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Der Israelit · 1882-08-16 · Heft 33 (16.8.1882) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
23 (1882)
Issue
Heft 33 (16.8.1882)
Date
1882-08-16
Page
– (sequence 10)
Language
German
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838 sicherzustellen, welche der Olmützer Cultusverein theilweise schon besitzt, indem demselben das Recht der Matrikenführung und der Evidenzhaltung der in Olmütz stattfindenden Geburten, Trauungen und Sterberälle bei Israeliten bereits zugesprochen worden ist." (Mähr.-Schles. Correspondenten.) Wie man der „Polit. Corr." aus Lemberg meldet, macht die „Repatriirung der jüdischen Flüchtlinge nach Rußland" gute Fortschritte. Die Zahl der in der letzten Woche repatriirten Emigranten betrug 739, diejenige der gegenwärtig noch in Galizien befindlichen beziffert sich auf 6121 Individuen. Die Pariser Allianze Jsraelite beschloß, 300 Familien von beiläufig 1200 Köpfen nach Paris und Frankreich zu übersiedeln; doch werden nur sülche Flüchtlinge ausgenommen, die sich mit der Kenntniß eines nützlichen Handwerkes ausweisen können. Das Brodyer Comits beschloß in einer vertraulichen Konferenz mit Venezianer und Makower, sich an die Regierung mit der Bitte zu wenden, sie möge einigen Hundert der flüchtigen Judenfamilien die Bewilligung zur stabilen Ansiedelung in Oesterreich ertheilen. — Aus Nyiregyhaza, 1. August, wird der „N. Fr. Pr." telegraphirt: Die Vorerhebungen in derTisza- Eszlarer Affaire haben, abgesehen von der Aussage des Schächtersohnes, ein absolut negatives Resultat ergeben. Weder liegt ein Geständniß der des Mordes Beschuldigten vor, noch konnte eine gravirende Zeugenaussage beschafft werden. In den letzten Tagen hat wohl der Schächter Schwarz, ein kranker, auffallend schwächlicher Mann, freiwillig gestanden, er habe der Esther, die ihn mit Grimassen verhöhnte, eine Maulschelle versetzt, woraus dieselbe tobt hingesunken sei; darauf habe er das Mädchen aufgehoben, die Leiche hinter der Synagoge unter Mist und Gras verwahrt und Nachts zur Theiß getragen und ins Wasser geworfen. Als der Richter ihm vorhielt, er sei zu schwach, um mit einem Schlag einen Menschen zu tödten und ein großes Mädchen allein zur entfernten Theiß zu tragen, bekannte er, das Ganze sei eine Fabel. Er sei krank, hoffe nichts vom Leben und habe gedacht, so der Sache ein Ende zu machen. Nun sehe er ein, Alles sei umsonst, dieWahrheit sei, daß er von Esther's Schicksal nichts wisse. Das einzige positive Resultat der Vorerhebungen ist die Eruirung der Identität der Leiche, welche bei Dada ausgefischt wurde; doch ist der Zusammenhang des Leichenschmuggels mit dem Morde noch nicht hergestellt, auch der Mord selbst ist nicht konstatirt, da noch nicht ausgeschlossen ist, daß Esther noch lebe, selbst wenn die Kleider der Leiche die ihrigen gewesen wären. Asien. Beyrut Ungefähr 200 jüdische Flüchtlinge sind aus Egypten dahier angekommen; säst alle befinden sich in einem hilfsbedürftigen Zustande. Man hat sich um Hilfeleistung telegraphisch an die Alliance Jsr. in Paris gewandt, die sofort 1000 Francs zur Unterstützung derselben sandte. Bei dieser Gelegenheit erwähnen wir, daß die Alliance in gleiche Weise 2000 Francs für die Brandbeschädigten in Smyrna geschickt hat. Das Dampfboot der Messageries Maritimes Campagnie, welches am 10. Juli in Algier ankam, hat ungefähr 100 arme jüdische Familien von Alexandrien ans Land gesetzt. Die jüdischen Behörden haben sogleich Maßregeln zu deren Unterstützung ergriffen. (Jew. Chr.) K l e i n a s i e n. Die in Adalia, der Hauptstadt der Provinz Karaman, wohnenden Juden waren neulich von Seiten der griechischen Bevölkerung einer Verfolgung ausgesetzt, die zu einem schriftlichen Verkehr zwischen dem Oberrabbiner von Konstantinopel und dem Patriarchen von Phana Veranlassung gab. Der Erfolg desselben war eine dringende Mahnung des Patriarchen an den Erzbischof von Pisidia, allen seinen Einfluß aufzubieten, daß künftighin derartige feindliche Angriffe aus die Juden von Seiten der Griechen vermieden werden. (Jew. Chr.) Feuilleton. Lob Munitz. Kulturhistorisches Zeitbild aus dem e r st e n D r i t t e l des 18. Jahrhunderts. Von S. Kohn. (Verfasser von „Gabriel".) (Fortsetzung.) „Was war das?" frug Josef Oppenheim ungeduldig, in höchster Spannung. „Am nächsten Tage wurde er von einem seltsamen Besuche überrascht. Eine fünfgliederige Kommission des Kriminalgerichtes, welcher auch der Secretär beigegeben war, trat in sein Zimmer. „Nichtswürdiger Betrüger!" donnerte der Kriminaldirektor, „wo hast Du die Edelsteine unseres allergnädigftcn Landesherrn, welche Dir zur Ver-

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