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Der Israelit · 1882-08-09 · Heft 32 (9.8.1882) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
23 (1882)
Issue
Heft 32 (9.8.1882)
Date
1882-08-09
Page
– (sequence 4)
Language
German
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und hierzu bedürfen wir parater Geldmittel! der Lage zu fein, demnächst erst die mit .bundenen CornitHs um solche anzugehen. Aus; - Grunde ersuchen wir dieselben, die bei ihnen! liegenden Gelder, so weit sie irgend glauben! M ^en gegenüber ihren Lokalbedürfnissen entbehren! W Innen, uns einzusenden.! Vf So eben geht aus London, das sich unvergängfjy, . Verdienste um die Auswanderung erworben $/•: * die Nachricht ein, daß von dem dortigen Comitö Woche nur 300, die folgende Woche 250, die .rauf folgende 130 Seelen von Lemberg aus expe- H Irt werden sollen, und sodann wahrscheinlich die .Expedition für dieses Jahr eingestellt werden wird, 'ritt dieser Zustand ein, so muß angesichts der veränderten Sachlage irgend ein anderer Modus gefun- M' ben werden, wie den Nebeln in Brody, das noch an x k 12.000 Flüchtlinge enthalten soll, abzuhelfen ist, und f was für die nach Amerika Beförderten geschehen - soll, denn es war nicht die Absicht der Unglücklichen durch Versetzung in ein Land, dessen Sprache und Sitten und Art des Handels sie nicht kennen, noch hilfloser zu machen, sondern sie in den Stand zu setzen, sich in einem freien Lande zu erhalten. Um zunächst Etwas zu thun, haben wir beschlossen, durch einen nach Brody Delegirten aus den Familien, welche repatriirt werden müssen und in ihrem Heimathlande nicht einmal die Lehmhütten wiederfinden, in welchen sie ihren ärmlichen Hausrath hatten, eine namhafte Zahl von Kindern auszusuchen und hier in bescheidenen Verhältnissen zu brauchbaren Menschen erziehen zu lassen, welche nach einigen Jahren ihren dem Elend preisgegebenen Familien eine Stütze werden können. Unser ComitL hat hierfür 50,000 Mark bewilligt, und wir bitten Alle, welche ein Herz für dieses Unternehmen haben, uns spezielle Gelder für diesen Zweck zur Verfügung zu stellen. Es handelt sich um Erhaltung der Kinoer während mehrerer Jahre. Sollte ein EomitH andere und bessere Vorschläge machen können, so besprechen wir die höchste Bereitwilligkeit, sie in Erwägung zu ziehen. Berlin, 2. Juli 1882. Das Deutsche Central-Comits für die russisch-jüdischen Flüchtlinge. M ak o w er, Vorsitzender. Die Einnahmen beliefen sich auf nahezu 400,000 Mark, die Ausgaben bis Ende Juni auf rund 140,000 Mark. Zeitungsnachrichtne und Correspondenzen. Deutschland. Würzburg, im August. Wo die Eindrücke auf Geist und Gemüth, auf Verstand und Sinn so mächtig und zahlreich sind, wie in dem gegenwärtigen Universitäts-Jubiläum, da fällt es schwer, aus dem Ganzen das Einzelne hervorzuholen oder dasjenige herauszufinden, wofür ein Sonderintereffe besteht; denn das Einzelne bildet hier ein nur schwer lösbares Glied zum Gesammtbilde. Wir feiern hier ein großes Fest, bei dem sich die Männer der Wissenschaft die Hände reichen, an dem eine ganze Welt theilnimmt und das keinen Unterschied der Religion, der Nation und der Sprache kennt. Eine Stätte der Wissenschaft, die Alma Julia, hat wieder ein Säculum ihres ruhmreichen Bestehens zurückgelegt, und die Wissenschaft selbst feiert damit einen Sieg ihrer Kraft und Fortdauer, ihres Fottfchrittes und ihrer Anerkennung. Kein Wnnder, daß die Musensöhne aus aller Welt Gegenden herbeiströmten, der geliebten Mutter Glück zu wünschen und sich an ihrer Blüthe und an ihrer Lebenskraft zu erfreuen. Kein Wunder auch, daß die Stadt, welche so glücklich ist, eine solche Anstalt in ihrer Mitte zu haben, an dem Jubeltag derselben ihr feierliches Kleid anlegt, daß Commune wie Einzelne wetteifern, den Tribut der Verehrung und der Dankbarkeit zu bringen. Davon überzeugt uns wohl am Besten ein Blick auf das Bild unserer Stadt, ein Rundgang durch ihre Haupt- und Nebenstraßen. Aus vielen Hunderten der gelungensten Sinnsprüche, welchen man begegnet, bezeichnet folgender so recht die Situation: „Würzburg im Festes Glanz, Julia im Ruhmeskranz, Edles Geschwisterpaar, Herl Dir immerdar!" Doch es wäre müßig, eine fernere Schilderung von diesem schönen Bilde zu geben, oder zu sprechen von der Menge der Fremden, der hohen Gäste und Festtheilnehmer, von den einzelnen Festlichkeiten, die alle den schönsten Verlauf nehmen, von den zahlreichen Reden, die von den Meistern der Eloquens, der Kunst und der Wissenschaft gehalten und auf Herz und Geist der Hörer den gewaltigsten Eindruck wachen, von der Freude, welche sich zwischen ehemaligen Studiengenoffen kundgibt; das Alles wäre, bis diese Zeilen Ihren Lesern zu Gesicht kommen, längst überholt und von den Tagesblättern ausführlich berichtet; auch gehören solche Schilderungen weniger in den Rahmen Ihres gesch. Blattes, das nur Dinge von speciell jüdischem Interesse im Auge hat und zur Sprache bringt. Würden wir nun von diesen Gesichtspunkten aus nur auf die Vergangenheit zurückblicken, so würde uns allerdings dieses Fest wenig

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