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Der Israelit · 1882-11-01 · Heft 44 (1.11.1882) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
23 (1882)
Issue
Heft 44 (1.11.1882)
Date
1882-11-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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1091 Kollectanea. Von Dr. Krön er, Rabb. in Brandenburg. Zum Bibelcommentar Raschi's. Dieser Commentar bedient sich beim Hinweis auf das Targum oft der Ausdrücke 'ai onnon ^omna, deren jeder consequent die Stellungnahme Raschi's zum Targum charakterisirt. Dies hat Supercommentatoren Anlaß gegeben, sogen, '’ten '-ra zusammenzustellen. Befremdlicherweise sind jedoch dort die Fälle entweder gar nicht berücksichtigt oder irrig aufgefaßt, wo Raschi das Targum ohne Vorbemerkung läßt. Dahin gehört z. B. der Commentar zu 1. M. 18.4, 21. 2, 3. M. 22. 25. Besprechen wir denselben und stellen den daraus sich ergebenden -äa fest. I. Die Worte 1. M. 18, 4: pyn nnn commentirt Raschi mittels Targum ohne jede weitere Bemerkung: xj^x nnn — unter dem Baume. Ebenso werden jedoch auch jene Worte des hebr. Textes allgemein und unbestritten aufgefaßt. Unbestritten, aber nicht unbestreitbar, meint Raschi: denn das hebr. yy kann bedeuten: 1. Baum, 2. Holz, 3. Galgen, für welche drei Begriffe der Chaldäer drei besondere Ausdrücke hat: 1. P>’x, 2.yx, 3.a^s; nach Raschi will aber die Thora hier die fürsorgliche Gastfreundschaft des Patriarchen gegen die Wanderer auch in der Hinsicht hervorheben, daß er, auf einen behaglichen Ruheplatz für sie Bedacht nehmend, sie eingeladen habe, unter dem schattigen Baume vor seinem Hause von den Mühsalen der Reise sich zu erholen — nicht etwa ihnen einen beliebigen, minder angemessenen Ruheplatz angeboten habe. Demgemäß eommentirt Raschi: xj5’x mnn. Cfr. D’oan ’ner z. St., wo das Richtige geahnt, aber nicht befriedigend erörtert wird. II. In der Stelle 1. M. 21, 2: naa aox ayia1? 3>x iHK kann iriN als Präposition mit Suffix angesehen und durch mit ihm übersetzt werden, wie Jos. 14, 12: '•riS'l — vielleicht ist der Ewige mit mir; 4. M. 26, 3: Qnx "Q*TH — er redete mit ihnen, vergl. 1. M. 17, 22: -Ql*?- Die erste Pentateuchstelle (1. M. 21, 2) würde demnach zu übertragen sein: zu der Zeit, da Gott mit ihm geredet hatte. Es kann jedoch in# auch als Accusativartikel mit Suffix angesehen, -wx als Relations - Rota mit Dx zusammengefaßt und riJOEW auf ajno — den Zeitpunkt, welchen Gott verkündet hatte, bezogen werden. Hinsichtlich der Wortfügung wäre dann zu vergleichen: -ü-m '*> ’-iiMö nx ns?c. Da nun der Chaldäer Accusativpartikel und Gemeinschafts -Präpositipn schärfer als der Hebräer, und zwar durch jv und DJ? bestimmt, und Raschi ifiK objectivisch auffaßt und in dem Passus die genaueVorherverkündigung des Zeitpunktes — nicht das Verhältniß der Gemeinschaft mit Abraham — hervorgehoben sieht, so eommentirt er durch das targumische mm aäoa, nicht n'cy, und fügt erläuternd hinzu: “QTijrsn nx xap, Cfr. "van 'rew z. St., wo uns die Bemerkung, ^aa werde sonst nie mit aym verbunden, Angesichts 3. M. 23, 44 überrascht. III. Das Wort cna^a kommt zweimal vor: 2. M. 40, 15, wo es von nsrc, und 3. M. 22, 25. wo es von nnt? abzuleiten ist. Dieses ann^ia erklärt Raschi durch das targumische iinnrn, jenes heißt targumisch p.a.a,aa. ' Diese und zahlreiche ähnliche Beispiele erweisen, daß Raschi oft ein mehrdeutiges hebr. Bibelwort, das der Chaldäer durch verschiedene Vocabeln determinirt, mittels des bezüglichen eindeutigen Targumausdrucks erklärt und in diesem Falle das Targum ohne Vorbemerkung läßt. Der Schluß des Asyls für russ. jüd. Ilüchilinge in Merlin, Fruchtstraße 1, am 22. October 1882. Nachdem der Rückzug der russ. jüd. Flüchtlinge infolge der Maßnahmen, die von Seiten der continentalen ComiW getroffen, schwächer geworden, war man übereingekommen, den Schluß des Asyls an dem Tage herbeizuführen, an welchem die 39 Knaben, die seit dem 4. August gastliche Aufnahme im Asyl gefunden, nach Pankow, einem Dorfe 7* Stunde von Berlin entfernt, übersiedeln. Es wurde Sonntag, 22. Okt. dazu bestimmt und erließ der Verein zur Verpflegung russ. jüd. Flüchtlinge Einladungen ergehen an die Mitglieder des deutschen Centralcomitß, des Berliner Lokalcomitßs, an den Vorstand des Verpflegungscomitös, an die Damen und Herren, die im Asyl thätig waren, an die Aerzte und Apotheker, die den Verein nach jeder Richtung hin unterstützt hatten und waren 150 Personen diesen Einladungen gefolgt. Der Raum, in welchem bisher die Flüchtlinge gespeist wurden, war festlich dekorirt worden und in Mitten des Saales war eine Tafel gedeckt, an welcher die Knaben Platz genommen. In Abwesenheit des Vorsitzenden Herrn Rabb. Dr. Hildesheimer, hielt Herr Dr. xd. Hirsch Hildesheimer die Festrede. Derselbe begrüßte zuerst die zahlreich Erschienenen, erinnerte, wie in ernster

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