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Der Israelit · 1882-10-25 · Heft 43 (25.10.1882) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
23 (1882)
Issue
Heft 43 (25.10.1882)
Date
1882-10-25
Page
– (sequence 19)
Language
German
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1083 hat umsomehr Interesse, da er gleichzeitig Zeugniß M, wie man sich in Bayern und namentlich in Mer hohen Bildungsstätte dem Antisemitismus gegenüber verhält. Herr Distrikts-Rabbiner Bamhcrger dahier erhielt nämlich in Anerkennung der Kechciligung an der Universitäts-Feier durch öffentlichen Gottesdienst und Predigt von dem k. Universitäts-Rektorate: 1. die silberne Gedächtniß-Medaille, 2. die Fest-Chronik der Alma Julia, 3. die Festrede des Rektors mit einem Dankschreiben zngesandt. Posen, im Oktober. Das in letzter Nummer des „Israelit" enthaltene, als Berichtigung und Ergänzung bezeichnte Referat enthält weder das eine lnoch das andere und fordert zu eilter Replik heraus. Zugegeben wird darin die Wahrheit alles bisher in dieser Angelegenheit Berichteten, zugegeben wird namentlich, daß die beiden alten Synagogen ge- Mssen waren und die eine, die sog. neue Betschule erst in Folge unablässiger Bemühungen Seitens einiger Mitglieder wenigstens für die hohen Festtage il'mützt werden durste; nicht bestritten wird ferner, «die Mittheilung, daß diese polizeiliche Erlaubniß luotz der gegnerischen Bemühungen erwirkt worden K. Welches' sind nun die Mittheilungen, die einer Berichtigung bedurften? Daß der Einsender in Be- M auf die Neubaufrage ganz und voll auf Seiten derer steht, die einen Neubau für ein Bedürfniß galten, ist ihm nicht zu verargen; aber hiermit wird immerhin nicht ein einziges Wort der früheren Mtheilungen widerlegt, die überhaupt weniger von Am projektirten Synagogenbau, als vielmehr von m\ durch das Heraufbeschwören dieser Frage herpeigesührten verworrenen Zuständen handelten. Dagegen bedürfen die Angaben des Einsenders allerdings einer Berichtigung. Zunächst sind die Mittel tu einem Neubau eben nicht so reichlich vorhanden, p man glauben machen will; es würde entschieden Belastung der Gemeinde erfolgen müssen und Me Befürchtung ist es eben, die die königliche Ne- Rierung veranlaßt hat, die Bestätigung des Beschlusses tu versagen; ferner sagt das Referat, die Schließung in Synagoge sei in Folge der Wiener Katastrophe nolgt. Da dieselbe aber erst am 8. Dezember, die Schließung der Synagoge aber bereits am 1. Nov. sutttgefunden hat, so ist die betreffende Angabe ebenes ungenau und hat eine wechselseitige Beziehung p nicht obgewaltet. Das geht auch schon daraus pvor, daß die Synagogen anfangs Januar wieder pünet werden durften und es bis nach dem Peßachblieben. Bon diese Zeit begannen die Jntriguen IMn^die Wiedereröffnung, die endlich zunächst für Schabuotfest, alsdann für die verflossenen Festlediglich durch die Bemühungen einiger Mitpn' der neuen Betschule erwirkt wurde. Dies ist im Wesentlichen der Inhalt der früheren Berichte und dieser wird durch nichts, dementirt. Ob aber das Projekt eines Neubaues in der That ein solches Bedürfniß ist, ob es ferner im Sinne der Majorität der Gemeinde ist, mag dahingestellt bleiben, da überhaupt die Angelegenheit jetzt der Aufsichtsbehörde vorliegt. Fest steht jedenfalls, daß auch die Opposition lediglich d-cp ds6 handelt und von einem Gegenwirken c’sp dsco überhaupt nicht die Rede sein kann, so daß eine dahinzielende Verdächtigung mit Entschiedenheit zurückgewiesen werden muß. Stadtoldendorf. Am 18. Okt. d. I. feierte der Schochet der hiesigen jüdischen Gemeinde, Herr I. Hünerberg sein 25-jähriges Schächter-Jubiläum. Schon als Kind eines tüchtigen Schochet von Beruf hatte er in seiner frühesten Jugend die beste Gelegenheit sich in diesem Fache tüchtig auszubilden und erhielt derselbe am 18. Okt. 1857 seine erste .-.Y2? vom sel. Dr. Landsberger in Hildesheim. Nach dem Tode seines Vaters wurde er in seinem Geburtsorte Lüthorst mit diesem so wichtigen Amte betraut, siedelte aber bald hierher über in gleicher Eigenschaft als Schochet fungirend bis zum heutigen Tage zur Zufriedenheit der Gemeinde. Möge der Jubilar, der sich fortwährend eines geistigen und körperlichen Wohles erfreut und in seiner bescheidenen Anspruchslosigkeit das Fest nur im engeren Kreise seiner Familie feierte, noch recht lange seines Amtes walten. — Ferner habe ich Ihnen die Mittheilung von einer hochherzigen Dotation zu machen. Die Herren Gebr. Frank dahier in Gemeinschaft mit Herrn Seligmann aus Coburg überreichten der hiesigen Gemeinde am vergangenen 'v ‘v folgende Geschenke: Ein aus schwerem Sammet mit reicher Goldverzierung gefertigtes Poroches. Eine Decke desgl. Stoffes für den Almemor. Eine Decke für die Kanzel. Eine Decke für das Vorbeter-Pult, welche am gen. Tage zugleich ihrer Bestimmung übergeben wurde. Herr Lehrer Eckmann gedachte dies dankend in einer kleinen Ansprache, die übrigen Mitglieder der Gemeinde durch ähnliche Geschenke auffordernd, das Gotteshaus und den Gottesdienst zu verzieren. Nach dem Gottesdienste fand ein solennes Mahl statt, wobei unser Vorsteher, Herr Rothschild auch Namens der Gemeinde seinen tiefgefühlten Dank gen. Herren aussprach. Oesterr. - Ungar. Monarchie. Brünn, 19. Okt. Die mährische Statthalterei hat aus Anlaß der antisemitischen Umtriebe an alle ihre

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