Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 23 (1882)
- Issue
- Heft 43 (25.10.1882)
- Date
- 1882-10-25
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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tragen den Erfordernissen der Gegenwart an äußerer Ausstattung und besserer Küchenleistung möglichst Rechnung. Einem dringenden Bedürfnisse wäre demnach an vielen Orten abgeholfen und dadurch den gesetzestreuen jüdischen Reisenden die Möglichkeit zu behaglicherem und weniger entbehrungsvollem Reiseleben gegeben. Ganz gehoben ist der Uebelstand indessen noch nicht. Es ist ein Mangel, daß dem betreffenden Reisepublikum noch kein Mittel geboten ist, sich darüber zu orientiren, wo, an welchen Orten koschere Restaurationen befindlich sind, und daß ihnen noch nicht durch eine zusammenstellende Namhaftmachung derselben deren Auffindung erleichtert ist. Es würde, wäre dieses der Fall, Mancher seine Reisedisposition darnach treffen können. Manchem scheint es unthunlich, im christlichen Hotel hierüber Erkundigung einzuziehen, ganz abgesehen davon, daß die auf diese Weise erlangte Auskunft nicht immer alle Gewiffensansprüche zu decken im Stande ist. Neulingen im Koscheressen, das heißt solchen, welche die Ereignisse und der Ernst der Jetztzeit wieder mehr dem jüdisch-religiösen Leben zugeführt haben, scheint diese Art der Erkundigung noch unthunlicher. Die jetzige Rischusbewegung hat ihnen die Augen darüber geöffnet, daß ihre bisherige ^abltz-ä'llote-Gepflogenheit an christlicher Tafel ihnen keinen Freipaß gegen antisemitische Anfeindung verschafft hat, und daß Schinken und Cervelatwurst sich als Verbrüderungsmittel der Menschen untereinander schlecht bewähren, ja daß Magenfreundschaften überhaupt keinen Werth haben. Diese haben immer erst eine gewisse Schamhaftigkeit zu überwinden, wenn sie auf der Reise nach einer jüdischen Restauration Umfrage halten wollen. Es ist daher gewiß ein sehr glücklicher Gedanke, mit deren Ausführung Herr B. Heidingsfelder in Frankfurt am Main sich jetzt beschäftigt. Derselbe wird nämlich nächstens ein Verzeichniß der sämmtlichen jüdischen Restaurationen Deutschlands, Frankreichs, Englands, Hollands, Belgiens, Oesterreichs, Italiens und Dänemarks herausgeben, eine Art Reisehandbuches für Israeliten. Der erste Band wird Deutschland, die übrigen Bände werden die außerdeutschen Länder umfassen. In der That ein überaus zeitgemäßes Unternehmen. Die von namhaften Ravbinen besonders als streng koscher gezeichneten Restaurationen werden durch vorgedruckte Sterne kenntlich gemacht. Das Werk erscheint in vorzüglicher Ausstattung und kann dem jüdischen Reisepublikum angelegentlichst empfohlen'werden. Oesterr.-Ungar. Monarchie. PestH, [13. Oct. Der von uns mitgetheilte offene Brief des Abgeordneten Ferdinand Horanszky , wurde vom Abgeordneten Julius Verhavay in dessen Journal Függetlenseg in der üblichen Manier dieses Bl. besprochen, wobei es an heftigen Ausfällen gegen die Person Horanszky's nicht mangelte. Dieser sah sich in Folge dessen veranlaßt, gestern in mehreren M! Journalen eine kurze Erklärung zu veröffentlichen, aus welchen Gründen er sich mit einem Verhovay M in keine Polemik einlasse. Diese Erklärung ließ an W Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig, und Verhovay M ließ Horanzky zum Duell herausfordern. Die Ab- M! geordneten Emerich Szalay und Geza Onody er-W' schienen als Zeugen Verhovay's, um von HoranszhM Genugthuung zu fordern. Dieser bezeichnete den W. Abgeordneten Ladislaus Szily und oen Husaren-W Reserve-Lieutenant Koloman Hellner als seine Be-W vollmächtigten. Die Zeugen traten noch gestern zu- W sammen; da jedoch die Austragung des Duells nicht W auf heute festgestellt wurde, wird, wie EgyetertesW meldet, gefolgert, daß irgend ein Hinderniß .sich er-W geben habe. W Im Tisza-Eszlarer Strafprozesse hat die Staats- W anwaltschaft ihre Anträge bereits dem Gerichtshöfe W übergeben. Der Staatsanwalt Havas verlangte in W einem von hier datirten Gesuche die Ergänzung der> Untersuchung hinsichtlich zweier Punkte. Zunächst W verlangte er einen beglaubigten Matrikel-Auszug über W das Alter des Hauptzeugen Moritz Scharf, da dies W von großer Bedeutung hinsichtlich der Aussage und> Beeidigung dieses Zeugen ist; ferner wird die Er-> gänzung der Untersuchung verlangt hinsichtlich derW Blutflecken, welche auf den Kleidern des Dadaer W Leichnams entdeckt wurden. Diese Flecken wurden > während der Untersuchung als Blutflecken angenom-> men, während der Landeschemiker Felletar in seinem > Gutachten die Möglichkeit zugab, daß dies Leichen- > flecken seien und daß sie nicht von jenem Leichname > herrühren, der bei Dada von der Theiß ans Land > gespült wurde, sondern von jenem, welcher früher > die angeblichen Kleider der Esther Solymossy ge- > tragen hat. Felletar erklärte zugleich, daß zur Fest- > ftellung dieser Thatsache nicht er, sondern der Ge- > richtsarzt von Nyiregyhaza berufen sei, weßhalb der > Staatsanwalt beantragte, daß die Kleider dem Ge- > richtsarzte zur Untersuchung übergeben werden. Man > erwartet, daß der Gerichtshof längstens binnen einer > Woche über diese Anträge schlüssig wird. Sodann > wird die Staatsanwaltschaft ihre meritorischen An- > träge stellen. Staatsanwalt Havas bleibt hier und > kehrt nicht nach Nyiregyhaza zurück, wo er nichts > mehr zu thun hat, nachdem er die ausführlichen > Aktenauszüge angefertigt und diese mitgenommen > hat. So wird der Sachverhalt von Egyetertes dar- > gestellt. I