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Der Israelit · 1882-05-17 · Heft 20 (17.5.1882) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
23 (1882)
Issue
Heft 20 (17.5.1882)
Date
1882-05-17
Page
– (sequence 4)
Language
German
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488 Werkes für die Dauer ny*n noy* ny ins Stocken gerathen könnte. Es hält nämlich schwer, bei wiederholten Collekten für denselben Zweck immer ein günstiges Resultat zu erzielen. In manchen Gemeinden finden die bereits gemachten Vorschläge, eine bestimmte Summe als Jahresbeitrag in den Etat aufzunehmen, oder einen wöchentlichen oder gar monatlichen Beitrag von den Gemeindemitgliedern zeichnen zu lassen, den erwünschten Anklang. Wo dieses jedoch nicht der Fall ist, wäre es vielleicht angezeigt, folgende Vorschläge in Erwägung zu ziehen: 1) Zahlung wöchentlicher Beiträge von 1 Pfennig für jedes Familienmitglied; auch der Aermste kann dies leisten. Bei der Bevölkerungszahl von l/2 Million jüd. Seelen im deutschen Reiche ergäbe dieses für Deutschland allein wöchentlich 5000 Mark, jährlich 260,000 Mark. Für ganz Europa, außer Rußland, dessen jüdische Seelenzahl sich auf Millionen beziffert, würde auf diese Weise wöchentlich eine Summe von 35,000, jährlich von 1,820,000 Mark zusammenfließen. Könnte dagegen ein täglicher Beitrag von 1 Pfennig pro Kopf erzielt werden, so würde dieses die Summe von 245,000 Mark wöchentlich, 12,740,000 jährlich ergeben und hiermit könnte schon Großes geleistet werden. Ich weiß nicht, ob ich mit btefem Vorschläge ein Schloß in die Luft gebaut habe, jedenfalls aber dürste er der Beachtung werth sein, da er zeigt, was mit Wenigem schon erzielt werden kann. 2) Aufstellung^ von Sammelbüchsen in Synagogen, Chebraus, «Dchulen, Hotels, Restaurationen und Gesellschaftslokalen. In letzteren besonders dürfte in den Stunden der Freude und des Frohsinns manches Scherflein für unsere unglücklichen Brüder abfallen. Es bedarf nur der Anregung, die hiermit gegeben sein soll. 3) Freiwillige Spenden beim Aufruf zur min, bei Hochzeiten, Beschneidungen u. s. w. Selbstverständlich darf das r,"2 für andere Zwecke in keiner Weise hierdurch alterirt werden. Für meine Person habe ich, da mir leider sehr enge Grenzen gezogen sind, beschlossen, die ganze Hälfte von dem Erlös der Restauflage meines Buches D’ny ynpb nneo (herabgesetzter Preis 2 M.) dem vorgedachten Zwecke zu weihen, und von jedem Exemplar, welches ich sofort nach Empfang von 2,10 Mark franco zusende, 1 Mark an die Redaction d. Z. abznführen und monatlich in d. Z. zu quittiren. Sobald die Auflage vergriffen ist, soll zu demselben Zwecke eine neue aufgelegt werden. Der doppelte Zweck für einen sehr geringen Preis, welcher kaum die Auslagen deckt, in den Besitz eines für jede jüdische Familie unentbehrlichen Buches zu gelangen und gleichzeitig das edle Werk der Menschen-! liebe zu fördern, läßt mich hoffen, sehr zahlreiche ' Aufträge zu erhalten Rees a. Rh. L. Cohen, Lehrer. Posen, im April. Unsere sonst so stille und friedliche Gemeinde ist seit einiger Zeit von großer Erregung ergriffen, die einen intensiven Charakter anzunehmen und sie in zwei feindliche Lager zu spalten droht. Es handelt sich nämlich um nichts geringeres als den Bau einer neuen großen Gemeindesynagoge einerseits und andererseits den Fortbestand der beiden bisherigen Hauptsynagogen der alten und neuen Betschule. Diese beiden Betschulen, trotzdem die eine, wie der Volksmund versichert, nahe an 800 Jahre besteht, die andere nachweislich schon um das Jahr 1572 in den Gemeindebüchern als neue Betschule erwähnt wird, sind zwar nicht baufällig, wohl aber ist, nach den während der vergangenen Jahre wiederholt in Synagogen u. dgl. vorgekommenen Unglücksfällen aus der Mitte der Synagogenbesucher der Wunsch nach Herstellung geräumiger Ausgänge, namentlich in der Frauenabtheilung, laut geworden. Während der hierüber zwischen den Vorständen der Betschulen und dem Gemeindcvorstande schwebenden Verhandlungen wurde die hiesige Polizeidirektion darauf aufmerksam und stellte nun noch ausgedehntere Anforderungen, namentlich Beseitigung der sechs vor der Ostfrond der beiden Synagogen belegenen Grundstücke; die Ausgänge sollen in der'Weise hergestellt werden, daß dadurch eine große Anzahl von Sitzen wegfallen würden. Der Hinblick auf die exorbitanten Ausgaben, die hierdurch der Gemeindekasse erwachsen würden, ließ nun den Gedanken aufsteigen, anstatt der baulichen Veränderungen lieber zum Bau einer neuen Gemeindesynagoge zu schreiten, wie sie der hiesigen Gemeinde würdig wäre. Dieser Vorschlag hat nunmehr eine lebhafte Parteibewegung hervorgerufen. Derjenige Theil der Gemeindemitglieder, der für den Bau ist, hebt namentlich den Umstand als maßgebend hervor, daß nachweislich die jüngere Generation sich allmählich den unbequemen, düsteren alten Betschulen ab- und dem Betlokale der Brüdergemeinde zuwendet, deren Gottesdienst aber bereits stark von der Reform angekränkelt ist, zumal auch Chorgesang mit Orgelbegleitung dabei figurirt. Diesem, dem religiösen Gefühle allerdings anstößigen Umstande könnte nach ihrer Meinung durch die Herstellung eines würdevollen Gotteshauses gesteuert werden. Seitens der Gegner des Bauprojekts wird dagegen geltend gemacht, daß es eine Verletzung der Pietät wäre, die alten Gotteshäuser, in denen die Vorfahren so viele Jahrhunderte hindurch in Freud und Leid ihr Gemüth vor dem Herrn ausgeschüttet,

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