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Der Israelit · 1882-11-01 · Heft 44 (1.11.1882) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
23 (1882)
Issue
Heft 44 (1.11.1882)
Date
1882-11-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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1098 ginnt, finden sich in Heidenheim's Ausgabe die Worte: vnx r>2'L" aain* Letzteres Wort ist Heidenheim's Correctur für das in älteren Ausgaben stehende Vnx mit n. Heidenheim hat sich dazu veranlaßt gefunden, wie er sagt, weil sich das Wort mit dem darauffolgenden t?ru reimen muß und mit bnn ein barbarisch klingender Reim sei. Die Sache ließe sich hören, wenn nur H. für anr« eine entsprechende Erklärung beibrin^en könnte. Das ist aber nicht der Fall.- bmt soll „Hitze" bedeuten und t>nx na**” “»am soll sich darauf beziehen, daß unser Vater Jakob in der Hitze saß, als er Laban's Schafe hütete (1. Mos. 31,40). Von allem Anderen abgesehen, was an dieser Erklärung unpassend ist, heißt auch bnn nicht „Hitze", die Stelle in Berachoth 32 a, die Heidenheim dafür anführt, beweist gar nichts, denn dort heißt 'v'nrr „Knochenfieber" und diese Bedeutung paßt doch wahrlich nicht hieher. In Wirklichkeit aber ist die ältere Lesart die richtigere. Und wenn es auch für unser Ohr hart klingt, wenn man r.ax mit reimt, so scheint es für den Kalir nicht so geklungen zu haben, denn er reimt an verschiedenen Stellen 'n nlit 'n, was ihm bereits Iben Esra zu Koheleth 5 zum Vorwurf macht. In dem unmittelbar vorangehenden Pijut reimt der Kalir dh mit Dn und nach Iben Esra an mit *rm Der Kalir steht nicht allein da mit dieser Art des Reimes, denn in dem Pijut von im Morgengebet des a"nr findet sich der Reim anun mit -nxn. Eine andere Schwierigkeit, als die beregte, liegt aber in dem angezogenen Verse auch nicht; denn selbstverständlich darf es nicht ‘phn sondern heißen. Der Pötztan bezieht sich auf den Bibelvers, daß Jakob oo-x ascm war, worunter, nach unseren Weisen, die Zelte des Lehrhauses zu verstehen sind, und dieses Verdienst unseres Stammvaters ruft er an. Bekanntlich ist nun diese Verwechselnng von 'n und 'n eine weit ältere und findet sich schon im Talmud sehr häufig zum Zweck der mran. Heißt es ja im Jeruschalmi - Peah VII: zn-io1? pan ppano to m 'n ra. „Unsere Lehrer enthalten sich nicht, in ihren Erklärungen dem '.a ein n zu substituiren und umgekehrt." Die Galiläer konnten diese beiden Buchstaben auch in der Aussprache nicht unterscheiden, wovon Babli Erubim 53 b. einige Beispiele liefert. Auch Rabbi Chija konnte die beiden Buchstaben nicht unterscheiden in der Aussprache, vergl. Megillah 24 d. Es ist hier nicht der Ort, den Gegenstand weiter auszuführen, auch sind die Beispiele hiefür bei Asarjah bei Rosst r/'os c’j-y a-»o bereits gesammelt. Nur auf ein Beispiel vom Gegentheil, wo die Talmudlehrer auf die Verwechslung der beiden Buchstaben nicht eingehen wollten, will ich aufmerksam machen, weil es Allen, die über diesen Gegenstand geschrieben, soviel ich sehe, entgangen ist In Menachoth 37 a. heißt es, mit Bezug auf das 2. Moses 13, 16 vorkommendena-p, wir könnten ja dieses abnorm stylisirte Wort deuten naap t und auf die rechte Hand beziehen; darauf erwidert nun der Talmud: a^na 'na 'na a\na 'v. Wir sehen daraus, daß alle diese und ähnliche Erklärungen nur Hilfsmittel waren zur Anknüpfung für bereits feststehende, überlieferte Halachoth, daß aber nie der Derasch die Halacha beeinflußte. AeilttngSuachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Ansbach, 15. Oct. Heute wurde der 70. Geburtstag des Herrn Districtsrabbiners Grünbaum, sowohl von der hiesigen als auch von den Districtgemeinden und den Lehrern des Bezirks feierlich begangen. Zahlreiche Gratulationen, sowie mehrere prachtvolle Geschenke gingen dem Jubilar von verschiedener Seite zu. Oesterr -Ungar. Monarchie. Wien. Ein schöner Zug von Nächstenliebe bewies neulich der Secretär des Wiener Carltheaters, Herr Klier (Christ). Er vassirte Heiligenstadt uud war zufällig Zeuge einer bei einem Juden vorgenommenen Pfändung. Ohne sich zu besinnen, schritt Herr Klier auf den Amtsdiener zu und fragte ihn, wie hoch der Betrag sei, den der Jude schuldig sei. 80 Gulden lautete die Antwort. Herr Klier erlegte diesen Betrag sofort und befreite so den armen Juden aus seiner Noth. Ehre dem Ehrenmanne! (W. Jsr.) Frankreich. Paris. Am 19. Tischri, am dritten Halbfeiertage des Hüttenfestes starb plötzlich in Jaffa (Palästina) Herr Charles Netter von hier. Der Verstorbene war eines der thätigsten Mitglieder des Central-Comitßs der „All. isr. univ.," deren Mitbegründer er gewesen und der er fast seine ganze Thätigkeit gewidmet. Im Aufträge der Alliance hatte er viele Reisen nach dem Orient und Occident unternommen, um deren Zwecke zu fördern. Auf seine Anregung ist von der Alliance die Ackerbauschule in Jaffa gegründet worden; lange Zeit war er auch der Leiter dieser Anstalt und stets ihr Jnspector gewesen.

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