Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 23 (1882)
- Issue
- Heft 42 (18.10.1882)
- Date
- 1882-10-18
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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XXIII. Jahrgang. rltr Leilage;n Nr. & 42 des Israelit. jeitungsnachrichlen und Correspondenzen. Deutschland. Posen, Anfang OcLober. In einigen Corres- ^ondenzen aus Posen wurden in letzter Zeit dem Israelit" über den hier projectirten Synagogenbau Mheilungen gemacht, die einer Berichtigung und Ergänzung dringend bedürfen. Der Mangel eines geräumigen Gotteshauses, vie es der Seelenzahl und dem Ansehen der hiesigen Gemeinde entspricht, wurde schon zu der Zeit, als lian die beiden altehrwürdigen, aber allzuengen Mptsynagogen noch benutzen durfte, lebhaft empfunden, und die laut ausgesprochenen Wünsche vieler Gemeindemitglieder veranlagten den Vorstand die Repräsentanten im vorigen Jahre dieser sFrage näher zu treten. Nach längeren Verhandlungen entschieden sich [Me genannten beiden Körperschaften durch einstimmigen Beschluß für einen Neubau, zu dem die Hälfte des erforderlichen Geldes aus dem vorhandenen Gelmeindevermögen bewilligt wurde, der größte Theil des Restes durch vorherigen Verkauf von Synagogenstellen, sowie durch freiwillige Beiträge beschafft war. - Inzwischen hatten die beiden alten Bethäuser wegen des Fehlens der nöthigen Ausgänge, die bekanntlich seit dem entsetzlichen Theaterunglück zu Wien immer energischer bei allen öffentlichen Gebäuden verlangt wurden, die Aufmerksamkeit der ''„ei in hohem Grade auf sich gezogen, und nach wie- I derhölten Untersuchungen war die dauernde Schließung I derselben wegen Feuersgefahr polizeilich verfügt worden. — Für Anschaffung eines anderweitigen Locals war bei dem unerwartet schnellen Eintreten dieser Maßregel in keiner Weise gesorgt. — Erst nachträglich und angesichts der hohen Feiertage ist aus Verwendung angesehener Gemeindemitglieder vom Vorstande eine Commission zur Miethung eines provisorischen Betlocals ernannt und zugleich ein angemessener Zuschuß zu den Cultuskosten bewilligt worden. — Als Local wurde der Saal eines großen jüdischen Hotels zunächst auf zwei Jahre gemiethet und mit allen zum Gottesdienst gehörigen Einrichtungen in würdigster Weise versehen. Die größere Zahl der Mitglieder der beiden alten Synagogen besucht seit jener Zeit — etwa Mitte des Ellul — regelmäßig dieses n5Dnn n’j. Daß außerdem für n"-i und 2"' Privatunternehmer für die gottesdienstlichen Bedürfnisse der keiner bestimmten Synagoge angehörenden Gemeindemitglieder Säle gemiethet haben, die während des Jahres etwa theatralischen Belustigungen dienen, ist ebensowenig hier wie in andern großen Gemeinden (Berlin, Wien 2c.) der rftnp zur Last zu legen. — Noch kurz vor Eingang des n"-> ist es nun Denjenigen, welche die alte, liebgewordene Betstätte um keinen Preis aufgeben wollten, nach vielen Verhandlungen mit der Polizei endlich gelungen, die Oeffnung und Benutzung einer der beiden vorhergeschlossenen Synagogen (der sogenannten „Neuen Betschule") wenigstens für die hohen Feiertage, unter strengster, feuerpolizeilicher Ueberwachung zu erlangen. — Der Eifer, mit dem diese Mitglieder sich bemüht, eine dauernde Zurücknahme des Schließungsverbots zu erreichen, ist nur zu loben. Daß aber eine Anzahl derselben, in der Meinung diesen Zweck dadurch zu fördern, sogar den Versuch nicht gescheut haben, durch Petitionen bei der Kgl. Staatsregierung den beschlossenen Neubau zu Hintertreiben, das ist weit eher geeignet, den Frieden der Gemeinde zu stören, als die friedlich von einem Theil der Mitglieder gemißbilligten Bemühungen der Gemeindebehörden um den Neubau. — Es ist klar, daß eine Reparatur der alten Bethäuser, die auf jener Seite gewünscht wird, das Bedürfniß nach einer großen Gemeindesynagoge nur auf Jahre zurückdrängen, nicht aber beseitigen würde. — Die Ehre der Posener Gemeinde wird jedenfalls am besten dadurch gewahrt, wenn dem erwähnten Bedürfniß möglichst bald Genüge geleistet, und nicht durch Verschleppung der Sache das Gefühl der Zusammengehörigkeit in der Gemeinde empfindlich geschädigt wird. Hoffen wir, daß nicht die immerhin berechtigte Vorliebe für ehrwürdige Betstätten (die vielleicht neben dem Neubau erhalten bleiben könnten) gottesfürchtige Mitglieder dazu hinreißen wird, denen, die das Zustandekommen einer großen Gemeindesynagoge mit alt-traditionellem Gottesdienst aus Gründen xbv □’Dttf ntttb verhindern möchten, ohne es zu wollen in die Hände zu arbeiten. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Wien, 3. Oct. Wie uns aus Brody gemeldet wird, hat heute der dortige Gemeinderath dem