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Der Israelit · 1882-05-31 · Heft 22 (31.5.1882) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
23 (1882)
Issue
Heft 22 (31.5.1882)
Date
1882-05-31
Page
– (sequence 10)
Language
German
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542 bereits einzelne Flüchtlinge mit Familien ein, die den Weg nach Amerika nehmen. Oesterr -Ungar. Monarchie. Wien. Das „Extrablatt" bringt folgende wichtige Nachricht: Aus glaubwürdiger Quelle wird mitgetheilt, daß der jüngste Bericht des Commandirenden in Bosnien nachstehende Meldung enthält: In den auf dem aufständischen Gebiete operirenden slavischen Regimentern ist ein Mangel an intelligenten Unterofficieren zu constatiren. Wenn sich dieser Mangel in der operirenden Armee jetzt nicht fühlbar macht, so ist das vorzüglich den jüdischen Unteroffizieren zu verdanken, welchen unbedingte Pflichterfüllung und große Tapferkeit nachgerühmt werden muß. Wien, 16. Mai. In der heutigen Sitzung des Gemeinderaths wurde nach einem Referate des Gemeinderathes vr. Geßmann den aus Rußland verjagten Juden von Seiten der Gemeinde Wien eine Unterstützung im Betrage von 2000 fl. gewährt. Wien. Dem Rechenschaftsbericht der man nwnp, Verein für fromme und wohlthätige Werke, pro 1879, 1880, 1881, entnehmen wir: Die Thätigkeit des Vorstandes erstreckt sich: Auf die Linderung der Armuth, insbesondere die der Chewra-Mitglieder, auf Unterstützung der aus dem Spitale entlassenen Reconvalescenten und gebrechlichen Erwerbsunfähigen. Auf die Verabreichung von Bandagen, sowie auch von Schutz- und Staarbrillen. Auf die Verabfolgung von Arzneien an arme Hauskranke. Auf die Verwaltung des Leichenhof-Amtes, wobei insbesondere die Pflicht, den Dahingeschiedenen durch Begleitung die letzte Ehre zu erweisen, nach unseren Satzungen erfüllt wird. Wir glauben daher mit Beruhigung sagen zu können, daß wir der Verwaltung des Lelchenhof-Amtes und der Bestattungen der Verstorbenen, welche seit Jahrhunderten die Haupt-Agenden der Chewra-Kadischa bilden, nach jeder Richtung hin entsprochen haben. Mit der Eröffnung der israel. Abtheilung auf dem Central-Friedhofe im März 1879 wurde dieses Amt ein umso schwierigeres, als die Entfernung eine sehr beträchtliche und demnach mit großem Zeitanfwande verbunden ist. Mit der Eröffnung dieses neuen Friedhofes trat auch eine bedeutende Verschärfung der Sanitäts-Vorschriften ein; Dank der Ueberwachung durch den Vorstand, sowie durch das Personale, fand nicht der mindeste Eonflict mit der Sanitäts-Behörde während dieser drei Jahre statt. Die am 8. December 1881 stattgefundene fürch-! terliche Katastrophe des Ringtheater-Brandes hat in i betrübender Weise unsere Glaubensgenossen betroffen,! da mehr als die Hälfte der Opfer zu diesen zählte. Von den durch das verheerende Element zum! Opfer Gefallenen wurden 81 Leichen und zwar 59! männliche und 18 weibliche agnoscirt und diese am 1 11. und 12. December in pietätvoller Weise zur Erde bestattet, weiters wurden vier bereits im Massengrabe! auf der christlichen Abtheilung bestattete Leichen ex-; humirt und auf der israel. Abtheilung in Einzelgrä-! bern beerdigt. Dank den nahezu übermenschlichen Anstrengungen! unseres Personales, welches durch 48 Stunden Tag und Nacht die Waschungen und Einsargungen zu bewältigen hatte, ist es möglich gewesen, diese Masseni begräbnisse in solch' kurzer Zeit zu bewältigen, j Die Zahl der Verstorbenen, welche während dieser dreijährigen Periode bestattet wurden, betrug 4387, darunter 45 Chewra-Mitglieder Abgesehen von den im Ringtheater eines unnatürlichen Todes verstorbenen und agnoscirtcn 85 Personen, stellt sich die erfreuliche Thatsache heraus, daß trotz der bedeutenden Zunahme der Bevölkerung die Sterblichkeit eine geringere war. Von den während dieser drei Jahre zur Erde bestatteten 4387 Personen wurden 3022 gratis beerdigt. Das Vereins - Vermögen und die verwalteten Stiftungs-Capitalien betrugen am 31. December 1881 in Effecten fl. 90.970 und fl. 4196.28 Cassenscheine und Baar. Mit der steten Zunahme der Bevölkerung unsrer j Glaubensgenossen, sowie durch die bedauerliche That-! suche der sich steigernden Armuth treten von Jahr! zu Jahr sich mehrende Forderungen an unseren Ver- •! ein heran, und es wäre eine wesentliche Kräftigung! des Fonds höchst wünschenswerth, da doch die Zinsen! desselben nur die einzig sichere Basis für die Ausga-! ben bieten. j Frankreich. Paris, 20. Mai. Die hiesigen Journale verj öffentlichen einen Aufruf zu Gunsten der flüchtigen i Juden aus Rußland. Der Aufruf trägt die Unter-! schrift aller hiesigen männlichen Mitglieder der Faj milie Rothschild, der Professoren Derenburg und! See, des Obersten Manheim, des Grafen Eamondo, . der beiden hiesigen Großrabbiner u. s. w. j Rußland. Petersburg, 20. Mai. Wie ich schon mel- > dete, hat Jgnatiew streng untersagen lassen, irgend

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