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Der Israelit · 1882-07-05 · Heft 27 (5.7.1882) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
23 (1882)
Issue
Heft 27 (5.7.1882)
Date
1882-07-05
Page
– (sequence 3)
Language
German
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671 Am v* n1?^ '2 "?"i? sollte dasselbe seiner heiligen Bestimmung übergeben, damit aber auch ein Freudensest ob des gelungenen Werkes verbunden werden. Wochen vorher wurde gerüstet, Einladungen an nah und sern gemacht, vor^lllem aber unser Herr Distriktsrabbiner, Nathan Bamberger in Würzburg, um Leitung der Feier und seine Mitwirkung durch eine Predigt dringend ersucht. Nachdem von dieser Seite bereitwillige Zusage erfolgt, wurde von Herrn Rabbiner das Fest-Programm entworfen und sestgestellt. Und nun entwickelte sich ein Eifer und eine Thätigkeit in unserem kleinen Orte zur würdigen Begehung der Feier, wie man sie bei ähnlichen Gelegenheiten gewiß nur selten sieht. Alles befand sich im Vorgefühl einer göttlichen Freude und eines höheren Festes, das sich durch die allgemeine Betheiligung bald zu einem schönen Volksfeste gestalten sollte. Ein sogenannter (Bau), von dem ->d'd Herrn Neumann aus Külsheim errichtet, zog durch seine geschmack- und effectvolle Ausstattung die Bewunderung Aller auf sich und in Schaaren strömte man dahin, das seltene Kunstwerk zu betrachten. Der Festtag nahte heran und zahlreiche Gäste stellten sich ein. Die Jugend ließ es sich nicht nehmen, sich schon am Donnerstag in Tanz und Musik zu erfreuen. Am Freitag Abend nach Beendigung der Synagoge versammelte man sich zur Vorfeier bei dem neuen ^d; hier wurden mehrere jüdische Gesänge, besonders das oD^y '?tc im Chor vorgetragen, wobei auch der Herr Rabbiner, anknüpfend an den letzteren Gesang, eine kurze passende Ansprache überj an die Versammlung richtete. Bis in die tiefe Nacht war man hier in gehobenster Stimmung versammelt und gab sich der Bedeutung der Feier mit Herz und Geist hin. Sabbat Morgen, nachdem das ^'-nL'-Gebet frühzeitig verrichtet war, versammelte man sich zum Festzuge, der sich durch die zahlreiche Betheiligung, durch sein gelungenes Arrangement und die treffliche Ordnung, welche dabei herrschte, ganz besonders auszeichnete. In der Nähe der Synagoge angelangt, wurden einige der alten n"D der neuen entgegengebracht; beim Eintritt in die Synagoge wurden mehrere geeignete Verse gesungen und die rnLp.-> wie am mm nnctp gemacht. Hierauf folgte die Festpredigt. Diese bildete nun den Glanzpunkt des Festes. Anlehnend an die Schriftworte tpsj n:r&7ü nomn *n mm wies der Redner in gelungenster und überzeugendster Form nach, wie die heilige Schrift der Inbegriff von new -ron „der Liebe und Wahrheit" ist und betonte, daß die Hauptbedeutung des gegenwärtigen Festes nicht blos in der Vermehrung unserer Gesetzrollen um ein Exemplar aufgefaßt werden dürfe, sondern man sich dm Werth ihres Inhaltes, die Größe ihres Geschenkes am Sinai zu vergegenwärtigen habe uud das n»yj yo»:i wiederholen müsse, denn nomn 'n mm die Lehre Gottes ist vollkommen, ihr Inhalt, den wir im großen Ganzen in einen gesetzlichen, geschichtlichen und prophetischen theilen können, ist gleich wichtig, va: ni'vo wirkt bei wahrer Beherzigung und Erkennung gleich wohlthätig auf das ganze Wesen des Menschen. Der gesetzliche Theil regelt unser Leben nach dem Willen unseres Schöpfers, lehrt Liebe und Treue gegen Gott und unsere Mitmenschen; der geschichtliche -beweist uns ihre Wahrheit, zeigt uns Ursache und Wirkung auf religiösem, moralischem Gebiete; läßt uns aus Thatsachen die nützlichsten Lehren auf unser eigenes Leben ziehen; und der prophetische gewährt uns die sichere Hoffnung auf eine schöne Zukunft, auf die Anerkennung und Verbreitung der höchsten Wahrheiten, was sich Alles in der verheißenen und noch zu erwartenden Messias-Zeit zu erfüllen hat und erfüllen wird. Zum Schluffe wurde tiefgefühlter Dank ausgesprochen, zunächst gegen den Allvater für das Gelingen des schönen Werkes, sodann an die sämmtlichen Veranlasser und Mitwirkenden, die keine Opfer scheuten, das Fest in jeder Beziehung zu einem schönen, gelungenen zu gestalten, endlich an die verehrlichen Gäste aus nah und fern, ohne Unterschied des Glaubens, und so endete mit einem Gebete für König und Vaterland die fast eine Stunde dauernde Predigt. Die Synagoge war von Zuhörern isr. und nichtisr. Confeff. angefüllt und alle waren begeistert von den schönen, aus tiefem Herzen und wahrer Ueberzeugung kommenden Worten unseres verehr!. Rabbiners. Es herrschte darüber nur eine Stimme. Nun wurden noch einige Psalmen recitirt, die Sidra vorgelesen und das Musaf-Gebet verrichtet. Damit war die religiöse Feier beendet, wobei es bereits Nachmittag geworden. Der übrige Tag wurde der gesellschaftlichen Unterhaltung gewidmet. Noch lange wird diese schöne Feier in Aller Gedächtniß bleiben, und mit einem glücklichen Bewußtsein wird man sich dieser schönen Tage religiöser Begeisterung erinnern. Berlin. Der Staatsanwalt beim Landgericht I. hat die Anklage gegen Herr Ruppel auf Grund des i§ 166 des Strafgesetzbuches, nämlich wegen öffentlicher Beschimpfung einer korporirtenReligionsgesellschaft, erhoben. Der Grund für die Anklage liegt in einem „Extrablatte der Ostendzeitung", welches das Verschwinden des „Mädchens von Tisza- Eszlar" behandelte. 8. Frankfurt a. M. Das hiesige Hilfs- ComitL läßt „Mittheilungen seines Preßausschuffes"

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