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Der Israelit · 1882-07-05 · Heft 27 (5.7.1882) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
23 (1882)
Issue
Heft 27 (5.7.1882)
Date
1882-07-05
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXIII, Jahrgang. Erste Aeilage;u Nr. 27 des Israelit. Leitender Artikel. Literarischer Bericht. Von 8. Jggereth Baale Chajjim. Abhandlung über die Thiere von Kalonymos ben Kalonymos oder Rechts st reit zwischen Mensch und Thier vor dem Gerichtshöfe des Königs der Genien, ein arabisches Märchen nach Vergleichung des arabischen Originals aus dem Hebräischen in's Deutsche übertragen und mit Textescorrectnren wie mit sachlichen Erläuterungen versehen von Di'. Julius Landsberger. Darmstadt. (Jonghaus) 1882. XXXIV. 262 S. Im 10 Jahrh. bildete sich in Basra, dem „Athen des Orients", ein Verein, der sich den Namen „Verein der lauteren Brüder und treuen Freunde" beilegte, und der sich als Zweck vorsetzte, wissenschaftliche Bildung zu verbreiten, um das Volk wieder zur Sittlichkeit zurückzuführen. Denn unter den Bekenliern Muhameds war eine schreckenerregende Zügellosigkeit eingerissen und dieser wollte jener Verein einen Damm entgegensetzen. Zu dem Zwecke wurde eine Encyclopädie verfaßt, welche in 51 Tractaten sich über alle Zweige des damaligen Wissens verbreitete. Vorliegendes Buch bildet einen Theil des 21. Tractates, der die Zoologie behandelt, und gibt uns einen Einblick in die Art und Weise, wie man belehrend auf das Volk zu wirken versuchte. Der trockene Lehrton war vermieden, eine Reihe von Erzählungen, Fabeln u. dergl. sorgte dafür, daß der Leser nicht ermüdete, und daß die ganze Belehrung der Versittlichung dienen sollte, ersieht man. wenn wir den vorliegenden Theil als Beispiel für das Ganze wollen gelten lassen, aus dem Schluffe der Erzählung. Folgendes ist der Inhalt der vorliegenden Fabel. An die Insel der Genien werden Menschen aus allen Völkerschaften verschlagen. Sie wollen sich die Thiere, die dort frei sind, dienstbar machen, indem sie den Anspruch erheben, ein natürliches Recht der Herrschaft über diese zu besitzen. Dies führt zu einem Prozesse vor dem König der Genien, in welchem die Vertreter der Menschen ihre Ansprüche geltend machen, während die Vertreter der Thiere sie zu widerlegen versuchen. Diese Gelegenheit wird nun benutzt, uns eine Menge von Thierfabeln und naturgeschichtlichen Wissens vorzuführen und uns auch mit Sitten, Gebräuchen und Führung verschiedenerNationalitäten bekannt zu machen. Für den Kulturhistoriker und den Historiker der Wissenschaft bietet das vorliegende Buch eine reiche Fundgrube. Fast will der König sich schon zu Ungunsten des Menschen entscheiden, da die Thiere auch viele Vorzüge besitzen und den Menschen es nicht an Lastern und Mängeln fehlt, als die Berufung des Menschen auf die Unsterblichkeit der Seele, die auch schon auf Erden der sittlichen Vollkommenheit fähig sei, den Ausschlag gibt, den Menschen als Herrn der Thiere zu erklären. Diese Fabel ist nun von Kalonymos ben Kalonymos, bekannt durch sein Werk „Eben bochan", im Jahre 1316 in's Hebräische übertragen und unter oben angeführtem Titel in die jüdische Leserwelt eingeführt worden. Wenn der Uebersetzer nun auch die Versicherung gibt, wörtlich übersetzt zu haben, so hat er doch manchen Stellen einen jüdischen Anstrich gegeben und wo die Färbung prononcirt islamitisch war, dieselbe abgetönt. Eine Uebersetzung des arabischen Originals ist im Jahre 1859 von Professor Di*. Dietrici herausgegeben worden. Darum ist aber vorliegende Uebersetzung, die sich durch Gewandtheit auszeichnet, und deren Anhang gelehrter Noten uns die Lectüre zu einer belehrenden macht, nicht etwa überflüssig, sondern sie erhält, indem sie sich an die hebräische Uebersetzung anlehnt, der deutsch-jüdischen Leserwelt ein Werk, das durch die jüdische Färbung, die dem Gedichte in der hebr. Übertragung gegeben worden ist, der hebräischen Literatur angehört. Der hebr. Text, der vielfache Corruptionen erlitten hat, ist an vielen Stellen durch Vergleichung mit dem arabischen Original richtig gestellt worden. Materialien zur Entwickelung der altjüdischen Zeitrechnung im Talmud. Von Dr. B. Zuckermann. Breslau (Preuß und Jünger) 1882. 68 S. In einer fleißig und gewissenhaft ausgesührten Studie beleuchtet der Verf. ein hochinteressantes Thema des Dalmud. Auch dem Laien ist durch dieselbe ein Einblick in die Art und Weise der so eomplicirt scheinenden altjüdischen Zeitrechnung gestattet, und hat eZ der Verf. nicht an Mühe fehlen lassen, den durch de^

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