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Der Israelit · 1882-08-16 · Heft 33 (16.8.1882) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
23 (1882)
Issue
Heft 33 (16.8.1882)
Date
1882-08-16
Page
– (sequence 6)
Language
German
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834 ist; beide, Regierung sowie Bevölkerung, müssen mit Blindheit geschlagen sein, wenn sie dieses verkennen und: „Wen die Götter verderben wollen, den schlagen sie erst mit Blindheit." Wer kauft im Auslande und Jnlande Handwerkzeuge, Maschinen rc. und verkauft solche gegen Caffa oder Eredit an russische Bauern und Besitzer? Die Juden. Wer gibt vor der Ernte an Bauern und Besitzer Geldvorschüsse zu Arbeitslöhnen und andern nöthigen Auslagen? Die hohen Herren Senatoren, Excellenzen, Grafen und Fürsten, Grandseigneurs und Besitzer ffwn großen Ländereien mögen ihre Aristokratenhände auf die Stelle legen, wo ein Herz vermuthet wird, und aufrichtig antworten: Die Juden. Wer schafft Käufer für Getreide und Landesproducte, wer kauft sie selbst, wer schafft Capitalien aus dem Auslande, um die zahlreichen Producte an Ort und Stelle zu bezahlen? Wer beschafft die Fuhrwerke, die Säcke und Emballagen, um die Landesproducte nach den Eisenbahnstationen zu bringen? Wer expedirt die Waaren nach den Handelscentren und Hafenstädten? Wer exportirt Spiritus, Zucker sc. rc.. Antwort: Nur die Juden. Während der Grandseigneur in den russischen Clubs oder gar im Auslande bei den Karten und ähnlichen nützlichen Sachen das russische Geld verduften läßt und seine auf den Gütern zurückgelassenen Bevollmächtigten sich bereichern, arbeitet der russische Jude bei Tag und Nacht, um den geringen Unterhalt für seine Familie zu verdienen und für die Tage des herannahenden Alters zu sparen und verdient im ganzen Jahre kaum dasjenige, was der Grandseigneur an einem Abend verjubelt. Durch dieses anstrengende Arbeiten für seine Familie verwerthet der russische Jude aber zugleich die Landesproducte der Bauern und Besitzer und schafft die Balance gegen das Geldverschwenden der Grandseigneurs und das Sichbereichern von deren Bevollmächtigten. „Die Juden exploctiren die andere russische Bevölkerung" war die Parole zu ihrer Plünderung und Verfolgung. Nach einer so brillanten Ernte, wie sie Rußland zuletzt gehabt hat und von einer in Aussicht stehenden sehr guten, vielleicht noch besseren Ernte, müßten jetzt täglich viele hundert Waggons Getreide in die einzelnen Hafenstädte ankommen, während thatsächlich kaum der fünfte Theil davon ankömmt. Wo bleibt der Rest? Antwort: Die Juden wollen die russische Bevölkerung nicht mehr exploctiren, geben kein Geld, schaffen keine Fuhrwerke, Säcke, Käufer rc. und: das Getreide verfault theils auf den Gütern, theils wird es von den Mäusen zerfressen. Das ist die erste Abzahlung für die Judenverfolgung in Rußland, die größere Heimzahlung erfolgt vor und nach der diesjährigen Ernte. Welchen Einfluß das jetzige Sichfernhalten der Juden von Geschäften für den Handel in russischen Landesproducten und deren Export nach sich ziehen wird, kann nur derjenige beurtheilen, der russische Verhältnisse genau kennt. Selbst diejenigen jüdischen Händler, welche auch fernerhin das Geschäft betreiben wollen, werden nicht mehr wie früher im Stande sein, auswärtige Capitaliften zu bewegen, viel Geld nach Rußland vorher zu senden. , Aus Mangel an Capital, an der nöthigen Intelligenz und an Lust zur Arbeit Seitens der Producenten dürfte ein großer Theil der künftigen Ernten in Rußland nicht mehr an die Märkte kommen und für immer verloren geben. Asien. Bombay, Das immer von Neuem wieder aufgewärmte Märchen vom Gebrauch des Christenblutes scheint im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts besonders floriren zu wollen. Zum Christenblute gesellt sich nun auch Mohamedanerblut. Ein hier erscheinendes Blatt, mit Namen „Karrid i Bombay", beschuldigt die Juden, nicht nur Blut, sondern auch Fleisch bei Zubereitung der Passakuchen zu verwenden. In einem Artikel mit der Ueberschrift: „Ein gräulicher Gebrauch unter den Juden und deren Vorliebe zu muselmännischem Blute," wird die Zeit des angeblichen Mordes genau angegeben. Der ermordet sein sollende Knabe, wie dessen Mörder, werden mit Namen genannt, aber freilich nur mit ihrem Vornamen. Zum Glück lcgte sich die durch die ruchlose Erfindung hervorgernfene Aufregung bald wieder. Ein einflußreicbesWitglied der lnesigen jüdischen Gemeinde, Mr. D. Sasson, drohte mit der Anzeige bei der Polizei, wenn der Nedacteur nicht widerrufe und siehe, die Furcht vor der schneidigen, englischen Polizei war doch größer als der Haß gegen die Juden. In der nächsten Nummer stand das Bekenntniß, eine irrige Mittheilung gebracht zu haben. (Jsr. Wchschr.) Feuilleton. Ier Sohn der Aiüwe. in. Der glorreiche Kampf Deutschlands gegen Frankreich war zu Ende. Siege waren erkämpft worden^ wie sie die Weltgeschichte bisher nicht gekannt hatte-

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