Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 23 (1882)
- Issue
- Heft 39-40 (27.9.1882)
- Date
- 1882-09-27
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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976 Sinne der von der Regierung unbeantwortet gebliebenen Förster'schen Petition gesetzlich regeln will — so verdienen solche unbewachte Herzensergießungen nur recht niedrig gehängt zu werden, damit Jeder lesen kann, welche Leute heute die Bannerträger der konservativen Politik in Hessen sind und was wir zu erwarten haben, wenn diese einmal wirklichen Einfluß erlangen sollten! Und nun noch eins! Der Redacteur des „Kaff. Journ." bestritt dieser Tage in der gegen ihn verhandelten Strafsache vor dem Schöffengericht auf das Entschiedenste, daß sein Blatt gleichzeitig amtliches Organ für den Stadt- und Landkreis Kassel und den Kreis Wolfhagen sei. Aus der dem Gericht vorliegenden Nummer, welche eine entsprechende Notiz nicht enthielt, konnte der Nachweis nicht geführt werden. Angesichts der im redaktionellen Theil (auf der dritten Seite) der Nummer vom 19. in fetter Schrift enthaltenen Erklärung, welche wirklich die vor 4 Tagen abgeleugnete Thatsache enthält, weiß man in der That nicht, wie man ein solches Verhalten scharf genug kritisiren kann! Uns kann es gleichgültig sein, ob das „Kasseler Journal" Anlaß hat, seinen amtlichen Charakter zu verleugnen: — uns interessirt nur die Frage, ob nicht unsere Behörden Anlaß hätten, das „Kasseler Journal" zu verleugnen. Wohl trifft dieselben keine direkte Verantwortung für den Inhalt des Blattes, aber: Qui tacet, consentire videtur. Es würde ein Wort kosten und das anstößige Treiben Dieses amtlichen Organs würde ein Ende nehmen! Daß dieses Wort nicht gesprochen wird, das erschüttert das Vertrauen zu dem gerechten Wohlwollen und der Energie der Behörden! An maßgebender Stelle wird man sicherlich — im Gegensatz zu der Redaktion des „Kasseler Journals" sich der jUeberzeugung nicht verschließen, daß es wirklich ernste gegründete Besorgnisse sind, welche die Unterzeichner des Manifestes zum Reden getrieben haben. Möge man aber auch Sorge dafür tragen, daß nicht die Behörden für Anschauungen verantwortlich gemacht werden, welche sie unserer festen Ueberzeugung nach nicht theilen!" Cöln a. Rh. Dem Rechenschafts-Bericht des Vereines des jüdischen Lehrer-Seminars in Rheinland über das fünfzehnte Jahr seines Bestehens, entnehmen wir: Seit unserer vorjährigen Berichterstattung sind wiederum 10 Zöglinge entlassen worden und haben in verschiedenen Gemeinden als Lehrer und Cultusbeamte Verwendung gefunden. Mit dem Beginne des Wintersemesters war es uns vergönnt, 11 Aspiranten aufzunehmen, so daß nunmehr 27 Zöglinge, welchen Wohnung, Beköstigung und Unterricht gewährt wird, unserer Anstq angehören. 1 Am 26. Dezember wurde ein von uns entworfm neues Vereinsstatut einer General-Versammlung M Vereins-Mitglieder vorgelegt und erhielt die M stimmung derselben. Das neue Statut wurde gleiÄ zeitig mit einem Gesuche um Ertheilung von Com rationsrechten der hohen König!. Regierung eitd reicht. — Hochdieselbe hat nach Vornahme einigd Aenderungen an den Statuten unser Gesuch km wortend höchsten Ortes vorgelegt, und wir bürfei nunmehr die baldige Ertheilung von Corporation rechten von der Gnade Sr. Majestät des Kam erhoffen. 1 Die Erlangung derselben ist von hoher MW keit für die gedeihliche Fortentwickelung unserer M stalt. Unsere Lehrräume sind schon für den gem wärtigen Schülerbestand kaum ausreichend, urch bl] Wohnungsräume müssen zum Theil außerhalb ba Anstalt ermiethet werden. Die aus fast allen Thei!l] unseres Vaterlandes uns zugehenden stets sich mehm] den Gesuche jüdischer Gemeinden um Zuwendm von Lehrern, sowie die große Zahl der sich um b» Aufnahme bewerbenden Aspiranten sind für uns eie] ernste Mahnung, dem in so weiten Kreisen sich kum gebenden Bedürfnisse ausgiebiger als bisher Genüz] zu leisten. Soll der Eifer unserer Freunde M erkalten, so dürfte nicht mehr, wie bisher, die ba weitem größere Anzahl von Gesuchen beiderlei M unberücksichtigt bleiben. ] Wir stehen daher vor der unabweisbaren NM Wendigkeit eines Neubaues, welcher die zur Aufnabei] einer bei weitem größeren Schülerzahl und zur m düng neuer Klassen erforderlichen Räumlichkem darbietet.! In Anerkennung dieses Bedürfnisses einer fcrng ren Erweiterung unseres Wirkungskreises ist m Anregung des Herrn Provinzialrabbiner Dr. Lv Munk in Marburg eine Anzahl von thatkräftim einsichtsvollen und für unsere Bildungszwecke M geisterten Männern zu einem Comit6 zusammeim treten, welches die Aufgabe übernommen hat, unfern! Vereine neue Mitglieder und reichere Mittel führen. Es besteht aus den Herren B. Haas, L! Oppenheim und I. Goldschmidt in Marburg, n Strauß in Amöneburg, M. Strauß in Kirchhaie, E. Bacharach und M. Bacharach Sohn inNeiM A. Höxter in Gemünden, R. Max in FrankeiM S. Abraham und End. Strupp in Treysa unt»| dem Vorsitze des Herrn Provinzialrabbiner 2i-| Munk. Allen diesen würdigen und wackern Mitarbeiten, insbesondere unserm hochverehrten Collegen Hern I. M. Marx in Cöln sowie den Spendern der tß| finanziellen Theile unseres Berichtes verzeichnet