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Der Israelit · 1882-09-07 · Heft 36 (7.9.1882) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
23 (1882)
Issue
Heft 36 (7.9.1882)
Date
1882-09-07
Page
– (sequence 8)
Language
German
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[XIII. Jahrgang. «rste öcitagr zu Nr. 36 des Israelit. situngsnachrichten rnrd Correspondenzen. Deutschland. Urberach. Am 18. und 19. August, ‘pv'y D'üsm 's puw feierte die hiesige israel. Gelinde die Einweihung ihrer neuen Synagoge. Die Igeheure Menschenmenge, die von allen Seiten aus Uingegend herbeigeströmt war, das herrliche Wetdas diese religiöse Weihe begünstigte und die äste, welche bei der Feier mitwirkten, das Alles g dazu bei, dem Ganzen einen glänzenden Verlauf geben. Nachdem Freitag Nachmittag in der seitherigen ynagoge der Schlußgottesdienst durch das omrr-Gebet gehalten worden war, sprachHerr Rabb. Dr. M arx s Darmstadt einige Abschiedsworte in so rührender eise, daß sich die Anwesenden der Thränen nicht thalten konnten. Mit der Aufmunterung, mit demben frommen Geiste wie seither auch fernerhin das ue Gotteshaus zu betreten und in ebenso inniger eise das Gebet zu Gott zu senden, schloß der Herr Miner seine Rede, worauf bei Herausnahme der iligen Gesetzesrollen aus dem enipn jn« der Chorrein der israel. Religionsgesellschaft aus Darmstadt oa \ti anstimmte. Gerührt verließ man das otteshaus, und nun begann der wohlgeordnete Zug Ion der alten Synagoge durch die beflaggten traßen unseres Dorfes nach dem neuen Gotteshause Mer Begleitung der Musik. Der Zug bot einen mächtigen und zugleich ergreifenden Anblick, der daurch, daß auch die christliche Gemeinde an demselben ch betheiligte, ein allgemeiner Festzug wurde. Nach üblichen Umzügen in der neuen Synagoge hielt >err Dr. Marx die Festpredigt. Er suchte in einündiger Rede unter Zugrundelegung des Verses iL nyv inns den Zweck des jüdischen Gottesauses darzulegen. Er wußte die Gefühle aller Anesenden zu erregen, die in lautloser Stille mit Beeisterung dem Vortrage lauschten. Am nsv-Morgen wrb uns nochmals das Vergnügen zu Theil, eine [tefernftc Predigt über Dnatcn o-dsp von Herrn r. M. zu vernehmen, in welcher er die Aufgabe er jüdischen Gemeinde auseinandersetzte. Belehrt nd ermahnt wurde die zahlreiche Zuhörerschaft, festustehen und in der Zeit religiösen Zerfalls mit beonderer Innigkeit dem Gottesgesetze anzuhangen und zu wachen, daß nicht das Wort der falschen Propheten Eingang finde. Möge unser Gotteshaus stets solch eine andächtige Schaar begeisterter Gottesverehrer in sich fassen, wie es an diesen Tagen der Fall war. — Eine gemächliche, gesellige Vereinigung hielt die Festgenossen am rob? bis zur srühen Stunde in heiterster, ungetrübtester Stimmung beisammen. Baiflngen (Württemberg). Die israel. Gemeinde Baisrngen, die durch den verehrten Herausgeber dieses geschätzten Blattes in seiner rühmlichst bekannten historischen Erzählung „Rabbi Joselmann 'von Rosheim" in sehr anerkennenden Worten gewürdigt und durch die daselbst referirten Thatsachen in weiteren Kreisen bekannt geworden ist, beging am 5. August d. I. jpy "s "t? die erste Säkularfeier ihrer im Jahre aspn (1782) erbauten Synagoge. Herr Rabbiner Dr. Silberftein aus Mühringen hielt aus diesem Anlasse eine in Form und Inhalt durchdachte und meisterhaft gelungene Festrede, die den Herzen aller Zuhörer wohlthat. Dieselbe zeichnete im ersten Theile in großen und scharfen Zügen die Geschichte der Gemeinde von ihrem Beginn (ungefähr im Jahre 1670) durch Vertriebene aus Wien, während der zweite Theil die Art besprach, wie die Gemeinde Gott durch Heilighaltung und Verehrung der Synagoge, durch frommes Verhalten im Leben und durch die religiöse Erziehung der Jugend für die wunderbare und gnadenreiche Führung zu danken habe. Hieran reihte sich noch eine kurze Ansprache des dahier etwa 23 Jahre amtirenden Herrn Lehrer Kahn, worin derselbe unter dem Ausdrucke innigen Dankes gegen Gott für das Erleben dieses Tages hervorhob, wie die herzliche Eintracht, welche die Mitglieder dieser Gemeinde unter sich und mit ihrem Lehrer stets verbunden, ihr zur Zierde gereiche und fortbestehen möge, auf daß auch fernerhin der Segen des Herrn über dieser Gemeinde und ihrem Gotteshause ruhe- Feierlichkeiten außerhalb der Synagoge fanden nicht statt. Zündorf a. Rh. Freitag und Samstag, den 18. und 19. August, feierte Zündorf ein Fest, das noch lange Zeit in der Erinnerung der Betheiligten bleiben wird, nämlich die Einweihung einerneuen Synagoge. Freitag Nachmittag begann dem

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