Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 23 (1882)
- Issue
- Heft 41 (11.10.1882)
- Date
- 1882-10-11
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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1022 4) Im Pijut zu Sichronoth des ersten Tages von Rosch-Haschana findet sich folgende Stelle, die bis jetzt noch nicht genügend erklärt ist. ,pro rar , p nw >pa t4?*1 "dt rat4? Die punktirten Worte sind es, die dem Commentator große Schwierigkeiten machen. Heidenheim versucht zwei verschiedene Erklärungen, die beide gleich viel werth sind. p^LX soll soviel heißen wie Das glaubt kein Mensch7 es ist auch nicht abzusehen, zu welchem Zweck derPeijetan ein solches Monstrum von einem Wort gebildet haben soll, da er doch weder im Reim, noch in seinen akrostichischen Liebhabereien gestört gewesen wäre, wenn er statt pjsn regelmäßig pj£*> gebildet hätte. Ferner wird sich schwerlich eine Stelle im Pijut finden, wo der niai des angerufen wird, oder gar seines Enkels m«, von dem doch sonst nichts bekannt ist. Heidenheim hal dies gefühlt und sagt daher, unter m« sei ^22 gemeint, aber wo findet sich, daß der Name des Vaters so ohne Weiteres, ohne die übliche patronymische Bildung, auf den Sohn übertragen wird. Ist auch die hebräische Sprache in der Hand des Kalirs nom pn nsns aber mit solcher Willkür schaltet man selbst in einer herrenlosen Stadt nicht. Die Erklärung ist nach meiner Ansicht so. Der Poetan hat in einer der vorhergehenden Strophen die Verdienste Moses' und Aharons angerufen, der beiden höchsten Männer im jüdischen Staat, und schreitet chronologisch zu ihren Nachfolgern weiter. Der Nachfolger Moses' ist Josua — pnH' 121 — Der Nachfolger Aharon's war und auf ihn beziehen sich die folgenden Worte '-n-r; denn bei demselben heißt es (4. Mos. 27, 21) 17 oniNn auf welchen Vers der Poetan anspielt. Es bleibt nur noch das schwierige Wort iuön zu erklären. Da bietet sich uns eine Stelle im Midrasch Mischte 25, Vers 1, auf welche der Poetan unverkennbar Bezug nimmt. Dort heißt es in Anlehnung an den Vers: pjdd anT ’men r-JDN -p man “cn, daß Jeder, der sich erzürnt, am Ende seine eigenen Worte vergißt nteoj u’aD p» rnnn pan rrtpni ram rw natp nytcP Tspna?* Hier wird also deutlich Eleasar als derjenige bezeichnet, der wsn gesprochen hat, nachdem unser Lehrer Mosche es versäumt hatte. Bezugnehmend darauf hat der Poetan nach seiner Weise aus p« ein Nomen agentis mit Verdoppelung des letzten Radicals gebildet, wie etwa die Form *72*0 aus »iw, ähnlich wie er in der folgenden Strophe aus rumn vom Stamme hjk die Form pj«n, des Reimes wegen, bildet, er bezeichnet also den Eleasar als jobn' und die Stelle ist zu punktiren: p^tzx n-IK ’EDÖtPDI und zu übersetzen etwa: „und die rechtlichen Orakelsprüche des Wohlredners". X. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Nordheim vor der Rhön. Ein für'unsre Gemeinde erfreulicher und erhebender Vorgang fand am ersten Tage von ru»n »en in der hiesigen Synagoge statt. Herr Feibel Fuld, ein 76jähriger Greis, überreichte dem Cultusvorstande ein gleich schönes, wie werthvolles, silbernes T aß, die heilige Thora damit zu schmücken. Dies Geschenk rief allgemeine Freude hervor. Oesterr.-Ungar. Monarchie. GroHwardein (Ungarn). Unser Rabbiner, Herr M. Fuchs obschon erst seit einem halben Jahre in unsrer Mitte weilend, entwickelt eine solche segensreiche Thätigkeit, daß wir schon jetzt uns Glück wünschen dürfen, ihn als unfern Führer zu besitzen. Sein Hauptaugenmerk hat er auf die religiöse Heranbildung der Jugend, die bisher ziemlich vernachlässigt war, gerichtet und ist es ihm in dieser kurzen Zeit gelungen, eine 6klassige Schule, an der gottesfürchtige, intelligente Lehrer wirken, zu errichten, und leben wir der Hoffnung, daß diese Pflanzstätte der Jugend sich segensreich entwickeln werde. I. W. Fenillelv n. <M Munitz. Kulturhistorisches Zeitbild aus dem e r st e n D r i t t e l des 18. Jahrhunderts. Von S. Kohn. (Verfasser von „Gabriel".) (Fortsetzung.) „Es war so, wie Ihr sagtet!" fuhr Munitz erbittert fort. „Ich wollte nicht ein Verbrechen eingestehen, das ich nicht begangen, und wenn ich auch an meiner eigenen Zukunft verzweifelnd, dies hätte thun wollen, ich durfte es ja um meines edlen Weibes willen nicht thun! Sie war als meine Mit-