mitwirkung nicht versagen in der Sorge für das religiös-sittliche Leben der Emigranten. Sicherlich gibt es hier ein großes und segensreiches Feld zu bearbeiten, und hierzu sollten die noch disponiblen Mittel verwendet, beziehungsweise noch weitere be- . schafft werden. — Es wird wohl einerseits überflüssig, anderseits verfrüht sein, auseinander.. zu setzen, was alles in dieser Beziehung geschehen'könnte und sollte, nur das sei erwähnt, daß nunmehr'dle