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Der Israelit · 1882-07-26 · Heft 30 (26.7.1882) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
23 (1882)
Issue
Heft 30 (26.7.1882)
Date
1882-07-26
Page
– (sequence 4)
Language
German
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752 AeitnngSnachrichten und Correfpoudenzeu. Deutschland. Berlin, 19. Juli. Im christlich-sozialen Vereinshause tagte gestern Abend eine vom sozialen Reichsverein einberufene und sehr gut besuchte antisemitische Volksversammlung. Dr. Henrici referirte über „den internationalen Antisemitenkongreß," der im September in Dresden stattfinden soll, sowie über die Tisza-Eszlar-Affaire. Als Hauptzweck des Kongresses bezeichnete er, der wirtschaftlichen Ausbeutung der christlichen Nationen durch die „Alliance Jsraelite" in geeigneter und noch näher zu beschließender Weise entgegentreten. Der Redner verbreitete sich dann über die Judenfrage im Allgemeinen. Er lobte das praktische Verständniß der Russen, welche die jüdischen Aussaugungsmuskeln einfach unterbunden hätten, schilderte die Roth, welche die Amerikaner mit den arbeitsscheuen und verkommenen eingewanderten Juden hätten, feierte Jstoczy, der zuerst in einem europäischen Parlament die Judenfrage zur Sprache gebracht habe, und zwar lange bevor die elende Judeninterpellation von dem Judenknecht Hänel im preußischen Abgeordnetenhause gestellt worden sei, und bezeichnete sodann die Affaire in Tisza- Eszlar als den Wendepunkt, von dem das Ende der Judenherrschast datiren würde. Angesichts dieser Affaire gelte es Fanatiker zu sein, aber kühl bis ans Herz hinan! Der Redner empfiehlt sodann einen Massenstrike gegenüber den jüdischen Richtern und wünscht, daß durch Ministerialreskript alle jüdischen Richter einfach beseitigt würden. Selbst für eine Verfaffungsverletzung den Juden gegenüber würde das Volk immer Indemnität ertheilen. Raubthiere verdienten keine Schonung. Angesichts der Affaire in Tisza - Eszlar sei eine genaue Statistik über die verschwundenen Personen sehr am Platze; denn was in der Synagoge von Tisza-Eszlar geschehen sei, sei auch anderwärts möglich! (Ruf: in Berlin find schon viele Mädchen zu Ostern verschwanden!) Die Tisza-Eszlarer Affaire sei aber gegenüber den schweren Schäden, welche das wirthschaftliche Messer der Juden dem Wohlstände der christlicher Nationen zufüge, von untergeordneter Bedeutung. Gegen oie wucherliche Ausbeutung der Nationen gelte es Front zu machen. Allerdings sei es eine ekelhafte Aufgabe, sich mit dem Schmutz befassen zu müssen, aber man werde Rache dafür nehmen, daß man sich mit dem jüdischen Gesindel habe herumschlagen müssen. „Nicht eher werden wir ruhen," schließt Redner, „bis das Judenthum in den Staub gezogen ist, in den es gehört!" (Stürmischer, lang anhaltender Beifall.) Dem ungarischen Abgeordneten Jstoczy und Henrici werden Hochs ausgebracht. Es werden darauf Resolutionen angenommen. In der ersten wird der Vorstand des sozialen Reichsvereins ermächtigt, an die ungarischen antisemitischen Abg. v. Onody und v. Jstoczy eine Dankadresse zu erlassen, die zweite betrifft einen Antrag an die Regierung, in welcher dieselbe ersucht! wird, alle Juden und speziell die Synagogen unter polizeiliche Aufsicht zu stellen.*) Altona, 7. Juli. Zu meinem Bedauern muß ich von dem Hinscheidcn eines allgemein beliebten, frommen Mannes Mittheilung machen. Es ist der auch Ihnen, geehrter Herr Redacteur, wohlbekannte ’"~o uni j’c’jd '“i “onn Dann Allgemeine Trauer brachte der plötzliche Stcrbefall. Der Verstorbene hatte eine schadhafte Stelle aiu Finger, die er nicht beachtete und zog sich eine Blutvergiftung zu. Da er seine Schmerzen andern Ursachen zuschrieb, so hatte die Krankheit in kurzer Zeit so um sich gegriffen, daß, obgleich die Aerzte mehrere Operationen Vornahmen, keine Rettung mehr möglich war. 'piD ppB 3X7 po’ja nnx u»na-ma nn>s Pipi t>"-i nemn nn>23. Da er außer seinem vielen Wissen prTwa auch im Profanen tüchtig war, wurde er seit mehreren Jahren als Repräsentant der Gemeinde gewählt und schlichtete er durch sein dhid? jikp und scharfsinniges Denken nlanche Streitsache. Hatte man eine schwierige Sache zu berathen, so war er es, bei den: manMnreichenden Aufschluß erlangen konnte. In den mißlichsten Zeiten wußte er durch sein heiteres Temperament den Leidenden Trost zu geben. Die Worte Herders: „MußtDu des Herzens Kummer auf Erden Einem vertrauen, gehe zum Heiteren, er ist auch der barmherzige Mann," bestätigte sich bei ihm im wahrsten Sinne des Wortes. Außer seiner tüchtigen Arbeitskraft als Repräsentant verlieren viele Vereine an ihm einen schwer ersetzbaren Vorsteher; seine vielen Aemter verwaltete er mit Liebe und Ausdauer. Der nuoto« wvir,' »3x sende seiner hinterlassenen achtbaren Frau und seinen Kindern wie Geschwistern den heilsamen Trost. n"3i»r.n Einbeck. Die erfreuliche Thatsache, daß in dieser Drang - und Leidensperiöde unsrer russischen Glaubensbrüder die Herren Israels sich erschließen und viel, oft und freudig geben, liefert den besten Beweis, nra nr o’inj/ ton»» -3, von der Solidarität Israels. Die 4000jährige Geschichte Israels — eine Kette fast ununterbrochener Leiden — lehrt uns zur Genüge, ton&p» pto« o, daß wir nicht verwaist *) Und solche Verleumdungen und Aufhetzungen dürfen ungehindert vorgebracht werden!!

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