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Der Israelit · 1882-10-11 · Heft 41 (11.10.1882) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
23 (1882)
Issue
Heft 41 (11.10.1882)
Date
1882-10-11
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXIII. Jahrgang. Erste Leilage;» Nr L 41 des Israelit. Leitendem Avlikel. Einzelne Bemerkungen zu Keidenheim s Wachsorcommentar. Die großen Verdienste, die sich Heidenheim um die Herstellung eines correcten Textes und um die Erklärung der Pijutim erworben hat, sind zu bekannt, um erst einer Erwähnung zu bedürfen. Daß auch er, der große Meister auf diesem Gebiete, nichts Vollkommenes geschaffen, daß auch sein Eommentar Unrichtigkeiten enthält, liegt ebenso in der Schwierigkeit der Materie, wie in der Unvollkommenheit jedes menschlichen Schaffens. Ich lege im Folgenden dem gelehrten Leserkreise des „Israelit"^ einige, wie ich glaube, Verbesserungen des Commentars zu den Pijutim, ebenso einige sprachliche Bemerkungen, die wohl nicht viel zu bedeuten haben, die aber auch ganz anspruchslos auftreten, vor. Um mit Schabuoth zu beginnen, mögen einige Bemerkungen zum mo-ir« die Reihe dieser Notizen eröffnen. Zu lit. 'o heißt es daselbst: arm’ ny oyto Nnznfo ^p’nicr pn1?. Letzteres Wort erklärt Heidenheim mit rip'NL' pko, scheinbar aus dem Zusammenhänge gerathen, denn hätte er eine Belegstelle dafür gehabt, so würde er sie gewiß anführen, wie dies gewöhnlich seine Art ist, namentlich bei einem so seltenen Worte. Aber das Verbum tcnx im Sinne von „schweigen" kommt Synhedrin 7 vor, und als Hauptwort ist es im Syrischen erhalten, wo Ntfiiths — Schweigen ist. Der Ausdruck ist also gebildet wie b'pa itnp\ was ein intensives Rufen bedeutet, ebenso wwwa pp’nsp ein intensiv cs Schweigen. Aruch hat das Wort nicht und es ist deßhalb auch Heidenheim entgangen. Ich möchte die Bemerkung beifügen, daß dieser Sinn des Wortes auch den Midraschlehrern vorgeschwebt haben mag bei folgender Stelle. Es heißt nämlich: Man gibt einem Linsen zu essen als Symbol ne *p ns ddp pt* D’Eny no "o-i1? nioxier. „Wie die Linsen keinen Mund (oder Oeffnung) haben, so hat auch der Trauernde keinen Mund, denn er darf nicht grüßen." Es braucht nicht hervorgehoben zu werden, daß diese Argumentation eine sehr eigentümliche ist; es könnten ebenso noch viele andere Dinge zu diesem Zwecke dienen, die ebenfalls rund sind und keine Spalte oder Oeffnung haben. Es liegt aber nach dem Gesagten sehr nahe, daß damit eine Anspielung auf die Bedeutung des Wortes gemeint, nany würde mit Verwechselung des 'y mit n, was ohnedies in der Aussprache, worauf es doch hier allein ankommt, nicht beachtet wurde, Schweigsamkeit bedeuten, was als Symbol dem Trauernden gereicht wurde, zum Zeichen, daß derselbe der Schweigsamkeit sich befleißigen und nicht grüßen soll. Bei der Gelegenheit bemerke ich, daß der Singular von trotz der Maskulinarendung, nicht any, wie bei Gesemus s. v. im Wörterbuch, sondern nxny heißen muß, wie häufig in Mischna und Talmud gelesen wird. Ebenso wie der Singular von G'3'2 nicht po und von amyar nicht ~>iyff, sondern nsra und m-yp heißt, und so bei vielen Wörtern. Zur Zeit der Mischna war die Sprache noch theilweise lebendig und die Formen, die in ihr Vorkommen, müssen für die Bildungen der Sprache maßgebend sein. 2) Daselbst gegen Ende ju ycnp’ gibt Heidenheim mit:o-.', was ganz richtig und sinnentsprechend ist; denn es Wird in diesem Sinne in Chulin 75 a. yo-ipo :n gebraucht. Ich erwähne dies nur deßhalb, weil Levy in seinem Wörterbuche letztere Worte in einer nicht zu rechtfertigenden Weise übersetzt. Er schreibt, Chaldäisches Wb. II. 355 b., ycnpo Jn, ein in Stücke zerhackter Fisch von yap mit eingeschaltetem h. Daß es an jener Stelle nicht zerhackt heißen kann, geht für Jeden hervor, der die Stelle nur oberflächlich betrachtet, außerdem ist die Form eine active und keine passive und schon dadurch wird die Erklärung unmöglich. Dann beachte man Die vielen Targum - und Midraschstellen, die im Aruch und Toßaphot angeführt sind, und man wird es auffallend finden, daß in einem Werke, das sich als Targumwörterbuch ausgibt, ein solches Wort nur nebenbei aufgeführt und so grundfalsch erklärt wird; die Uebersetzung muß lauten: „ein heftig zuckender und springender Fisch". 3) Jn dem rvmya zum zweiten Schabuotabend, in dem Schlußpijut des p"«-,, der mit in»* beginnt, schreibt Heidenheim zu nsin nv> folgende Glosse — die gewiß nur einem lapsus calami ihre Entstehung verdankt, — laiyn nsjn nv msy, es sollte heißen: nsn Di’, da diese und nicht der noy am Schabuoth geschwungen worden. ■7 i i i h I I i ■ I j \ l j! i t! i '! ■' ’

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