Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 23 (1882)
- Issue
- Heft 39-40 (27.9.1882)
- Date
- 1882-09-27
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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974 fangenschaft her. Sie standen unter einem gemeinsamen Oberhaupte, dem Resch Galutha. und erfreuten sich meistens ungestörter Ruhe und Sicherheit. Hier blühte die jüdische Wissenschaft wie kaum zuvor; hier wurde der babylonische Talmud zum Abschlüsse gebracht; in den Hochschulen von Sura, Pumpeditha und Nehardea sammelten sich viele Tausende lernbegieriger Jünglinge und Männer, und die größten Heroen der jüdischen Wissenschaft gingen aus ihnen hervor. Aber auch diese Blüthe schwand dahin, wurde vernichtet von Druck und Verfolgung. Um jene Zeit begann im äußersten Westen der alten Welt ein neues Morgenroth zu erglänzen. Auch in Spanien wohnten bereits seit vielen Jahrhunderten Nachkommen Jakobs; aber zur Blüthe gelangte das Judenthum dort erst um jene Zeit, als der letzte Gaon in Babylon starb. Schnell entwickelte sich zur herrlichen Farbenpracht die bis dahin noch zarte Knospe. Alle Künste und Wissenschaften fanden bei den Israeliten Spaniens die sorgfältigste Pflege. Die synagogale Poesie erreichte eine nie geahnte Höhe. Liebliche Sänger erhoben ihre Stimmen und erfüllten die Welt mit Wohlklang. Große Meister lehrten in den Hochschulen von Saragossa, Barcelona, Toledo, Granada und bildeten große Schüler aus. Grammatiker erforschten den Geist der hebräischen Sprache und stellten ihre Regeln fest. Jüdische Staatsmänner lenkten die Geschicke der Staaten. Große Kaufleute entsendeten ihre Schiffe über die fernen Meere, und jüdische Gutsbesitzer gehörten dem Adel des Landes an. Und diese große, zahlreiche, hochangesehene, jüdische Bevölkerung traf das bittere Loos der Verbannung. Wer dem Glauben der Väter treu blieb, mußte arm und elend dem Lande entfliehen, das seinen Voreltern länger als fünfzehnhundert Jahre eine theuer und vielgeliebte Heimath geworden war; wer nicht stark genug war, dieses Martyrium zu übernehmen, wer, um sich Heimath und Habe zu erhalten, den einzigen Gott verleugnete, wurde später vom Scheiterhaufen der Inquisition verzehrt, der nur Wenige entflohen, um im Auslande zum Gotte der Väter zurückzukehren. Aus England und Frankreich waren die Juden schon früher vertrieben worden, während sie in Italien und Deutschland unter den unerhörtesten Verfolgungen leiden mußten. Als in Deutschland das Mordschwert der Judenfeinde viele Tausende hinopferte , zogen von den Uebriggebliebenen große Schaaren nach Polen und Littauen, nach Ländern, die gegenwärtig unter russischer Herrschaft stehen. Daß von dort aus Tausende den Wanderstab ergreifen mußten, um den blutigen Verfolgungen zu entgehen, das ist unserer erleuchteten Zeit Vorbehalten geblieben. Die Gründe für diese merkwürdige Erscheinung geben uns die Weisen im Midrasch an. U heißt es: dkg ]onj -o nun' »nuo nwn n«LQ Ml mp' ton nnumi nntm nn»n ab nuo n«so ti», nj nrvn *6 nuo n«»o i-« ('« .rn'tt) nuo hnsd »b n\ 'ui nuo '»rp Mi j/um M nnn cruai , ncmrni ,mr| Enno) ontin rn M nuo nwso )ba «n (Vn on:| (i"y 's m Ino „Und es fand die Taube keine Ruhestätte Jehuda bar Nachman im Namen Rabbi Schiimonj sagte: Hätte sie eine Ruhestätte gefunden, so sie nicht zurückgekehrt. Ebenso: Sie (bie Israelis Nation) wohnt unter den Völkern, hat keine Rm stätte gefunden — hätte sie eine Ruhestätte gefundq so wäre sie nicht zurückgekehrt. Ebenso: Und jenen Völkern wirst Du nicht rasten und es nicht sein eine Ruhestätte — würde dort eine dauern» Ruhestätte sein, so würde Israel nicht zurückkehren.j Das ist die Offenbarung des Geheimnis warum Israel nicht dauernde Ruhe findet; soll zurückkehren, wenn es in Gefahr geräth, scinii hohen Bestimmung zu vergessen und das Bestreb» hat, gleich andern Völkern nur in irdischen DiW den Zweck seines Daseins zu erblicken. Israel soll niemals seine hohe Bestimmung aus dem 5 verlieren, es soll, wenn es vom rechten Weg chij wichen, zurückkehren zu seinem Vater im Himmel. Und daher ist das Hüttenfest, das Syn' unserer Wanderung , ein Fest der Freude, wie anderes. Die höchste Freude ist das Bewußtst daß wir uns stets und immer der sorgfältigsten" tung und Lenkung des allmächtigen Gottes erfreue Er wird uns nicht verlassen; Er will uns aberaul nicht loslaffen um Seines heiligen Namens will« da er uns zu Seinem Volke erwählt hat, M jenem Zeitpunkt, von dem der Prophet in derHabbj tara des ersten Tages des Hüttenfestes verheißt: ■ra löffi nnN 't 'w wnn vi'2 „Erscheinen wird der Tag, an welchem ganze Menschheit es anerkennen wird, daß der " Israels der einzige Gott ist!" U o t i z Die Notiz im „Israelit" Nr. 37 ist, scharfsinnig auch, eben nicht die einfache AnfliW der scheinbar schwierigen Stelle in *x ib Nach meiner Meinung ist die einfache Erklärungv' folgende: In «3 'd, wo es heißt: np2 ny udd rpmntf] (in unseren Talmudausgaben steht unrichtig nT.intij wie auch in w 'd, wo es heißt: nu' M wird Ä“ sprochen, von wirklichem mu; ich meine in bc Stellen wird das Verbot ausgesprochen: Man dm