Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 23 (1882)
- Issue
- Heft 32 (9.8.1882)
- Date
- 1882-08-09
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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XXIII. Jahrgang. Erste Beilage tu Nr. 32 -cs Israelit. Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. Deutschland. Aus Bayern, 31. Juli. Gegen den verantwortlichen Redacteur des „Bamberger Volksblattes" ist wegen einiger Artikel, die Tisza-Eszlar-Affaire betreffend, Strafantrag auf Grund des 8 166 des R-St.-G.-B. gestellt worden. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Pefih, 27. Juli. Die Tisza-Eszlarer Affaire hat beinahe zu einem Duell zwischen den beiden Abgeordneten Eötvös undVerhovay geführt, von denen der erstere die Vertheidignng eines Theiles der Angeklagten übernommen hat, während letzterer in seinem, die'äußerste Nuance der äußersten Linken repräsentirenden Blatte „Függetlenseg" mit noch einigen magyarischen Blättern auf das Heftigste gegen die Juden agitirt, was eine recht wirksame Jagd auf Pränumeranten ist. Frankreich. Paris, 29. Juli. Eine Meldung der „Agence Havas" besagt: In Tripolis bestehen unter der maltesischen und jüdischen Bevölkerung lebhafte Befürchtungen. Die Konsuln suchten die erregten Gemüther zu beruhigen. Der Gouverneur erklärte für die Aufrechthaltung der Ordnung einzustehen. England. London, 30. Juli. Vor Kurzem erschien die von der gelehrten Welt längst mit Spannung erwartete englische Übersetzung des Maimonidischen Werkes: o'suj miD, welche der rühmlichst bekannte Director ldes „Jewish College", Herr Dr. Friedländer, nun zur Vollendung brachte und dadurch die Literatur Mit einem großen Schatze bereicherte. Die Aufgabe M englischen Uebersetzers war eine bedeutend schwierigere als die des deutschen Würstenthal) und Liedes französischen (Munk), indem die englische Sprache an und für sich nicht so wortreich ist und der feurige hebräische Sprachgeist nur mit unbeschreiblicher Mühe in's Englische übertragen werden kann, peßhalb der hebräische Text oftmals umgangen und der arabische Original-Text zur Richtschnur genommen werden mußte. Zwei Schüler werden von dem bescheidenen Herrn Dr. Friedländer als Mitarbeiter benamt, nämlich: der Rev. Mr. Hermann Gollancz (welcher kürzlich als Prediger der South - Congregation zu Manchester angestellt wurde) und der noch im „Jewish-College" studircndeMr.Israel Abrahams. Das Werk erfreut sich der ungetheilten Anerkennung und wird auch von nicht israel. Kritikern gewürdigt. Serbien. In Belgrad fand heute, wie man der „Pol. Corr." von dort meldet, ein durch radicale und nihilistische Elemente inscenirter Judenkrawall statt, der jedoch durch die Energie des Ministers des Innern, Herrn Garaschanin, rasch erstickt wurde. Der Korrespondent fügt hinzu, der König und die Regierung seien über diesen Vorfall äußerst erbittert und fest entschlossen, die Agitatoren, die es lediglich darauf abgesehen haben, der Regierung Verlegenheiten zu bereiten, exemplarisch zu bestrafen. Türkei. Konftantinopel. Der Großvezier erließ unterm 26. v. ein Circular an die Provinzialstatthalter, des Inhalts, daß laut bei der Hohen Pforte eingelaufener Nachrichten die jüdischen Emigranten aus Rußland bestrebt seien, sich auf ottomanischem Territorium häuslich niederzulassen. Da die einschlägige Erlaubniß noch nicht ertheilt sei, dürften derartige Emigranten nirgends ohne die vorherige besondere Ermächtigung der Pforte ausgenommen werden. Feuilleton. Löb Munitz. Kulturhistorisches Zeitbild aus dem erstenDrittel des 18. Jahrhunderts. Von S. Kohn. (Verfasser von „Gabriel".) (Fortsetzung.) „Es war eine eigenthümliche Geschichte. Eines Tages hatte sich in Munitz Werkstatt ein Mann